Straße von Hormus:Experte warnt vor Risiken eines Marineeinsatzes

Interview

Experte zu Trumps Druck auf die Nato:Straße von Hormus: "Absolute Sicherheit wird es nicht geben"

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Um Öltransporte in der Straße von Hormus zu sichern, fordert US‑Präsident Trump Hilfe der Nato. Ein Experte warnt im ZDF vor Risiken, wenn militärische Kräfte eingesetzt werden.

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Das Gespräch mit Moritz Brake, Experte für maritime Sicherheit, im Video.

16.03.2026 | 5:48 min

In der Debatte um einen internationalen Marineeinsatz zur Sicherung der Schifffahrt durch die für die internationale Ölversorgung wichtige Straße von Hormus warnt Marinefachmann Moritz Brake vor einem hohen Risiko für Besatzungen von Kriegs- und Handelsschiffen.

Im ZDF-Morgenmagazin stellt Brake die Frage in den Raum, was mit einem Marineeinsatz erreicht werden solle:

Geht es darum, Amerika bei uns zu behalten, dann ist möglicherweise ein solcher Einsatz gerechtfertigt. Geht es nur darum, die Preise an der Tankstelle zu beeinflussen, dann riskieren wir hier etwas, was wir nicht schnell wieder aufbauen können.

Moritz Brake, Experte für maritime Sicherheit

Grafik der Straße von Hormus

Quelle: ZDF

Hormus-Passage: Trump fordert Nato-Hilfe

Menschenleben wögen "sehr viel höher als Preisschwankungen an den internationalen Börsen oder Benzinpreise hier an den Tankstellen", so der Experte für maritime Sicherheit.

... ist Experte für maritime Sicherheit. Er ist Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Nexmaris, Korvettenkapitän der Reserve der Deutschen Marine und Associate Fellow am Center for Advanced Security, Strategic and Integration Studies (CASSIS) der Universität Bonn.


Hintergrund ist die Forderung von US-Präsident Donald Trump, die Nato solle sich an einer Sicherung der Straße von Hormus beteiligen. Eine ausbleibende Unterstützung durch Nato-Verbündete wäre "sehr schlecht" für die Zukunft des Verteidigungsbündnisses, sagte Trump in einem kurzen Interview der "Financial Times".

Öltanker und Frachtschiffe reihen sich in der Straße von Hormus.

US-Präsident Trump fordert Unterstützung der Nato im Krieg gegen Iran. Das Militärbündnis müsse bei der Sicherung von Öl-Transporten in der Straße von Hormus unterstützen.

16.03.2026 | 0:24 min

Experte: Iran kann Straße von Hormus "leicht verminen"

Grundsätzlich handele es sich bei der Hormus-Passage laut Brake "um einen sehr kleinen räumlichen Bereich". Dieser ließe sich durch die Präsenz von Kriegsschiffen absichern, so der Experte.

Aber es ist auch klar: Absolute Sicherheit wird es nicht geben.

Moritz Brake, Experte für maritime Sicherheit

Brake zufolge ist davon auszugehen, dass die Straße von Hormus bereits vermint ist oder für Iran "leicht zu verminen wäre". Das stelle nicht nur ein Risiko für passierende Frachtschiffe dar, sondern auch für Kriegsschiffe. Außerdem sei Iran nach wie vor in der Lage, eine große Zahl von Drohnen einzusetzen, "auf dem Wasser, möglicherweise unter Wasser, aus der Luft".

ZDF-Korrespondent Ulf Röller aus Brüssel über das erste EU-Außenministertreffen nach Beginn des Iran-Kriegs.

Die EU-Außenminister beraten über Trumps Forderung, sich an der Sicherung der Straße von Hormus zu beteiligen. Die "Erpressung" sorge in Brüssel für Verwirrung, so ZDF-Korrespondent Ulf Röller.

16.03.2026 | 1:04 min

Brake: Deutschland hätte "Fähigkeit, Minen zu räumen"

Mit Blick auf eine deutsche Beteiligung bei der Sicherung der Straße von Hormus erklärt Brake: "Deutschland hat hochleistungsfähige, moderne Kriegsschiffe und vor allem eine Fähigkeit, die traditionell eine der Schwächen der US-Marine ist." Nämlich das Minen-Räumen. Hier liege eine generelle Stärke europäischer Marinen. Allerdings gebe es große räumliche Distanzen: "Wir reden also über nichts, was jetzt mal einfach über Nacht verfügbar vor Ort wäre."

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hatte eine deutsche Beteiligung zur Sicherung der Straße von Hormus bereits ausgeschlossen. Hierfür sehe er zum jetzigen Zeitpunkt keine "unmittelbare Notwendigkeit", so Wadephul in der ARD.

Iran: "Lage nicht beruhigt"

Iran warne vor Angriffen auf US-Militärstützpunkte in Golfstaaten. Im Irak spitze sich die Öl-Krise durch eingeschränkten Export zu, so ZDF-Nahost-Korrespondentin Golineh Atai in Erbil/Irak.

16.03.2026 | 2:52 min

Quelle: Mit Material von AFP
Über dieses Thema berichtete das ZDF am 16.03.206 im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF ab 5:30 Uhr und in der heute Xpress ab 9 Uhr.

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