Flugzeug nach Dresden umgeleitet:Erneuter Drohnen-Vorfall am Flughafen Leipzig
von Katja Belousova, Arndt Ginzel, Nils Metzger, Christian Rohde
Am Flughafen Leipzig-Halle wurde erneut eine verdächtige Drohne gesichtet. Eine Passagiermaschine wurde nach Dresden umgeleitet. Eine gezielte Störung war es laut Polizei nicht.
Nach dem Fund einer mit Sprengstoff und Zünder präparierten Drohne am Flughafen Leipzig/Halle läuft die Suche nach den Tätern und möglichen Drahtziehern. Offenbar war es nicht die einzige Drohne.
26.08.2026 | 22:37 minAm Flughafen Leipzig-Halle hat es am Mittwoch wieder einen Sicherheitsvorfall mit einer Drohne gegeben. Wegen einer Drohnensichtung wurde ein Passagierflugzeug vom Typ Airbus A320 nach Dresden umgeleitet.
Die Maschine kam am Mittwochmittag aus dem griechischen Rhodos und musste im Landeanflug auf Leipzig nur rund 80 Meter über dem Boden durchstarten. Das Flugzeug der türkisch-maltesischen Freebird Airlines war also nur wenige Sekunden von der Landung entfernt.
Ein Passagier an Bord berichtete ZDF frontal, dass der Pilot anschließend eine Durchsage über eine Drohnensichtung machte. Ein Sprecher des Flughafens bestätigte auf Nachfrage, dass es einen Sicherheitsvorfall mit einer Drohne gegeben habe. Verletzte oder Schäden am Flugzeug gab es durch den Vorfall nicht.
Nach dem Drohnenvorfall am Leipziger Flughafen Anfang August haben Behörden nach Medienberichten ein weiteres Fluggerät entdeckt – möglicherweise mit militärischem Sprengstoff.
25.08.2026 | 2:29 minWas ist zur gesichteten Drohne bekannt?
Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass es sich bei der gesichteten Drohne um eine gezielte Störung des Flugbetriebs handeln könnte.
Die Polizei Leipzig bestätigte ZDF frontal, dass Personen in der wenige Kilometer entfernten Gemeinde Kabelsketal in Sachsen-Anhalt Luftaufnahmen von einer Baustelle gemacht und dafür eine Drohne genutzt hätten. Die Drohne sei nicht auf das Flughafengelände selbst gelangt; der Ort liegt jedoch innerhalb der Drohnen-Flugverbotszone des Flughafens.
Zur Flugzeug-Umleitung sagte ein Polizeisprecher:
Das ist ein ganz normales Vorgehen bei einer Drohnensichtung.
Sprecher Polizei Leipzig
Angaben, wie die Drohne entdeckt wurde, wollte die Polizei Leipzig nicht machen.
Die Flugroute des umgeleiteten Freebird-Airlines-Flugs MI 1725 von Rhodos nach Leipzig auf Flightradar24.
Quelle: Flightradar24Versuchter Sprengstoff-Angriff auf Flughafen Leipzig
Der Vorfall weckt Erinnerungen an den Leipziger Drohnenvorfall von Anfang August. Dort waren mehrere ukrainische Frachtmaschinen mutmaßliches Ziel von teils mit Sprengstoff bestückten Drohnen. Eine von ihnen wurde zwischen zwei Frachtflugzeugen der ukrainischen Antonow-Airline entdeckt.
Zudem gab es Meldungen, wonach ein durchstartendes DHL-Flugzeug mit einer weiteren Drohne zusammengestoßen sein soll. Ob es zu dieser Kollision mit einer Drohne kam, ist nach Informationen von ZDF frontal offen. Es wurden dazu bisher keine Drohnenteile gefunden, sondern offenbar bei kriminaltechnischen Untersuchungen am Flugzeug auch organische Substanzen. Das würde für eine Kollision mit einem Vogel sprechen.
Sicherheitskreise bestätigten dem ZDF, dass eine weitere Drohne westlich des Flughafens gefunden wurde. An dieser gab es den Angaben zufolge auch Spuren von Sprengstoff. Zuerst hatten "Tagesschau" und "Süddeutsche Zeitung" darüber berichtet. ZDF frontal konnte vor Ort Anwohner sprechen, die rund um den Tatzeitpunkt am 4. August eine Drohne gehört hatten. Ermittler hatten mehrere Zeugen im nahegelegenen Beudnitz vernommen, um die Täter ausfindig zu machen.
Die Bedrohung durch Drohnen bleibt nach wie vor hoch, so Sicherheitsexperte Wiegold. In ihrer Bekämpfung sei die Detektion der Flugkörper der erste und wichtigste Schritt.
18.08.2026 | 4:41 minUntersuchungen dauern weiter an
Seit mehreren Wochen versuchen Spezialkräfte der Bundespolizei die Hintergründe des Anschlagsversuchs aufzuklären. Dabei sind sie nach Recherchen von ZDF frontal auf zahlreiche Spuren gestoßen, darunter eine Funkantenne, Drohnenteile und DNA-Spuren.
Mindestens eine der Drohnen war aufwändig mit 5G-Funktechnik ausgestattet, die eine Steuerung über große Distanzen ermöglichte. Auch in der jetzt im Fokus stehenden Gemeinde Kabelsketal hatten Ermittler bereits nach Hinweisen gesucht, dorthin waren verdächtige Funkverbindungen zurückverfolgt worden. Und aus dieser Richtung soll eine der Drohnen von Anfang August Richtung Flughafen geflogen sein.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sprach am Mittwoch davon, dass "Deutschland stärker ins Fadenkreuz hybrider Angreifer gerückt" sei. Und er drohte den Verantwortlichen Konsequenzen an:
Die Bundesregierung erlegt Urhebern hybrider Angriffe einen Preis auf. Sie werden dafür bezahlen.
Bundeskanzler Friedrich Merz
Genaue Angaben zu möglichen Tätern und Konsequenzen machte Merz am Mittwoch nicht.
Die Bundesregierung hat heute in Cochstedt in Sachsen-Anhalt ein neues Forschungszentrum für die Abwehr von Drohnenangriffen eröffnet.
18.08.2026 | 1:37 minFlugsicherung: Hohe Zahl von Drohnensichtungen an Flughäfen
Für Behörden ist es oft schwer, versehentliche Drohnenflüge in Sicherheitszonen von gezielten Störungen zu unterscheiden. Anders als im Fall von Mittwoch können oft keine Verantwortlichen ermittelt werden. Die Folgen für den Flugbetrieb sind erheblich.
Laut Deutscher Flugsicherung (DFS) gibt es "eine hohe Anzahl an Drohnen, die den Flugverkehr im Nahbereich der Verkehrsflughäfen stören". Fluglotsen würden auf festgelegte Verfahren zurückgreifen, die auch vorsehen, dass keine Start- und Landefreigaben erteilt werden.
"Häufige Folgen sind Verspätungen, Umleitungen oder Flugausfälle", so die DFS.
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