Grönland-Debatte: USA und Dänemark reden direkt miteinander

US-Ansprüche auf Arktis-Insel:Grönland-Debatte: USA und Dänemark reden direkt miteinander

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Die Diskussion um Trumps Anspruch auf Grönland geht in eine neue Runde: Am Mittwoch soll es direkte Gespräche in Washington geben.

Menschen nehmen an einem Marsch teil, der vor dem US-Konsulat endet, unter dem Motto „Grönland gehört dem grönländischen Volk“ in Nuuk, Grönland.

US-Präsident Trump erhebt weiter Anspruch auf Grönland. Jetzt seien die Europäer gefragt, sagt Sicherheitsexperte Christian Mölling im ZDF.

12.01.2026 | 3:43 min

Im Streit um US-Ansprüche auf Grönland trifft sich der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen an diesem Mittwoch in Washington mit US-Vizepräsident JD Vance und US-Außenminister Marco Rubio. An dem Treffen soll auch die für Außenpolitik zuständige grönländische Ministerin Vivian Motzfeldt teilnehmen, wie die dänische Nachrichtenagentur Ritzau unter Berufung auf Rasmussen meldete.

Gespräch auf Bitten von Dänemark und Grönland

Vance werde auf eigenen Wunsch an dem Treffen im Weißen Haus teilnehmen, so der dänische Außenminister nach einer Sitzung des Auswärtigen Ausschusses in Kopenhagen. Man wolle die Situation in einem Rahmen erörtern, wo man sich in die Augen schauen könne. Weitere Kommentare wolle er derzeit nicht abgeben.

Blick auf einen Teil der grönländischen Hauptstadt Nuuk.

Trotz schwieriger Verhältnisse der Grönländer zu Dänemark - die Insel war früher dänische Kolonie: Zu den USA gehören will ein Großteil des jetzt überwiegend autonomen Landes auch nicht.

09.01.2026 | 2:31 min

Zuvor hatte es einen tagelangen verbalen Schlagabtausch zwischen US-Präsident Donald Trump und dänischen Politikern, darunter auch Ministerpräsidentin Mette Frederiksen, gegeben. Trump will Grönland den USA einverleiben. Dänemark und Grönland hatten daraufhin um ein Gespräch gebeten.

Trump: Nationale Sicherheitsinteressen

Grönland mit seinen rund 57.000 Einwohnern ist weitgehend autonom, gehört aber offiziell zum Königreich Dänemark. Trump hatte in den vergangenen Tagen erneut mit der Annexion Grönlands gedroht und dies mit nationalen Sicherheitsinteressen begründet. Jüngst machte er klar, dass es ihm um einen langfristigen Besitz von Grönland geht.

Wir sprechen über Erwerb, nicht über eine Pacht.

Donald Trump, US-Präsidentt

Immer wieder rechtfertigt Trump den Gebietsanspruch damit, dass sich sonst China oder Russland die Insel einverleiben würden. Zudem verwies er auf deren strategische Bedeutung und Bodenschätze.

Trump verteilt auf einer seiner Wahlkampf Ereignissen in Michigan Kappen mit der Aufschrift "Make America great again". In den letzten Tagen gibt er nochmal alles, um die Bürger*innen für sich zu gewinnen.

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11.01.2026 | 4:46 min

Rückendeckung von europäischen Partnern für Dänemark

Trump erhebt seit längerem Besitzansprüche auf Grönland. Schon in seiner ersten Amtszeit sorgte er für Irritationen, als er Interesse am Kauf von Grönland anmeldete. Mit der angedrohten Annexion geht er noch weiter. Das Weiße Haus schloss zuletzt sogar einen Militäreinsatz ausdrücklich nicht aus.

Dänemark und Grönland weisen Trumps Besitzansprüche seit Wochen mit Unterstützung zahlreicher europäischer Partner - darunter Deutschland - vehement zurück.

Wenn ein Nato-Land ein anderes angreife, dann höre alles auf, hatte Dänemarks Regierungschefin Frederiksen gesagt. Grönland gehört als Teil des Königreichs Dänemark zur Nato. Die Arktisinsel war bis 1953 dänische Kolonie und ist inzwischen weitgehend autonom. Für die Sicherheits- und Verteidigungspolitik ist aber weiter Dänemark zuständig.

Theveßen zu US-Interessen

Neben Sicherheitsinteressen gehe es den USA auch darum, "die Macht zu haben, die Rohstoffe auch in Grönland selber zu kontrollieren", so ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen.

12.01.2026 | 1:26 min

Stärkere Nato-Präsenz in Arktis im Gespräch

Mehrere Nato-Staaten wie Großbritannien hatten sich zuletzt für einen Ausbau der Bündnispräsenz in der Arktis ausgesprochen. Ein Vorschlag sieht Diplomaten zufolge einen Überwachungseinsatz mit dem Namen "Arctic Sentry" (deutsch etwa: Wächter der Arktis) vor. Er soll den Amerikanern das Argument nehmen, dass die Sicherheit in der strategisch wichtigen Region nicht ausreichend gewährleistet werden kann.

Flaggen von Dänemark und Grönland

Der Klimawandel war lange Grönlands größte Herausforderung. Doch die USA erheben Ansprüche auf die zu Dänemark gehörende Insel, Trump schließt einen Militäreinsatz nicht aus. Wie reagiert die EU?

08.01.2026 | 3:24 min

Unterstützt werden die Pläne für eine stärkere Bündnispräsenz in der Arktis unter anderem von Deutschland und Großbritannien. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) geht davon aus, dass die USA sich an einer stärkeren Nato-Präsenz rund um Grönland beteiligen werden. "Wir teilen die amerikanischen Besorgnisse, dass dieser Teil Dänemarks besser geschützt werden muss", sagte Merz.

"Wir wollen einfach die Sicherheitslage für Grönland gemeinsam verbessern. Und ich gehe davon aus, dass die Amerikaner sich daran auch beteiligen."

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Quelle: dpa
Über dieses Thema berichteten unter anderem das Mittagsmagazin am 12.01.2026 ab 12:00 Uhr und das heute journal ab 22.15 Uhr.

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