Vorfall am Flughafen Leipzig:Wadephul kündigt "konsequente Antwort" nach Drohnenfund an
Nach dem Fund einer Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig plant die Regierung ihre Reaktion. Obwohl die Drahtzieher offiziell unklar sind, werden bereits Konsequenzen gefordert.
Laut Wadephul wird mit Hochdruck an einer Lösung gearbeitet, aber diese müsse sorgfältig abgestimmt werden (ab Minute 04:20).
01.09.2026 | 5:19 minBundesaußenminister Johann Wadephul hat eine ausgewogene und überlegte Reaktion der Bundesregierung auf den Vorfall mit einer Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig angekündigt. Im ZDF-Morgenmagazin sagte der CDU-Politiker:
Es wird (...) eine konsequente Antwort der Bundesregierung geben. Deutschland muss sicher sein. Deutschland muss sich so aufstellen, dass jeder, der uns angreift, weiß, wir finden Antworten. Und das bereiten wir jetzt sorgfältig vor.
Johann Wadephul (CDU), Bundesaußenminister
Wadephul ergänzte, man arbeite mit Hochdruck an der Lösung, aber diese müsse sorgfältig abgestimmt werden. Man müsse genau analysieren, welche Erkenntnisse man habe und in Ruhe absprechen, welche Konsequenzen man daraus ziehe.
Vier Wochen nach dem Drohnenfund am Leipziger Flughafen bereitet die Bundesregierung ihre Reaktion vor. Sollte Russland dahinterstecken, werden schärfere Sanktionen und mehr Drohnenabwehr gefordert.
01.09.2026 | 2:21 minBundesregierung hat sich noch nicht offiziell zu Drahtziehern geäußert
Kanzler Friedrich Merz (CDU) hatte zuvor eine klare Reaktion auf die gescheiterte Drohnenattacke angekündigt. Zu den konkreten Maßnahmen äußerte sich Wadephul am Dienstag ebenso wenig wie dazu, wen die Bundesregierung für den Drahtzieher hält.
Unklar ist weiterhin auch, ob sich Merz persönlich zu Urhebern und Konsequenzen äußern will. Am Rande seines Besuches in der algerischen Hauptstadt Algier sagte Wadephul:
Russland muss wissen, dass Deutschland ein Stabilitätsfaktor in Europa ist, der immer auch zu Verhandlungen bereit ist, aber der sich in keiner Weise einschüchtern lässt.
Johann Wadephul (CDU), Bundesaußenminister
Ob Russland hinter dem Drohnenfund am Leipziger Flughafen steckt, ist unklar. Konsequenzen werden diskutiert. ZDF-Reporter Felix Klauser sagt, dass "die Anspannung in Russland ziemlich groß ist".
01.09.2026 | 2:09 minKiesewetter fordert Taurus-Marschflugkörper
CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter forderte unterdessen bereits Konsequenzen für Russland und Hilfen für die Ukraine. Die Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern an die Ukraine wäre "eine besonders wirksame und glaubwürdige Reaktion und daher dringend erforderlich", sagte er dem "Handelsblatt". Kiesewetter forderte zudem die Aktivierung von Artikel 4 des Nato-Vertrags, der Beratungen der Verbündeten bei einer äußeren Gefährdung vorsieht.
Auch müsse die russische Schattenflotte strenger kontrolliert werden. "Das Ziel möglicher Maßnahmen muss sein, maximal wirksam Druck auf Russland auszuüben", betonte Kiesewetter. Er forderte die Bundesregierung auf, "den politisch bequemen Weg der Beschwichtigung" zu verlassen.
Auch der parlamentarische Staatssekretär Sebastian Hartmann betonte am Rande eines informellen Treffens der EU-Verteidigungsminister in Irland, es müssten "alle Scheinwerfer auf die Schattenflotte" gerichtet werden. Mit den oft maroden Tankern umgehe Russland internationale Sanktionen und finanziere seinen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine.
Nach dem Fund einer mit Sprengstoff und Zünder präparierten Drohne am Flughafen Leipzig/Halle läuft die Suche nach den Tätern und möglichen Drahtziehern. Offenbar war es nicht die einzige Drohne.
26.08.2026 | 22:37 minErmittlungen kurz vor dem Abschluss
Eine mit Sprengstoff präparierte Drohne war am Abend des 4. August im Sicherheitsbereich des Flughafens Leipzig/Halle zwischen ukrainischen Frachtmaschinen entdeckt worden. Merz hatte am Sonntag im ARD-Sommerinterview gesagt, die Ermittlungen stünden kurz vor dem Abschluss. "Wir haben eine weitgehende Einigung in der Bundesregierung, wie wir reagieren."
Die Bundesregierung will ihre Reaktion auch mit europäischen Partnern und innerhalb der Nato abstimmen. Wadephul reist am Abend zum Treffen der EU-Außenminister nach Irland.
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