CDU-Sieg in Rheinland-Pfalz:Wunden für die SPD
von Bettina Schausten, ZDF-Chefredakteurin
Die SPD verliert trotz Amtsbonus deutlich, die CDU kehrt nach 35 Jahren zurück an die Macht. Das Ergebnis erhöht den Druck auf die schwarz-rote Koalition.
Der Wahlsieg von Gordon Schnieder ist Bestätigung für Kanzler Merz, so ZDF-Chefredakteurin Schausten. Doch um Wunden der SPD nach zwei Landtagswahlen muss er sich ebenso kümmern.
22.03.2026 | 2:19 minEs sei der "Kampf seines Lebens", hat Alexander Schweitzer in diesem Wahlkampf häufig gesagt. Nun hat er ihn verloren. Fast zweistellige Verluste für die SPD: Der Amtsbonus des Ministerpräsidenten hat am Ende fürs Aufholen, aber nicht für den Sieg gereicht.
Keinerlei Rückenwind aus Berlin, im Gegenteil, die SPD mit Profilschwäche und Absteiger-Image, das war für Schweitzer nicht einzufangen. Auch, weil er einen vertrauenswürdigen, bodenständigen Gegenkandidaten hatte, der das konservative Klientel im Land von Reben und Rüben erreicht hat.
So konnte CDU-Mann Gordon Schnieder gelingen, was in Baden-Württemberg schief ging: Rheinland-Pfalz für die CDU nach 35 Jahren zurückzuholen. Es ist vor allem sein Sieg, denn auch für ihn war Rückenwind aus Berlin allenfalls ein laues Lüftchen.
Für Friedrich Merz hat der Wahlsieg von Gordon Schnieder die überfällige Bestätigung gebracht, dass die CDU Wahlen gewinnen kann. Der Kanzler hatte hier bekanntermaßen den Mund ziemlich voll genommen. Er wird nun Entlastung spüren und Rückenwind für seinen Reformfrühling, den er - nun aber wirklich - organisieren will. Mit der SPD.
Und das zeigt schon: Auch wenn Merz heute keine eigenen Wunden lecken muss, er muss sich um die des Koalitionspartners kümmern. Die zweifache Wahlniederlage macht die Sozialdemokraten zu schwierigen Partnern, die nun erst recht beweisen müssen, dass sie in der Koalition punkten können. Das muss Merz einkalkulieren - und darauf setzt offenbar die SPD-Führung Klingbeil und Bas, die sich heute zwar zerknirscht, aber ziemlich resistent gaben.
Es wird ein Signal brauchen: "Wir haben verstanden", um den Unmut der Basis einzufangen, der sich nach diesem Doppel-Debakel nun Bahn brechen dürfte. Ein solches Signal blieb heute aus.


















































Wahlen in Rheinland-Pfalz: Jeder Fünfte, der zur Wahlurne ging, hat die AfD angekreuzt. Das höchste Ergebnis bisher im Westen, was erneut zeigt: Die AfD ist keine ostdeutsche Regionalpartei. Zum Befund gehört aber auch: Eine breite Mehrheit hat heute für CDU und SPD gestimmt - für eine große Koalition der Mitte. Die in Berlin muss nun zeigen, dass sie etwas bewegen kann. Kein halbes Jahr bis zur nächsten Landtagswahl. Die Zeit rennt.
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