Sabotageakte in Brandenburg:Angriff auf Stromnetz: Polizei geht Terrorverdacht nach
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An einem Umspannwerk in Brandenburg wurden Sprengvorrichtungen gefunden. Ministerpräsident Woidke sprach von einem "Anschlagsversuch". Die Polizei ermittelt wegen Terrorverdacht.
Die Polizei ermittelt wegen Terrorverdachts nach dem Angriff auf ein Umspannungswerk im Süden Brandenburgs. Es besteht der Anfangsverdacht der verfassungsfeindlichen Sabotage.
02.09.2026 | 0:25 minDie Polizei ermittelt nach der Sabotage am Stromnetz in Südbrandenburg unter anderem wegen der Bildung einer terroristischen Vereinigung. Zudem werde wegen des Verdachts der Störung öffentlicher Betriebe, Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion sowie Zerstörung wichtiger Arbeitsmittel ermittelt, teilte die Polizei mit. "Derzeit sind Einsatzkräfte vor Ort, um den Bereich nach weiteren Beweismitteln abzusuchen", hieß es.
Es komme dafür zu Sperrungen. Weitere Informationen könnten zum jetzigen Zeitpunkt nicht veröffentlicht werden, um die laufenden Ermittlungen nicht zu gefährden.
Nahe dem Kraftwerk Jänschwalde sind mehrere Spreng- und Brandvorrichtungen gefunden worden. Mindestens eine ist nach Angaben der Polizei explodiert und hat dabei die Anlage beschädigt.
01.09.2026 | 0:32 minZwei Sabotageakte an Umspannwerk
In dem Umspannwerk in der Nähe des Kohlekraftwerks Jänschwalde in Brandenburg hat es zwei Sabotageakte gegeben - ohne Folgen für die Stromversorgung. "In zwei Fällen ist es gelungen, leitfähiges Material in die Höchstspannungsleitung einzubringen", sagte Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU). "In einigen weiteren Fällen ist das glücklicherweise nicht gelungen." Menschen seien nicht zu Schaden gekommen.
Das Gelände nahe der Landesgrenze zu Sachsen werde weiter abgesucht, erklärte der Minister. Auch Entschärfer waren vor Ort. Redmann sprach von einer zweistelligen Anzahl weiterer Vorrichtungen, die gefunden wurden. Das Motiv der Täter war zunächst unklar.
Wir nehmen den Vorfall sehr, sehr ernst, weil die Art und Weise der Tatbegehung natürlich geeignet gewesen wäre, größere Schäden zu verursachen.
Jan Redmann (CDU), Innenminister Brandenburgs
Umspannwerk Turnow/Preilack auf der Karte
Quelle: ZDFIm ZDF-Morgenmagazin forderte Redmann mehr Befugnisse für die Betreiber kritischer Infrastruktur, etwa zur Drohnenabwehr oder für den Einsatz intelligenter Videoüberwachung.
Nach dem mutmaßlichen Anschlagsversuch auf das Stromnetz schließt Jan Redmann (CDU) nicht aus, "dass fremde Mächte dahinterstecken". Ziel könnten "großflächige Ausfälle" gewesen sein.
02.09.2026 | 5:04 minInnenminister: "Ermittlungen in alle Richtungen"
Die Täter sind bisher unbekannt: "Gegenwärtig laufen die Ermittlungen in alle Richtungen", sagte der Minister. "Wir wissen natürlich, dass es in der Vergangenheit in der Region insbesondere aus dem linksextremen Spektrum Anschläge auf das Stromnetz gab." Genauso wenig könne man ausschließen, "dass fremde Mächte hinter diesem Anschlag stecken oder Dritte, die wir heute noch gar nicht kennen".
Klar sei: Es habe sich um ein systematisches Vorgehen gehandelt. "Das Ziel war jedenfalls, durch das leitfähige Material einen Kurzschluss herbeizuführen." Das sei in zwei Fällen gelungen.
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke sprach von einem "Anschlagsversuch" und verurteilte die Tat.
Die besorgniserregend hohe Frequenz derartiger Vorfälle zeigt, dass wir unsere Infrastrukturen entschlossen schützen müssen.
Dietmar Woidke, Ministerpräsident in Brandenburg
Brandenburg, Turnow-Preilack: Polizeieinsatzkräfte sperren die Straße zum Umspannwerk ab.
Quelle: dpaFeuerball an Umspannwerk
Gegen 7:30 Uhr am Dienstag war eine mögliche Sachbeschädigung an einer Leitung festgestellt worden. Spuren wurden nach Angaben der Polizei gesichert. Das Landeskriminalamt (LKA) Brandenburg übernahm die Ermittlungen.
Ein Feuerball sei zu sehen gewesen, sagte Minister Redmann. Dabei habe es sich vermutlich um einen Kurzschluss in einer Höchstspannungsleitung gehandelt, der dann ins Erdreich gegangen sei.
Vor Ort hat die Polizei das Umspannwerk großräumig abgesperrt. Autos und Verkehrskegel versperren die Zufahrt, nur Fahrzeuge von Netzbetreiber und Einsatzkräften dürfen passieren. Das Umspannwerk liegt entfernt in einem Waldgebiet, dazwischen Hochspannungsmasten. Von der Straße aus ist der Tatort nicht einsehbar.
Minister: "Ganz sicher keine Silvesterraketen"
Laut Netzbetreiber 50Hertz gab es keinen Stromausfall - dabei half demnach auch das Wetter mit Sonne und Wind. Der Betreiber sprach von selbstgebauten Flugkörpern, die handelsüblichen Silvesterraketen ähneln. Der Innenminister sagte: "Das waren ganz sicher keine Silvesterraketen, sondern Raketen, die zu diesem Zwecke hier hergestellt wurden."
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Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 01.09.2026 um 16:46 Uhr in dem Beitrag "Spreng- und Brandvorrichtungen an Umspannwerk" sowie in heute Xpress am 02.09.2026 um 15:00 Uhr.
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