Vorfall am Flughafen:Drohnen in Leipzig: Berlin will Moskau verantwortlich machen
Die Bundesregierung ist nach ZDF-Informationen überzeugt, dass Russland für den Drohnen-Vorfall am Flughafen Leipzig verantwortlich ist. Die Spur führe nach Russland, hieß es.
Der Leipziger Flughafen entgeht nur knapp einer Katastrophe: Am 4. August 2026 schlägt eine Drohne mit Sprengstoff auf der Tragfläche einer geparkten ukrainischen Antonov-Frachtmaschine ein.
Quelle: ZDF | frontalHinter der Sprengstoff-Drohne, die vor einem knappen Monat am Leipziger Flughafen gefunden wurde, steckt wohl der russische Geheimdienst. Davon geht die Bundesregierung nach ZDF-Informationen aus.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Außenminister Johann Wadephul (CDU) wollten sich am späteren Nachmittag vor der Presse äußern. Wadephul musste dafür seine Nordafrika-Reise abbrechen. Es wird erwartet, dass sich die beiden Minister auch zu möglichen deutschen Gegenreaktionen äußern.
Inhaltlich wollten zunächst weder die Ministerien noch das Bundeskanzleramt Stellung beziehen. Die Regierung in Moskau hat jede Verantwortung für den Vorfall zurückgewiesen.
ZDF-Reporter Felix Klauser sagt, dass "die Anspannung in Russland ziemlich groß ist".
01.09.2026 | 2:09 minMögliche deutsche Reaktionen
Mit welchen Maßnahmen die deutsche Regierung auf die neuen Erkenntnisse reagieren wird, ist noch unklar. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte vergangene Woche angekündigt, dass die Verantwortlichen dafür "bezahlen" werden müssen. Im Kabinett gebe es eine "weitgehende Einigung" wie auf den Vorfall reagiert werden soll.
Damit beginnen für die deutsche Außenpolitik jetzt wirklich entscheidende Stunden. Russland eskaliert in Deutschland - und Deutschland eskaliert zurück.
Andreas Kynast, ZDF-Hauptstadtkorrespondent
Die deutschen Möglichkeiten sind allerdings begrenzt. Spekuliert wird aktuell die Ausweisung von russischen Diplomaten oder Sanktionen gegen das Russische Haus, ein Veranstaltungs- und Kulturzentrum in Berlin, das von der russischen Regierung betrieben wird und im Verdacht steht den russischen Geheimdienst bei Spionageaktivitäten zu unterstützen.
Nach Einschätzung des ZDF-Hauptstadtkorrespondenten Andreas Kynast, der Außenminister Wadephul aktuell begleitet, reiche es diesmal nicht "zum hundertsten Mal den Botschafter einzubestellen". Es müsse jetzt "Konsequenzen geben, die auch wirklich zu so einer glasklaren Beschuldigung passen", so Kynast.
Nach dem Drohnenvorfall Anfang August haben Behörden unlängst ein weiteres Fluggerät entdeckt - möglicherweise mit militärischem Sprengstoff.
25.08.2026 | 2:29 minStaatssekretär: "Alle Scheinwerfer auf die Schattenflotte"
Auch die als Schattenflotte bekannten mutmaßlich russischen Öltanker sollen jetzt mehr in den Fokus genommen werden. Darüber beraten heute die EU-Verteidigungsminister im irischen Wicklow. Der Parlamentarische Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Sebastian Hartmann (SPD), hob dabei das geschlossene Vorgehen der EU-Mitgliedstaaten hervor: "Die Europäische Union handelt gemeinsam, wenn wir da auch Sanktionen durchsetzen wollen."
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