Mietenreport 2026: Jeder Zweite fürchtet erfolglose Wohnungssuche

Wohnungsmangel in Deutschland:Mietenreport: Jeder Zweite fürchtet erfolglose Wohnungssuche

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Die Mietenkrise in Deutschland hat sich laut Deutschem Mieterbund verfestigt. Der Verband fordert mehr bezahlbaren Wohnraum und einen befristeten Mietenstopp.

Mehrfamilienhäuser mit Balkons

Die Mietenkrise habe sich verfestigt, bilanziert DMB-Präsidentin Melanie Weber-Moritz.

Quelle: SVEN SIMON | Hörmann, Frank

Jeder zweite Mieter in Deutschland (50 Prozent) befürchtet, im Bedarfsfall keine bezahlbare Ersatzwohnung zu finden. Darauf weist der Deutsche Mieterbund (DMB) in seinem aktuellen "Mietenreport 2026" hin.

Eine vom Mieterbund in Auftrag gegebene Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa zeigt zudem, dass sich 29 Prozent der Mieterinnen und Mieter Sorgen machen, ihre Miete künftig nicht mehr bezahlen zu können. Mehr als die Hälfte (58 Prozent) der Befragten berichteten, ihre Wohnkosten - Miete beziehungsweise Nebenkosten - seien in den zurückliegenden zwölf Monaten gestiegen.

Altbau - Symbolbild zum Thema steigende Mieten

Wer in Deutschland eine Mietwohnung sucht, muss heute im Schnitt deutlich mehr bezahlen als noch vor 15 Jahren. Dabei zeigen sich zunehmend regionale Unterschiede.

14.08.2026 | 0:38 min

Es wurden 1.021 Mieterinnen und Mieter zwischen dem 29. Juni und dem 7. Juli befragt. Die Umfrage ist den Angaben nach repräsentativ.

Mieterbund: "Wohnungskrise wird zur Sozialstaatskrise"

Die Präsidentin des Mieterbundes, Melanie Weber-Moritz, forderte, es müsse mehr bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden.

Wohnen ist kein Spekulationsobjekt, sondern ein Grundrecht.

Melanie Weber-Moritz, Präsidentin des Mieterbundes

Knapp über die Hälfte ihres Einkommens müssen Studenten für die Miete ausgeben. Zum Vergleich: In der Gesamtbevölkerung sind es durchschnittlich 24 Prozent des Einkommens.

Laut dem Statistischen Bundesamt geben Studenten knapp über die Hälfte ihres Einkommens für Miete aus. Das ist mehr als doppelt so viel wie der Rest der Bevölkerung.

28.07.2026 | 1:41 min

"Wohnen wird für immer mehr Menschen zum Armuts- und Abstiegsrisiko", erklärte Weber-Moritz. "Und der Sozialstaat muss zunehmend auffangen, was auf dem Wohnungsmarkt schiefläuft." Die Wohnungskrise werde zur Sozialstaatskrise.

Wenn Menschen ihre Wohnkosten nicht mehr tragen können, droht der Wechsel in andere, häufig deutlich teurere Sicherungssysteme.

Melanie Weber-Moritz, Präsidentin des Mieterbundes

1,4 Millionen Wohnungen fehlen laut Mieterbund

Die vom Kabinett im April beschlossenen Verschärfungen im Mietrecht sieht der Mieterbund zwar positiv. Ausreichend, um Mietern die Angst vor Kostensteigerungen und Wohnungsverlust zu nehmen, sind sie aber aus Sicht des Dachverbands nicht. Dafür brauche es unter anderem für eine bestimmte Zeit einen "bundesweiten Mietenstopp" und Bußgeldzahlungen für Vermieter, die Wuchermieten verlangen beziehungsweise gegen die Regeln der Mietpreisbremse verstoßen, sagt Weber-Moritz.

Altbau - Symbolbild zum Thema steigende Mieten

Die Linke hält die Einführung eines bundesweiten Mietdeckels für rechtlich möglich. Zu diesem Schluss kommt ein Rechtsgutachten, das Mitglieder der Linken-Bundestagsfraktion nun vorstellten.

27.08.2026 | 0:29 min

Der Entwurf der Bundesregierung, über den der Bundestag noch entscheiden muss, sieht strengere Vorgaben für die Vermietung möblierter Wohnungen vor. Wer als Mieter einen Indexmietvertrag unterschrieben hat, soll vor besonders hohen Mietkostensteigerungen geschützt werden. Kurzzeit-Mietverträge sollen im Regelfall für maximal ein halbes Jahr erlaubt sein.

In Deutschland fehlten aktuell rund 1,4 Millionen Wohnungen, erklärt der Mieterbund. Die Anfang Juli vom Koalitionsausschuss angekündigte Gründung einer Bundesgesellschaft könne bei der Schaffung von mehr bezahlbarem Wohnraum zumindest teilweise Abhilfe schaffen, sagt Weber-Moritz.

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Quelle: KNA, epd, Reuters, AFP
Über die Lage am Wohnungsmarkt berichteten mehrere Sendungen, unter anderem ZDFheute in dem Beitrag "Wo die Mieten am stärksten steigen" am 14.08.2026 ab 10:00 Uhr und in dem Beitrag "Linke: Einführung eines bundesweiten Mietdeckels möglich" am 27.08.2026 um 11:00 Uhr.

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