Vergleich zu Ruheständlern im Westen:Ost-Rentner: Kaum weniger Geld, aber seltener Eigentum
Ruheständler in den ostdeutschen Bundesländern haben nur minimal weniger Geld zur Verfügung als solche in westdeutschen Ländern. Unterschiede gibt es aber bei Eigentum und Miete.
Das Armutsrisiko für Menschen im Ruhestand liegt im Osten des Landes auf einem ähnlichen Niveau wie im Westen (Archivfoto).
Quelle: IMAGO / Chris Emil JanßenRuheständler in Ostdeutschland haben zwar fast das gleiche Einkommen wie die im Westen, leben aber deutlich seltener im Eigentum. Das geht aus neuen Daten des Statistischen Bundesamtes vom Dienstag hervor.
Demnach verfügen Haushalte von Personen im Ruhestand ab 65 Jahren im Osten über ein mittleres Nettoeinkommen von 2.270 Euro im Monat. Im Westen sind es mit 2.350 Euro etwas mehr. Während im Westen jedoch 61 Prozent der Ruheständler im Eigentum wohnen, sind es im Osten nur 44 Prozent.
"Wir machen das jetzt", sagte Bundeskanzler Merz im ARD-Sommerinterview zur geplanten Rentenreform - trotz der zuletzt geäußerten Kritik an den Plänen.
30.08.2026 | 1:19 minMehrheit der Rentner im Osten wohnt zur Miete
Die Statistiker wiesen darauf hin, dass selbst genutztes Wohneigentum zwar einen wichtigen Vermögenswert darstellt, aber nicht in die Einkommensberechnung einfließt. In den westlichen Bundesländern leben 39 Prozent der Ruheständler zur Miete, in den östlichen Bundesländern ist es mit 56 Prozent die Mehrheit.
Die unterschiedliche Wohnsituation spiegelt sich in der Herkunft der Einkünfte wider. So sind Ruheständler im Osten stärker von gesetzlichen Renten und Pensionen abhängig. Diese machen dort 96 Prozent des Haushaltseinkommens aus. Im Westen liegt dieser Anteil bei 92 Prozent. Dort stammen im Gegenzug gut 4 Prozent der Einkünfte aus Vermögen wie Mieteinnahmen oder Kapitalerträgen. Im Osten ist dieser Anteil mit nur 1 Prozent verschwindend gering.
Es gehe darum, "dafür zu sorgen, dass das zukünftige Gesamtsicherungsniveau höher ist", so der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Thorsten Frei über die Rentenpläne. Es sei "das Wesen eines Kompromisses, aufeinander zuzugehen".
05.08.2026 | 5:19 minArmutsrisiko im Ruhestand in Ost und West fast gleich
Trotz der strukturellen Unterschiede beim Vermögen ist das Armutsrisiko für Ruheständler in Ost und West nahezu identisch. Bundesweit galten 18,9 Prozent der Menschen ab 65 Jahren im Ruhestand als armutsgefährdet. In den östlichen Bundesländern lag die Quote mit 18,5 Prozent auf einem ähnlichen Niveau wie in den westlichen mit 19,0 Prozent.
Als armutsgefährdet gilt nach EU-Definition, wer über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung verfügt.
Ministerpräsidenten drängen auf Beachtung der Situation im Osten
Die Regierungschefs Michael Kretschmer aus Sachsen, Sven Schulze aus Sachsen-Anhalt und Mario Voigt aus Thüringen (alle CDU) haben jüngst in einem gemeinsamen Papier erklärt, dass die Besonderheiten in Ostdeutschland stärker in die Debatte über die Renten- und Pflegereform einbezogen werden müssten. Die drei fordern keinen Verzicht auf die Abschaffung der sogenannten "Rente mit 63", aber Übergangsregeln.
Die Rentenreform sollte vollständig umgesetzt werden – doch aus den Bundesländern kommt weiter Gegenwind. Im Fokus der Debatte steht immer wieder die "Rente mit 63".
05.08.2026 | 2:10 minLassen Sie sich Beiträge von ZDFheute bevorzugt bei Google anzeigen.
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