Check der Deutschen Umwelthilfe:"Rote Karte" für Dienstwagen von 160 Spitzenpolitikern
Im Dienstwagen-Check der Deutschen Umwelthilfe haben viele Politiker schlecht abgeschnitten. 160 von 249 Dienstwagen überschritten mit ihrem CO2-Ausstoß den EU-Flottengrenzwert.
Die DUH fordert mehr E-Autos.
01.09.2026 | 0:39 minZu viele deutsche Politiker in Bund und Ländern setzen nach Ansicht der Deutschen Umwelthilfe (DUH) auf Dienstwagen mit klimaschädlichen Verbrennungsmotoren. 160 von 249 Dienstwagen von Spitzenpolitikern überschritten mit ihrem CO2-Ausstoß den EU-Flottengrenzwert. Besonders kritisch bewertete die DUH bei der Vorstellung ihres Dienstwagen-Checks 2026 den Anstieg von "klimaschädlichen Plug-In-Hybriden".
Nur 90 von 249 untersuchten Dienstwagen sind demnach rein elektrisch unterwegs. Ihr Anteil an der ausgewerteten Gesamtmenge ist gegenüber dem Vorjahr etwas gesunken. Im vergangenen Jahr überschritten ähnlich viele Dienstwagen (153 von 238) den EU-Flottengrenzwert. Dieser liegt bei 93,6 Gramm pro Kilometer.
Alabali-Radovan und Özdemir am klimafreundlichsten unterwegs
Innerhalb der Bundesregierung belegen Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) und Bildungsministerin Karin Prien (CDU) mit jeweils 169 Gramm CO2 je Kilometer den letzten Platz.
Unter den Länderchefs liegen die Werte noch höher: Die Autos von Hendrik Wüst (CDU, Nordrhein-Westfalen), Manuela Schwesig (SPD, Mecklenburg-Vorpommern) und Kai Wegner (CDU, Berlin) liegen den Angaben zufolge bei jeweils 262 Gramm CO2 pro gefahrenen Kilometer.
Die Bundesregierung plant, die bisherigen Regeln für Verbrennungsmotoren aufzuweichen. So könnten auch nach 2035 Autos mit kombiniertem Verbrenner- und Elektroantriebe weiter zugelassen werden.
02.06.2026 | 9:03 minIn der Bundesregierung sei Entwicklungsministerin Reem Alabali-Radovan (SPD) mit 64 Gramm CO2 je Kilometer am sparsamsten gefahren. Bei den Ministerpräsidenten lag demnach Cem Özdemir (Grüne, Baden-Württemberg) mit 66 Gramm vorne.
Im Kreis der Umweltminister von Bund und Ländern erwähnt die Umwelthilfe Bremens Umweltsenatorin Henrike Müller lobend: Die Grüne sei mit einem Dienstrad unterwegs. Im bundesweiten Parteienvergleich erhielten lediglich die Grünen eine "grüne Karte".
DUH: "Kampfansage gegen zukunftsgerichtete Verkehrspolitik"
Das Ergebnis des Checks sei eine "Kampfansage gegen zukunftsgerichtete Verkehrspolitik und ein desaströses Signal für die deutsche Klimapolitik", kritisierte DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz.
Die Politikerinnen und Politiker der Bundes- und Landesregierungen verfehlen ihre Vorbildfunktion massiv.
DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz
Bund und Länder sollten bei der Neubeschaffung konsequent auf Elektroautos setzen und keine Plug-in-Hybride kaufen.
Der Spritverbrauch von Fahrzeugen mit Plug-In-Hybrid-Antrieb ist - laut einer Studie des Fraunhofer-Instituts - viel höher als von Herstellern angegeben. Das führt zu einem höheren CO2-Ausstoß.
18.02.2026 | 0:29 minAutos von Merz und manchen Ministern wegen Panzerung nicht dabei
Sogenannte Plug-in-Hybride sind Fahrzeuge, die sowohl mit Treibstoff als auch mit Strom gefahren werden können. Umweltschützer kritisieren, dass sie in der Praxis häufig mit Verbrennungsmotor gefahren werden. Sie machen den Angaben zufolge den größten Anteil der Dienstwagen-Flotte aus.
Die Umwelthilfe nimmt für ihre Auswertung einen elektrischen Fahranteil von rund elf Prozent an, um den CO2-Ausstoß der Autos zu ermitteln. Falls Politikern mehrere Dienstwagen zur Verfügung stehen, wurden jene mit dem höchsten CO2-Ausstoß berücksichtigt.
Die Wagen von Kanzler Friedrich Merz (CDU) und einigen anderen Bundesministern wurden wie bereits in den vergangenen Jahren wegen ihrer schweren Panzerung nicht gewertet.
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