US-Ansprüche auf Grönland: Social-Media-Post löst Streit aus

Anspielung auf Venezuela-Angriff:Kritik an Grönland-Post aus Trumps Umfeld

|

Eine US-Influencerin sorgt mit einem Post für Irritationen: Er zeigt Grönland in US-Farben. Darüber steht "BALD". US-Präsident Trump legt nach - und verärgert damit Kopenhagen.

Donald Trump Jr. besucht Grönland

US-Präsident Trump droht nach dem Angriff auf Venezuela nun Kolumbien. Auch Dänemark, zu dem Grönland gehört, ist alarmiert. Trump hat wiederholt Ansprüche auf die Insel angemeldet.

05.01.2026 | 1:33 min

Ein Social-Media-Beitrag hat zu diplomatischen Verstimmungen zwischen den USA und Dänemark geführt.

In dem Post auf X von Ex-Regierungsberaterin und Influencerin Katie Miller war eine Karte der zu Dänemark gehörenden Insel Grönland in den Farben der US-Flagge zu sehen. Dazu schrieb sie in Großbuchstaben ein einziges Wort: "BALD".

X-Post von Katie Miller

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von X nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von X übertragen. Über den Datenschutz dieses Social Media-Anbieters können Sie sich auf der Seite von X informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Meine News“ jederzeit widerrufen.

Katie Miller hat über ihren Mann, Vize-Stabschef Stephen Miller, noch immer enge Beziehungen ins Weiße Haus. Nur einen Tag nach dem US-Angriff auf Venezuela schürte der Beitrag neue Ängste vor US-Begehrlichkeiten auf das autonom verwaltete Gebiet in der Arktis.

Grönland und die Trump-Debatte

Im März wählt Grönland ein neues Parlament, mitten im Gerangel zwischen den USA und Dänemark um das Autonomiegebiet. Viele Grönländer sind verunsichert von Trumps Drohungen.

26.02.2025 | 2:02 min

Trump heizt Grönland-Diskussion weiter an

US-Präsident Donald Trump ließ sich nicht lange bitten und sagte dem Magazin "Atlantic" kurze Zeit später:

Wir brauchen Grönland absolut.

Donald Trump, US-Präsident

Die Insel sei "umzingelt von russischen und chinesischen Schiffen". Trump hatte schon öfter damit gedroht, Grönland den USA einzuverleiben. Auch militärische Mittel schloss er nicht aus.

Eine Nahaufnahme von Präsident Trump. Er ist auf einer Pressekonferenz und spricht in ein Mikrofon.

In der Debatte um umstrittene Besitzansprüche der USA an Grönland verweist Präsident Trump auf Moskau und Peking. Rund um die Insel sehe man überall russische und chinesische Schiffe.

23.12.2025 | 1:42 min

Dänemarks Regierungschefin Frederiksen weist US-Drohungen zurück

Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen reagierte prompt, wie die Nachrichtenagentur Ritzau meldete.

In einer Mitteilung rief sie die USA dazu auf, "mit den Drohungen gegen einen historisch engen Verbündeten aufzuhören und gegen ein anderes Land und ein anderes Volk, das deutlich gesagt hat, dass es nicht zum Verkauf steht."

Grönländischer Regierungschef fordert Respekt

Grönlands Regierungschef Jens-Frederik Nielsen hatte sich zuvor bemüht, die Situation zu entschärfen, blieb aber bestimmt. "Lassen Sie mich zunächst ganz ruhig und ganz klar sagen, dass es weder Grund zur Panik noch zur Beunruhigung gibt", schrieb er auf Facebook. Der Post Millers ändere "rein gar nichts", so Nielsen und fügte hinzu:

Unser Land steht nicht zum Verkauf, und unsere Zukunft wird nicht durch Beiträge in sozialen Medien entschieden.

Grönlands Regierungschef Jens-Frederik Nielsen

Das Bild sei dennoch respektlos, kritisierte er. Grönland sei eine demokratische Gesellschaft mit Selbstverwaltung, freien Wahlen und starken Institutionen. "Unsere Position ist fest im Völkerrecht und in international anerkannten Abkommen verankert", so Nielsen weiter.

Donald Trump sitzt mit ernster Miene neben Jeff Landry.

US-Präsident Trump hat den republikanischen Gouverneur von Louisiana, Jeff Landry, zum Sondergesandten für Grönland ernannt. Dänemark reagierte empört und bestellte den US-Botschafter ein.

22.12.2025 | 1:03 min

Dänischer Botschafter verweist auf gemeinsame Sicherheitskooperation

Auch Dänemarks Botschafter in Washington hatte verstimmt reagiert. Er repostete die Karte auf X und schrieb dazu: "Nur eine freundliche Erinnerung hinsichtlich der USA und Dänemark: Wir sind enge Verbündete und sollten auch als solche weiter zusammenarbeiten."

Die Sicherheit der USA sei auch diejenige Grönlands und Dänemarks. Man arbeite zusammen, um die Sicherheit in der Arktis zu gewährleisten. Er erinnerte zudem an Erhöhungen im dänischen Verteidigungshaushalt. Zum Schluss fügte er an: "Und ja, wir erwarten vollen Respekt für die territoriale Integrität des Königreichs Dänemark."

Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress in dem Beitrag "Trump bekräftigt Anspruch auf Grönland" am 05.01.2026 um 08:40 Uhr sowie heute in Europa am 05.01.2026 ab 16:00 Uhr.

Mehr zu den US-Ansprüchen auf Grönland

  1. Blick auf den Stadtkern der grönländischen Hauptstadt Nuuk. Die Begehrlichkeiten von US-Präsident Trump haben das abgeschiedene Grönland plötzlich in den Fokus der Weltöffentlichkeit gerückt.

    US-Präsident bekräftigt Anspruch:Trump: "Wir brauchen Grönland für die nationale Sicherheit"

    mit Video1:42

  2. Carsten Hauptmeier
    Update

    Update am Abend:Trumps Botschaften an Grönland und die Welt

    von Carsten Hauptmeier

  3. Der dänische Außenminister Lars Loekke Rasmussen wird am 17.09.2025 vor dem Büro des Premierministers in Kopenhagen befragt.

  4. Jens Frederik Nielsen, Ministerpräsidentin von Grönland, beim Treffen am 02.10.2025 der Europäischen Politischen Gemeinschaft (EPG) am 02.10.2025

    Gipfel in Kopenhagen:Grönland will näher an EU rücken

    mit Video6:32