Vorfall in Bergheim:Störung an Umspannwerk bei Köln: Polizei vermutet Straftat
Nach dem Sabotageversuch in Brandenburg geht die Polizei auch bei einem Vorfall an einem Umspannwerk bei Köln von einer vorsätzlichen Tat aus. Die Stromversorgung blieb ungestört.
Umspannwerk des Netzbetreibers Amprion in Bergheim (Nordrhein-Westfalen).
Quelle: dpa | Henning KaiserNach einer Störung an einem Umspannwerk im nordrhein-westfälischen Bergheim geht die Polizei nicht von einem technischen Defekt, sondern von einer Straftat aus. Kurz zuvor hatten Unbekannte bereits versucht, einen Anschlag auf ein Umspannwerk in Brandenburg zu verüben.
Die Polizei war am Dienstagabend gegen 20:00 Uhr zunächst wegen einer technischen Störung zu dem Umspannwerk im Umland von Köln gerufen worden. Durch einen Kurzschluss fielen dort mehrere Leitungen aus.
RWE: Fünf Kraftwerksblöcke betroffen
Nach Angaben des Energiekonzerns RWE sind fünf Kraftwerksblöcke betroffen. Insgesamt sei eine Kraftwerkskapazität von 4.200 Megawatt vom Netz genommen worden, teilte RWE am Mittwochmorgen in Essen mit.
Nach dem mutmaßlichen Sabotageakt auf eine Hochspannungsleitung bei Turnow-Preilack findet die Polizei weitere Sprengvorrichtungen. Verletzt wird niemand, die Stromversorgung bleibt gesichert.
02.09.2026 | 2:30 minVon den Auswirkungen betroffen sind laut RWE die Braunkohle-Kraftwerksblöcke Neurath G und F sowie Niederaußem H, G und K. Zum Zeitpunkt des Vorfalls hätten diese rund 3.000 Megawatt Leistung ins Stromnetz eingespeist. Die Blöcke Neurath G und Niederaußem H dürften demnach am Vormittag wieder ans Netz gehen, Neurath F im Tagesverlauf. Bei den beiden übrigen Blöcken sei mit einer Wiederinbetriebnahme erst am Wochenende zu rechnen.
"RWE Power steht im Austausch mit den zuständigen Behörden und dem Übertragungsnetzbetreiber Amprion", hieß es weiter.
Energieversorger Amprion meldet Anlagenausfälle
Der Energieversorger Amprion teilte derweil am frühen Morgen mit: "Im Umfeld der Amprion-Umspannanlage Rommerskirchen im Rheinland ist es am Dienstagabend zu einem Vorfall gekommen, der Auswirkungen auf den Betrieb von Kraftwerkszuleitungen hatte." Das Unternehmen mit Sitz in Dortmund betonte:
Die allgemeine Stromversorgung war zu keinem Zeitpunkt davon betroffen und die Systemstabilität immer gewährleistet.
Mitteilung von Amprion
Nach dem mutmaßlichen Anschlagsversuch auf das Stromnetz schließt Jan Redmann (CDU) nicht aus, "dass fremde Mächte dahinterstecken". Ziel könnten "großflächige Ausfälle" gewesen sein.
02.09.2026 | 5:04 minExpertinnen und Experten von Amprion arbeiteten mit den zuständigen Sicherheitsbehörden daran, den Sachverhalt schnellstmöglich aufzuklären und die Auswirkungen zu bewerten.
Zusammenhang mit Brandenburg unklar
Ursache und Hintergründe des Vorfalls seien noch unklar, die Ermittlungen liefen auf Hochtouren, so ein Sprecher der Polizei. Die Spurensicherung war vor Ort, zum Schaden oder zum möglichen Vorgehen der Täter machte der Sprecher zunächst keine Angaben.
Zunächst hatte der WDR über den Vorfall berichtet. Ob ein Zusammenhang zu der mutmaßlichen Sabotage in Brandenburg besteht, sei noch zu früh zu sagen, hieß es von der Polizei laut Sender. Brandenburgs Innenminister Jan Redmann sagte im rbb, nach allem, was er höre, "muss man davon ausgehen, dass es hier Parallelen gibt".
Erst am Dienstagmorgen hatten Unbekannte nahe dem Kohlekraftwerk Jänschwalde in Brandenburg versucht, Kurzschlüsse an Höchstspannungsleitungen auszulösen. In zwei Fällen gelang dies nach Behördenangaben. Die Polizei ermittelt wegen Sabotage.
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