Streit um Grönland:Dänen im Weißen Haus: Was heute verhandelt wird
US-Präsident Trump will Grönland unter US-Kontrolle bringen. Kommt es beim Treffen mit Vertretern Dänemarks und Grönlands im Weißen Haus zum Showdown? Die Lage im Überblick.
In Washington kommen nun die Außenminister von Dänemark, Grönland und den USA mit dem US-Vizepräsidenten zusammen.
14.01.2026 | 1:27 minUS-Präsident Donald Trump will die zu Dänemark gehörende Arktisinsel Grönland unter die Kontrolle der Vereinigten Staaten bringen - möglicherweise auch gegen den Willen der Dänen und Grönländer. Kommt es schon heute bei einem Treffen in Washington zum Showdown?
Für die Dänen und Grönländer lässt vor allem die Anwesenheit eines US-Politikers nichts Gutes erwarten. Fragen und Antworten zur Lage im Überblick:
Worum soll es bei dem Treffen in Washington gehen?
Der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen und die für Außenpolitik zuständige grönländische Ministerin Vivian Motzfeldt wollen den Amerikanern klarmachen, dass die USA keinen Anspruch auf Grönland haben und dass die größte Insel der Welt nicht zum Verkauf steht.
Zudem werden sie vermutlich argumentieren, dass sich die strategischen Interessen Trumps auch anders befriedigen lassen können als über einen Anschluss Grönlands an die USA.
Die Nato-Staaten "nehmen die USA beim Wort" in der Frage um Grönland, berichtet ZDF-Korrespondent Andreas Kynast.
13.01.2026 | 2:40 minWer ist bei dem Treffen im Weißen Haus dabei?
Ursprünglich war das Gespräch nur mit Außenminister Marco Rubio geplant. Kurzfristig wurde aber mitgeteilt, dass auch US-Vizepräsident JD Vance teilnehmen wird. Für die Gäste ist dies nicht unbedingt ein gutes Zeichen.
Vance gilt im Gegensatz zu Rubio als Hardliner und als deutlich weniger diplomatisch. Er war auch maßgeblich daran beteiligt, dass es vor einem Jahr im Weißen Haus zu einem Eklat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj kam. Vance hatte Selenskyj damals vor laufenden Kameras Undankbarkeit und Respektlosigkeit vorgeworfen.
Am Rande seiner Reise in die USA spricht sich Außenminister Johann Wadephul für eine stärkere militärische Präsenz auf Grönland aus.
13.01.2026 | 1:05 minWarum will Trump Grönland kontrollieren?
In öffentlichen Äußerungen begründet Trump sein Interesse mit der strategischen Bedeutung der größten Insel der Welt, die zwischen den USA, Russland und Europa liegt und weit in den Polarkreis hineinragt. Das weitgehend autonome, aber zu Dänemark gehörende Grönland mit seinen nur rund 57.000 Einwohnern ist unter anderem wegen seines Rohstoffreichtums und als Basis für die militärische Kontrolle der Arktis interessant.
Zudem könnten sich mit dem Klimawandel zumindest im Sommer neue Schifffahrtsrouten ergeben. Trump verweist zudem auf die zunehmende Präsenz russischer und chinesischer Schiffe in der Region und behauptet, Dänemark sei nicht in der Lage, Grönland ausreichend zu schützen. Die Nato bestätigt die Präsenz Russlands und Chinas in der Region.
Die USA interessieren sich strategisch für Grönland. Wie sehen die Menschen vor Ort das?
12.01.2026 | 5:02 minWie wird die militärische Drohkulisse der USA gesehen?
Dass die Trump-Regierung bislang auch militärischen Zwang nicht ausschließt, um die Kontrolle über Grönland zu erlangen, sorgt in Europa für große Beunruhigung. Als wahrscheinlich gilt aber, dass die Amerikaner dies nur als Drohkulisse einsetzen, um die Insel kaufen zu können.
US-Regierungssprecherin Leavitt unterstrich zuletzt erneut, die USA wollten Grönland kaufen, weil andernfalls China oder Russland die Insel womöglich erwerben oder feindlich übernehmen würden. Es läge "nicht nur im besten Interesse der Vereinigten Staaten, sondern möglicherweise auch im besten Interesse Grönlands, Teil der Vereinigten Staaten zu werden", sagte sie.
Trotz schwieriger Verhältnisse zu Dänemark: Zu den USA gehören will ein Großteil der Grönländer nicht.
09.01.2026 | 2:31 minWas bedeutet der Konflikt für die Nato?
Für die Nato ist die Grönland-Debatte höchst brisant. Einerseits muss das Bündnis um seine Glaubwürdigkeit fürchten, wenn ein führendes Mitglied auf einmal androht, sich durch Zwang Gebiete eines anderen Nato-Staates einzuverleiben - vor allem auch mit Blick auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und Chinas Ansprüche auf Taiwan.
Andererseits wäre es für die Nato ein Super-GAU, wenn die USA im Streit über ein solches Thema aus dem Bündnis austreten würden, weil die Abschreckung der Nato vor allem auf dem Atomwaffenarsenal und der Stärke der konventionellen Streitkräfte der USA beruht.
Was dann passieren würde, ist vollkommen unklar. Sicher ist nur, dass Dänemark nicht den Nato-Bündnisfall ausrufen könnte, weil dazu auch die USA zustimmen müssten. Grundsätzlich ist eine militärische Konfrontation sehr unwahrscheinlich, weil sich vermutlich niemand mit der mächtigsten Militärmacht der Welt anlegen würde.
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