Trump deutet Annexion durch USA an:Frederiksen: Bei Angriff auf Grönland "ist alles vorbei"
US-Präsident Donald Trump pocht auf die Bedeutung Grönlands für US-Interessen. Dänemark und Grönland zeigen sich alarmiert und warnen vor dramatischen Folgen eines Angriffs.
In der Diskussion um Trumps Pläne, Grönland einzunehmen, hat die dänische Ministerpräsidentin die USA vor einem Angriff gewarnt.
06.01.2026 | 0:25 minDie Regierungen Grönlands und Dänemarks zeigen sich alarmiert wegen der jüngsten Aussagen von US-Präsident Donald Trump über eine mögliche Annexion Grönlands durch die USA. "Das reicht jetzt", erklärte der grönländische Regierungschef Jens Frederik Nielsen.
Die Regierungschefin Dänemarks, Mette Frederiksen, warnte, mit einem Angriff auf einen Nato-Partner würden die USA das Ende des Militärbündnisses besiegeln. Trump hatte zuvor gesagt, die USA würden sich "in rund zwei Monaten um Grönland kümmern".
Bei der Nato in Brüssel fühlen sich viele mit Trumps Grönland-Ansprüchen überfordert, sagt ZDF-Korrespondent Ulf Röller.
05.01.2026 | 1:30 minTrump: Brauchen Grönland für "nationale Sicherheit"
"Wir brauchen Grönland aus Gründen der nationalen Sicherheit, und Dänemark wird nicht dazu in der Lage sein", sagte Trump am Sonntag an Bord der Air Force One. "Lassen Sie uns in 20 Tagen über Grönland sprechen." In einem Telefoninterview mit dem US-Magazin "The Atlantic" betonte er:
Wir brauchen Grönland, unbedingt. Wir brauchen es zur Verteidigung.
Donald Trump, US-Präsident
Grönlands Regierungschef Nielsen wies Trumps Drohungen entschieden zurück. "Kein weiterer Druck. Keine weiteren Andeutungen. Keine weiteren Annexions-Fantasien", schrieb er auf Facebook. "Wir sind offen für Dialog. Wir sind offen für Diskussionen", betonte er. Dies müsse aber "über die angemessenen Kanäle und unter Achtung des Völkerrechts geschehen".
Nach dem Angriff auf Venezuela bekräftigt Trump seine Gebietsansprüche auf die Insel Grönland. Was Europa dagegen tun will – die Analyse bei ZDFheute live.
06.01.2026 | 31:19 minTrump-Berater: Niemand stellt sich wegen Grönland gegen USA
Am Samstag hatte die Frau des einflussreichen Trump-Beraters Stephen Miller mit einem Bild Grönlands in den Farben der US-Flagge Empörung ausgelöst. Im Interview mit dem US-Sender CNN bekräftigte Stephen Miller kurz darauf den US-Anspruch auf die Kontrolle über das zu Dänemark gehörende Grönland als "offizielle Position der US-Regierung".
Auf die wiederholte Frage eines CNN-Moderators, ob die Regierung einen Militäreinsatz zur Einnahme Grönlands ausschließe, sagte der stellvertretende Stabschef von US-Präsident Trump:
Niemand wird wegen der Zukunft Grönlands militärisch gegen die Vereinigten Staaten kämpfen. Das macht keinen Sinn.
Stephen Miller, Berater von Donald Trump
Frederiksen: Mit US-Angriff auf Grönland ist "alles vorbei"
Dänemarks Ministerpräsidentin Frederiksen rief die USA auf, ihre "Drohungen gegen einen historischen Verbündeten" einzustellen. Es sei "absolut absurd zu sagen, dass die Vereinigten Staaten die Kontrolle über Grönland übernehmen sollten".
In einem TV-Interview warnte sie am Montag vor den Folgen eines möglichen US-Angriffs auf die Insel Grönland, die zum Nato-Mitglied Dänemark gehört. Sollten sich die USA zu einer solchen Attacke entscheiden, "dann ist alles vorbei", sagte Frederiksen. Dies betreffe die Nato und damit auch die Sicherheitsarchitektur nach dem Zweiten Weltkrieg. Ihre Regierung tue "alles, was möglich ist, damit dies nicht geschieht".
War Venezuela der Anfang einer neuen Strategie der US-Außenpolitik? "Nato und EU haben Grund besorgt zu sein", sagt ZDF-Korrespondentin Claudia Bates.
05.01.2026 | 9:11 minWadephul will Gespräche zwischen USA und Dänemark
Die Bundesregierung pochte auf die Einhaltung des Völkerrechts. "Grenzen dürfen nicht mit Gewalt verschoben werden" und "Gebiete dürfen nicht zwangsweise annektiert werden", sagte Vizeregierungssprecher Sebastian Hille in Berlin.
Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) mahnte Gespräche innerhalb der Nato über eine Stärkung der Verteidigung an. Trump habe "richtigerweise darauf hingewiesen", dass es ein verstärktes chinesisches und russisches Interesse an der Arktis-Region gebe, sagte Wadephul. Dänemark, das für die Verteidigung Grönlands zuständig sei, "sei mit Sicherheit bereit, über diese Fragen mit den USA zu sprechen".
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