Nach Drohnenfund in Leipzig:Putin bezeichnet Berlins Sanktionen als "schweren Fehler"
Nach dem Fund einer nicht explodierten Sprengstoff-Drohne auf dem Flughafen Leipzig/Halle verkündet die Bundesregierung Strafmaßnahmen gegen Russland. Der Kremlchef reagiert.
Präsident Putin weist Berlins Vorwürfe zum Drohnen-Vorfall zurück und behauptet, Deutschland habe "Beweise gefälscht", berichtet ZDF-Korrespondent Klauser in Wladiwostok.
02.09.2026 | 2:15 minDer russische Präsident Wladimir Putin hat deutsche Strafmaßnahmen gegen Russland nach dem Vorfall mit einer Sprengstoff-Drohne auf dem Flughafen Leipzig/Halle als "schweren Fehler" bezeichnet.
"Wo sind die Beweise?", fragte der Kremlchef auf einer Pressekonferenz in Bischkek (Kirgistan) nach dem Gipfeltreffen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO). Bisher vorgelegte Belege bezeichnete er als "gefälscht". Die Reaktion der Bundesregierung um Bundeskanzler Friedrich Merz sei vor allem innenpolitisch motiviert.
Merz hat das Vertrauen der Bürger verloren, da er die nationalen Interessen Deutschlands nicht schützt.
Wladimir Putin, Russlands Präsident
Die Zukunft der derzeitigen politischen Spitze Deutschlands stehe bei den kommenden Wahlen aufgrund der wirtschaftlichen Probleme auf dem Spiel.
Zuvor hatten Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Außenminister Johann Wadephul (CDU) Russland verantwortlich gemacht für den Drohnenvorfall und Strafmaßnahmen angekündigt. Wadephul sagte, dass etwa das russische Konsulat in Bonn geschlossen werden soll. Zudem werde der Vertrag für das Russische Haus in Berlin gekündigt.
Die Regierung macht Russland für den hybriden Angriff in Leipzig verantwortlich. Erkenntnisse sprechen für eine russische Involvierung. Wadephul und Dobrindt kündigten Maßnahmen gegen Moskau an.
01.09.2026 | 11:30 minRussischer Botschafter sieht "beispiellose Eskalation"
Auch Russlands Botschafter Sergej Netschajew wies die Anschuldigungen als "absurd" zurück. Berlin habe seine Vorwürfe nicht belegt, sie widersprächen auch dem gesunden Menschenverstand, sagte Netschajew einer Mitteilung der Botschaft zufolge. Er war zuvor ins Auswärtige Amt einbestellt worden.
Netschajew sagte, dass alle Mitarbeiter des Generalkonsulats in Bonn und des Russischen Hauses sowie ihre Familienangehörigen aufgefordert worden seien, das Hoheitsgebiet der Bundesrepublik Deutschland in kürzester Zeit zu verlassen.
Die deutsche Seite bezeichnete diese Schritte als eine "abgewogene und verhältnismäßige" Reaktion und äußerte die Erwartung, dass die russische Seite von Gegenmaßnahmen absehen werde.
Sergej Netschajew, Russlands Botschafter
Der Mitteilung zufolge erklärte der Botschafter, dass die von deutscher Seite angekündigten Maßnahmen "eine beispiellose Eskalation in den russisch-deutschen Beziehungen darstellen und nicht ohne Folgen bleiben werden". Allein die Bundesregierung trage dafür die Verantwortung.
Lassen Sie sich Beiträge von ZDFheute bevorzugt bei Google anzeigen.
→ Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.
Mehr zum Drohnen-Vorfall
- Analyse
Nach Drohnen-Vorfall von Leipzig:Wie hart sind die Maßnahmen gegen Russland?
von Johannes Liebermit Video2:51 Flugzeug nach Dresden umgeleitet:Erneuter Drohnen-Vorfall am Flughafen Leipzig
von Katja Belousova, Arndt Ginzel, Nils Metzger, Christian Rohdemit Video22:37Drohnen am Flughafen :Leipzig: Offenbar weitere Drohne mit Sprengstoff entdeckt
mit Video2:29Drohnenvorfall am Leipziger Flughafen:Merz zu hybriden Angriffen: "Sie werden dafür bezahlen"
mit Video9:11