EU-Komission will "Made in Europe"-Industrie fördern

Als Bedingung für EU-Förderung:EU-Kommission schlägt "Made in Europe"-Vorgabe vor

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Um Europas Wirtschaft auf Wachstumskurs zu bringen, will die EU-Kommission künftig in wichtigen Bereichen bei öffentlichen Aufträgen "Made in Europe" zur Bedingung machen.

Stéphane Séjourné stellt am 4. März 2026 in Brüssel den „Industrial Accelerator Act“ der EU bei einer Pressekonferenz in der EU-Kommission vor.

EU-Industriekommissar Stéphane Séjourné stellte den Vorschlag für ein Gesetz zur Unterstützung der Industrie in Brüssel vor.

Quelle: AFP

Trotz Kritik aus Deutschland verfolgt die Europäische Kommission ihre Pläne zu "Made in Europe"-Vorgaben bei öffentlichen Aufträgen weiter. EU-Staaten sollen künftig nur dann öffentliche Gelder in Stahl, Zement, Aluminium, saubere Technologien, E-Fahrzeuge und Plug-in-Hybride stecken, wenn die Produkte "Made in Europe" sind. EU-Industriekommissar Stéphane Séjourné stellte einen entsprechenden Vorschlag für ein Gesetz zur Unterstützung der Industrie vor.

Auch Handelspartner außerhalb der EU sollen unter bestimmten Bedingungen einbezogen werden. Infrage kommen Länder, mit denen es relevante Vereinbarungen gibt - etwa über Freihandelsabkommen zu bestimmten Produkten oder öffentlichen Beschaffungen.

Stephane Séjourné (r.) und Wopke Hoekstra bei einer Pressekonferenz

Die EU will den europäischen Binnenmarkt stärken. Öffentliche Aufträge sollen in Zukunft demnach vor allem an europäische Unternehmen gehen. Aus dem Wirtschaftsministerium gibt es Kritik.

10.02.2026 | 0:48 min

Voraussetzung soll sein, dass diese Länder ihre Verpflichtungen einhalten und eine Gegenseitigkeit gegeben ist. Das werde jeweils nach Sektor geprüft. So könnte etwa auch der Kauf japanischer, koreanischer, kanadischer und britischer E-Autos beziehungsweise Autoteile mit europäischen Steuergeldern gefördert werden.

Kritik kommt aus Deutschland

Ziel des neuen Vorschlags ist, die Nachfrage nach umweltfreundlicheren europäischen Produkten anzukurbeln und Europas Wirtschaft so auf Wachstumskurs zu bringen. Bevor der Vorschlag umgesetzt wird, müssen die europäischen Mitgliedstaaten und das Parlament zustimmen. Besonders über das Kriterium, was als europäische Herkunft zählt, gibt es seit Monaten Diskussionen.

Die Flagge der EU mit zwölf gelben Sternen auf blauem Hintergrund weht im Wind.

Sollten Unternehmen in Europa bei der Vergabe von EU-Aufträgen bevorzugt werden? So eine Idee von EU-Kommissar Séjourné. Kritiker sehen darin Protektionismus à la Donald Trump.

10.02.2026 | 0:48 min

Während Frankreichs Präsident Emmanuel Macron schon lange Quoten für Produkte "Made in Europe" einführen will, hat sich Bundeskanzler Friedrich Merz für einen zurückhaltenderen Ansatz ausgesprochen.

Europäische Präferenzregeln müssten "klug" eingesetzt werden - nur für kritische, strategische Sektoren und nur als letztes Mittel, mahnte Merz im Februar. "Und wir brauchen unsere Handelspartner, wir müssen sie einbeziehen", hatte der CDU-Politiker gesagt.

Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) kritisierte vergangene Woche in Brüssel eine zunehmende Bürokratisierung.

Der Industrial Accelerator Act ist der 50. Vorschlag, parallel zu schon 49 existierenden, wie europäisch beschafft werden soll.

Katherina Reiche, Wirtschaftsministerin

DIHK warnt vor zu viel Bürokratie

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer warnte vor neuen bürokratischen Hürden durch den Vorschlag der EU-Kommission - etwa in der öffentlichen Vergabe oder bei Förderinstrumenten.

Die Europäische Kommission möchte im Rahmen des Bürokratieabbaus ihre Digitalgesetze vereinfachen. Frank Bethmann berichtet.

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19.11.2025 | 1:10 min

"Zusätzliche Auflagen, weitreichende Ursprungsnachweise und hohe Anforderungen bei sogenannten Leitmärkten belasten vor allem kleine und mittelständische Unternehmen", so DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. Das koste Zeit, Geld und Wettbewerbsfähigkeit.

Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete das heute journal update am 04.03.2026 ab 0:30 Uhr.

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