Digitales Dehnen für mehr Beweglichkeit:Stretching per App: Worauf Nutzer achten sollten
von Jenna Busanny
Dehnungs-Apps versprechen mehr Beweglichkeit per Smartphone. Wie sie genutzt werden können, welche Funktionen wichtig sind und wo mögliche Grenzen liegen.
Steife Gelenke, Muskelverspannungen und -schmerzen - dagegen können Dehnübungen helfen. Wie Dehnungs-Apps hier unterstützen können und worauf es dabei ankommt.
08.07.2026 | 0:59 minDehnungs-Apps wie "bend", "StretchIT" oder "Die Ringe" versprechen einen einfachen Weg zu mehr Beweglichkeit: Smartphone öffnen, Video starten, mitmachen. Besonders für Menschen, die ohne Anleitung kaum dehnen oder keine Routine finden, sind solche Angebote attraktiv. Auch Personen mit wenig Alltagsbewegung oder steifer werdenden Gelenken können davon profitieren.
"Stretching wirkt vor allem dann, wenn man es regelmäßig macht", sagt Physiotherapeutin, Bewegungs- und Trainingswissenschaftlerin Astrid Zech. Genau an diesem Punkt setzen viele Apps an: Sie erleichtern die nötige Routine, indem sie feste Zeiten vorschlagen, passende Übungen zusammenstellen und an die nächste Einheit erinnern.
Regelmäßiges Faszientraining kann helfen, Verspannungen zu lösen, die Beweglichkeit zu verbessern und Schmerzen zu lindern. Ein Sportphysiotherapeut zeigt entsprechende Übungen.
08.07.2025 | 8:20 minPositive Effekte des Dehnens
Wer gesund ist und im Alltag keine Bewegungseinschränkungen hat, müsse nicht zwingend dehnen, so Zech. "Dennoch habe Stretching positive Effekte, etwa auf die Beweglichkeit oder die Entspannung", betont sie. Durch das Dehnen könne sich eine erhöhte Muskelspannung lösen, die häufig mit Stress verbunden sei, ergänzt Zech.
Besonders mit zunehmendem Alter kann regelmäßiges Dehnen helfen, steifer werdende Gelenke beweglich zu halten.
Astrid Zech, Bewegungs- und Trainingswissenschaftlerin
Björn Kliem, Sportmediziner und Vorstandsmitglied des Hessischen Sportärzteverbandes, weist außerdem darauf hin, dass es bei bestimmten Erkrankungen wie Kniearthrose oder Fibromyalgie Schmerzen lindern und die Alltagsfunktion verbessern kann.
Rückenschmerzen gelten als Volkskrankheit Nummer eins. Es gibt Hilfsmittel, Medikamente und passive Behandlungsmethoden – doch Orthopäden raten vor allem eines: Eine aktive Vorbeugung.
13.03.2026 | 5:07 minWas eine gute Dehnungs-App ausmacht
Astrid Zech betont: "Entscheidend ist nicht die Anzahl der Übungen, sondern die Qualität der Anleitung." Gute Dehnungs-Apps zeichneten sich dadurch aus, dass Übungen verständlich erklärt und sauber vorgemacht werden. "Videos sind hilfreich, wenn sie klar zeigen, wie eine Position eingenommen wird", so die Physiotherapeutin.
Zech hält es zudem für sinnvoll, wenn Apps unterschiedliche Schwierigkeitsgrade anbieten und vorab abfragen, wie beweglich oder sportlich jemand ist. So lassen sich Überforderungen vermeiden. Positiv sind auch Hinweise zur Atmung, zur Entspannung und zum langsamen Hineingehen in eine Dehnposition.
Sport ist wichtig, doch oft fehlt Zeit. Es muss kein Marathon sein - kleine "Bewegungs-Snacks" zwischendurch helfen schon. Sportmediziner Dr. Christophe Lambert gibt Tipps.
07.11.2025 | 7:50 minAus Verbrauchersicht spielen außerdem praktische Aspekte eine Rolle: Eine einfache Bedienung und transparente Abo-Modelle erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass die App langfristig genutzt wird. "Probezeiträume helfen, vorab zu prüfen, ob das Angebot zur eigenen Lebenssituation passt", so Zech.
- verständliche Video- oder Bildanleitungen
- Hinweise zu Atmung und Entspannung
- unterschiedliche Schwierigkeitsgrade
- klare Angaben zur Zielgruppe
- einfache Bedienung ohne lange Menüs
- transparente Kosten und kündbare Abos
- idealerweise eine kostenlose Testphase
Vorsicht bei Vorerkrankungen
Ganz ohne Risiko sind Dehnungs-Apps nicht. Kliem betont, dass Dehnen zwar selten direkt zu Verletzungen führt, es aber klare Kontraindikationen gibt. Menschen mit akuten Entzündungen, frischen Thrombosen, ausgeprägter Osteoporose oder starker Überbeweglichkeit sollten vorsichtig sein.
Wer eine Vorerkrankung hat, sollte sich erst sportmedizinisch beraten lassen.
Dr. Björn Kliem, Sportmediziner und Vorstandsmitglied des Sportärzteverbandes Hessen e. V.
Auch nach einer OP, bei Schmerzen oder Unsicherheiten sollte man vor intensiver Nutzung Rücksprache mit einem sportmedizinisch erfahrenen Arzt halten.
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10.09.2025 | 3:05 minDehnen und Sport: Darauf sollten Sie achten
Gerade im Zusammenhang mit Sport ist der Einsatz von Dehnungs-Apps differenziert zu betrachten. Kliem rät davon ab, statisches Dehnen direkt vor sportlicher Belastung einzusetzen, da dies die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen kann.
Für die Sportvorbereitung seien dynamische Bewegungsformen besser geeignet. Dehnungs-Apps entfalten ihren Nutzen vor allem zur Verbesserung der Beweglichkeit, zur Regeneration oder als eigenständige Routine im Alltag.
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