Bergheim: Störung an Umspannwerk - Ermittlungen wegen Sabotage

Vorfall in Bergheim:Störung an Umspannwerk bei Köln: Verdacht auf Sabotage

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Nach dem Kurzschluss an einem Umspannwerk in Bergheim in NRW gehen die Ermittler von einer vorsätzlichen Tat aus. Es bestehe der Verdacht der Sabotage, so Innenminister Reul.

Ein Zaun umgibt ein Umspannwerk des Netzbetreibers Amprion in Bergheim (Nordrhein-Westfalen), aufgenommen am 02.09.2026

Nach dem Vorfall in Brandenburg kam es auch zu einem Kurzschluss an einem Umspannwerk in Bergheim.

02.09.2026 | 0:21 min

Nach einer Störung an einem Umspannwerk im nordrhein-westfälischen Bergheim wird wegen verfassungsfeindlicher Sabotage ermittelt. Unbekannte hätten Kabel über die Oberleitung gebracht und so einen Kurzschluss verursacht, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU). "Wer da ran geht, greift unser Land an", sagte er. Geprüft wird demnach "in zwei Richtungen - fremdstaatlich gelenkte Sabotage und Linksextremismus". Nichts davon könne derzeit ausgeschlossen werden. Reul betonte:

Das war kein kaputter Schalter, das war Absicht, das war eine Straftat.

Herbert Reul, NRW-Innenminister

Auch in Brandenburg war am Dienstag ein Umspannwerk angegriffen worden, ermittelt wird dort unter anderem wegen des Verdachts der Bildung einer terroristischen Vereinigung. Reul sagte, ein möglicher Zusammenhang werde geprüft.

Auch Polizei sprach bereits von "vorsätzlicher Tat"

Die Polizei war am Dienstagabend gegen 20:00 Uhr wegen einer technischen Störung zu dem Umspannwerk in Bergheim im Rhein-Erft-Kreis nahe Köln gerufen worden. Durch einen Kurzschluss seien mehrere Leitungen ausgefallen, schilderte ein Polizeisprecher.

Schon am frühen Morgen hieß es dann aber, es sei nicht von einem technischen Defekt auszugehen, sondern von einer "vorsätzlichen Tat, einer Straftat". Die Ermittlungen liefen auf Hochtouren.

RWE: Fünf Kraftwerksblöcke betroffen

Als Folge auf die Störung am Umspannwerk gingen fünf Braunkohle-Kraftwerksblöcke von RWE an den zwei Standorten Bergheim und Grevenbroich vom Netz. Diese Blöcke im Rheinischen Revier mit einer grundsätzlichen Kraftwerkskapazität von insgesamt rund 4.200 Megawatt speisten zum Zeitpunkt des Vorfalls rund 3.000 MW benötigte Leistung ins Netz ein, schilderte ein Sprecher der RWE Power.

Anschlagversuch auf Stromnetz

Nach dem mutmaßlichen Sabotageakt auf eine Hochspannungsleitung bei Turnow-Preilack findet die Polizei weitere Sprengvorrichtungen. Verletzt wird niemand, die Stromversorgung bleibt gesichert.

02.09.2026 | 2:30 min

Laut RWE Power konnte schon am Morgen der erste der fünf betroffenen Blöcke wieder ans Netz gehen, wie Sprecher Matthias Beigel der dpa sagte. Zwei weitere Blöcke sollten im Tagesverlauf folgen. An der Wiederinbetriebnahme der beiden übrigen Blöcke wurde ebenfalls gearbeitet.

"RWE Power steht im Austausch mit den zuständigen Behörden und dem Übertragungsnetzbetreiber Amprion", hieß es weiter.

Energieversorger Amprion meldet Anlagenausfälle

Der Energieversorger Amprion teilte derweil am frühen Morgen mit: "Im Umfeld der Amprion-Umspannanlage Rommerskirchen im Rheinland ist es am Dienstagabend zu einem Vorfall gekommen, der Auswirkungen auf den Betrieb von Kraftwerkszuleitungen hatte." Das Unternehmen mit Sitz in Dortmund betonte:

Die allgemeine Stromversorgung war zu keinem Zeitpunkt davon betroffen und die Systemstabilität immer gewährleistet.

Mitteilung von Amprion

Turnow-Preilack: Angriff auf Stromnetz

Nach dem mutmaßlichen Anschlagsversuch auf das Stromnetz schließt Jan Redmann (CDU) nicht aus, "dass fremde Mächte dahinterstecken". Ziel könnten "großflächige Ausfälle" gewesen sein.

02.09.2026 | 5:04 min

Expertinnen und Experten von Amprion arbeiteten mit den zuständigen Sicherheitsbehörden daran, den Sachverhalt schnellstmöglich aufzuklären und die Auswirkungen zu bewerten.

Gelände um Umspannwerk gesperrt

Das Gelände rund um das Umspannwerk wurde nach dem Vorfall weiträumig abgesperrt. "Unsere Ermittler sind vor Ort und haben alle erforderlichen Maßnahmen eingeleitet", teilte der Essener Polizeisprecher mit. Spuren sollten gesichert werden. Über dem Areal kreiste ein Polizei-Hubschrauber.

Der Sprecher erläuterte: "Wir als Polizei Essen führen den Einsatz und die Ermittlungen, weil wir für die Führung derartiger Einsätze und Ermittlungslagen vorbereitet sind." Die Kölner Polizei ist derzeit mit einem mehrtägigen Protestcamp eines Anti-Kriegs-Bündnisses befasst.

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Quelle: Reuters, dpa, AFP
Über dieses Thema berichtete heute Xpress am 02.09.2026 ab 08:00 Uhr.

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