Nach Trumps Druck auf Bündnis:Wadephul: Nato "nicht zuständig" für Straße von Hormus
US-Präsident Trump forderte Unterstützung von Nato-Ländern, um die Straße von Hormus zu sichern. Bundesaußenminister Wadephul erteilte einem Nato-Einsatz dort eine Absage.
Der deutsche Außenminister Johann Wadephul erteilt der Forderung von US-Präsident Trump, dass die Nato sich an der Sicherung der Straße von Hormus beteiligen solle, eine vorläufige Absage.
Quelle: AFPBundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat sich skeptisch über einen möglichen Nato-Einsatz zur Sicherung der Straße von Hormus geäußert. Er sehe nicht, dass die Nato "zuständig werden könnte für die Straße von Hormus", sagte Wadephul am Montag vor einem Treffen der EU-Außenminister in Brüssel.
Angesichts der Fortsetzung des Krieges der USA und Israels gegen den Iran stelle sich die Frage "zum jetzigen Zeitpunkt" nicht, fügte Wadephul hinzu.
Wir wollen zunächst einmal von Israel und den Vereinigten Staaten von Amerika erfahren, wann sie ihre militärischen Ziele im Iran erzielt haben wollen.
Johann Wadephul, Bundesaußenminister (CDU)
Erst nachdem die Kriegsziele beider Länder bekannt seien, könne "eine Sicherheitsarchitektur für diese gesamte Region" definiert werden, so der Außenminister. Im Fall einer Zuständigkeit würden sich die Nato-Gremien damit entsprechend befassen. "Ich denke, wenn wir da sind, können weitere Fragen beantwortet werden."
Die EU-Außenminister beraten über Trumps Forderung, sich an der Sicherung der Straße von Hormus zu beteiligen. Die "Erpressung" sorge in Brüssel für Verwirrung, so ZDF-Korrespondent Ulf Röller.
16.03.2026 | 1:04 minTrump forderte Nato-Mission für Senkung des Ölpreises
US-Präsident Donald Trump hatte in einem Interview mit der "Financial Times" den Druck auf die Nato-Verbündeten erhöht, sich an einem internationalen Marineeinsatz zu beteiligen. Damit sollte die Schifffahrt durch die für die internationale Ölversorgung wichtige Straße von Hormus gesichert werden. Eine ausbleibende Unterstützung durch Nato-Partner wäre "sehr schlecht" für die Zukunft des Verteidigungsbündnisses, sagte Trump.
Seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar ist die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft, durch das iranische Militär de facto gesperrt. Die Meerenge zwischen der Arabischen Halbinsel und dem Iran wird von den iranischen Revolutionsgarden kontrolliert.
Zudem beschoss der Iran Ölanlagen in mehreren Ländern der Golfregion sowie Öltanker. Diese Entwicklungen ließen die Öl- und Gaspreise in die Höhe schnellen.
Laut Israel sei der Krieg im Iran in einer entscheidenden Phase. Währenddessen bombardieren die USA eine für die Ölproduktion wichtige Insel, um Teheran zur Freigabe der Straße von Hormus zu bringen.
14.03.2026 | 1:39 minRegierungssprecher: "Nicht Krieg der Nato"
Als sehr unwahrscheinlich gilt ein Nato-Einsatz vor der Küste des Irans vor allem deswegen, weil die Straße von Hormus nicht zum Bündnisgebiet zählt. Die USA können sich deswegen nicht auf die Beistandspflicht nach Artikel 5 berufen.
Ein Einsatz dort wäre deswegen eine sogenannte "Out-of-Area-Operation", der alle Alliierten zustimmen müssten. Schließlich sei die Nato ein Bündnis zur Verteidigung des Bündnisgebietes - für einen solchen Einsatz fehle ein Mandat, wie Regierungssprecher Stefan Kornelius am Montag betonte:
Dieser Krieg hat mit der Nato nichts zu tun. Das ist nicht der Krieg der Nato.
Regierungssprecher Stefan Kornelius
Wadephul will bei EU-Ministern für Iran-Sanktionen werben
Wadephul bekräftigte, dass "jeder ein Interesse daran" habe, dass "die Freiheit der Seeschifffahrt garantiert" werde. Er werde sich daher beim Außenministertreffen für Sanktionen gegen diejenigen einsetzen, "die verantwortlich sind für die Blockade der Straße von Hormus".
Um Öltransporte in der Straße von Hormus zu sichern, fordert US‑Präsident Trump Hilfe der Nato. Ein Experte warnt im ZDF vor Risiken, wenn militärische Kräfte eingesetzt werden.
16.03.2026 | 5:48 minDamit könne man den Partnern am Golf ein klares Signal der Unterstützung geben. Die Sanktionen könnten nach Angaben von Diplomaten zum Beispiel Akteure aus dem iranischen Sicherheitsapparat treffen.
EU-Marinemission im Roten Meer erweitern?
Die Minister werden bei ihrem Treffen auch die Ausweitung der EU-Marinemission Aspides im Roten Meer diskutieren. "Es liegt in unserem Interesse, die Straße von Hormus offen zu halten, und deshalb beraten wir auch darüber, was wir in dieser Hinsicht tun können", sagte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas.
Es wäre "am einfachsten, tatsächlich den Einsatz zu nutzen, den wir bereits in der Region haben, und ihn vielleicht ein wenig zu verändern", fügte Kallas mit Blick auf Aspides hinzu.
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