USA, Ukraine und Russland an einem Tisch: Was bedeutet das?

Neue Gespräche und Sicherheitsgarantien:USA, Ukraine und Russland an einem Tisch: Was bedeutet das?

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Ukraine-Präsident Selenskyj verkündet neue Gespräche mit Russland und das 'Ja' der USA zu Sicherheitsgarantien. US-Vertreter Witkoff reiste nach Moskau. Was bedeutet all das?

Ukraine-Karte im Hintergrund, davor Trump, Selenskyi und Putin

Erstmals soll es gemeinsame Gespräche zwischen Ukraine, Russland und den USA geben. ZDFheute live erklärt, wer verhandelt und was das für einen möglichen Frieden bedeutet.

22.01.2026 | 32:02 min

Ukraine, Russland, USA - alle an einem Tisch. So hat Wolodymyr Selenskyj in Davos den nächsten Aufschlag für Friedensverhandlungen im Ukraine-Krieg angekündigt. Die Gespräche sollen am Freitag und Samstag zwischen Vertretern der Länder in den Vereinigten Arabischen Emiraten stattfinden. Am Donnerstagabend ist bereits ein weiteres russisch-amerikanisches Treffen im Gange.

Beim Weltwirtschaftsforum in Davos rückte die Ukraine wegen des Streits um Grönland in den Hintergrund. Nach dem Treffen mit Trump verkündete der ukrainische Präsident neben den trilateralen Gesprächen auch die Einigung über Sicherheitsgarantien für das von Russland angegriffene Land.

Christian Mölling in Hemd und Jacket vor Ukraine-Karte

Für einen Waffenstillstand brauche es Kompromissfähigkeit. Die sei aber auf beiden Seiten gering. Auch ein Gespräch zu dritt werde das wohl nicht ändern, meint Sicherheitsexperte Mölling.

22.01.2026 | 17:43 min

Zusagen von Trump an Ukraine? Experte bleibt skeptisch

Das Thema Sicherheitsgarantien sei "erledigt", teilt Selenskyj am Donnerstag in der Schweiz mit. Ob dies nun ein entscheidender Schritt bei der Frage nach einer Friedenslösung ist, "können wir nicht sagen", ordnet Militärexperte Christian Mölling bei ZDFheute live ein. "Wir können wahrscheinlich nicht mal sagen, ob es ein Schritt ist."

Zur Vereinbarung sei nichts bekannt. Vor dem Hintergrund der Äußerungen Trumps in Davos zeigt sich der Experte skeptisch über den Wert einer möglichen Zusage Trumps. Gestern noch habe Trump für den Fall, dass Grönland nicht an die USA übergeben werde, darüber nachgedacht, Hilfen für die Ukraine einzustellen, so Mölling.

Nicht mal 24 Stunden später soll es Sicherheitsgarantien geben. Insgesamt stellt sich schon die Frage, wie belastbar das tatsächlich ist.

Christian Mölling, Sicherheitsexperte

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj spricht beim Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums

Nach Gesprächen mit Trump kündigt Selenskyj an, dass Vertreter der Ukraine, Russlands und der USA bald über ein mögliches Kriegsende verhandeln wollen.

22.01.2026 | 1:29 min

Experte: Russland würde US-Sicherheitsgarantien "testen"

Verlässliche Sicherheitsgarantien müssten bedeuten, dass die USA "egal, was passiert, bereit sind, die Unterstützung der Ukraine (…) hochzufahren", so Mölling. Dabei müsse man darauf eingestellt sein, dass die Sicherheitsgarantien auch durch Russland getestet werden. Letztlich liege es an der Ukraine, auf die Zusagen aus Washington zu vertrauen:

Am Ende des Tages ist die Frage: Verlässt sich Selenskyj auf Trump?

Armin Coerper, ZDF-Korrespondent in Moskau

Bei den trilateralen Gesprächen zwischen der Ukraine, Russland und den USA sieht der Experte wenig Potenzial: "Russland hat immer wieder klar gemacht, (…) was die Kriegsziele sind." Dazu gehöre der Regierungswechsel in Kiew, die Eroberung von vier Gebieten der Ukraine sowie eine militärische Entwaffnung des Landes.

Daher gelte mit Blick auf die Gespräche: "Putin hat selber gar keinen großartigen Spielraum."

Armin Coerper

Russland habe sich zu den von Selenskyj angekündigten Friedensgesprächen bisher nicht geäußert, so ZDF-Korrespondent Coerper. Einiges spreche aber dafür, dass Bewegung in die Sache komme.

22.01.2026 | 4:38 min

ZDF-Korrespondent: "Nervosität und Anspannung" in Moskau

Noch am Abend war Trumps Sondergesandter Steve Witkoff direkt im Anschluss an das Wirtschaftsforum nach Moskau gereist - noch bevor er für die Gespräche in die Vereinigten Arabischen Emiraten aufbricht. Zwar habe es derartige Besuche zuvor mehrfach gegeben, erklärt ZDF-Korrespondent Armin Coerper in Moskau, aber:

Er [Witkoff] soll - und das ist interessant und auffällig - sofort in den Kreml und dort Präsident Putin treffen. Das war in der Vergangenheit bei den anderen Besuchen nicht so. Da war viel mehr Besucherprogramm vorher.

Armin Coerper, ZDF-Korrespondent in Moskau

Den Beobachtern in Moskau werde "Nervosität und Anspannung gezeigt", so Coerper weiter. "Die Stadt ist weitgehend abgesperrt." Kreml-freundliche Journalisten berichteten schon jetzt, "dass Großes bevorsteht".

SGS-Slomka-Coerper

Die Europäer würden sich irritiert von Selenskyjs Kritik zeigen, sagt Isabelle Schaefers in Brüssel. In Moskau fragt Armin Coerper, ob Putin das Verhandlungstempo halten könne.

22.01.2026 | 3:02 min

ZDF-Korrespondent: "Häufung der Gespräche auffällig"

"Die Häufung der Gespräche, die jetzt so dicht aufeinander folgen, (…) das ist schon auffällig", so Coerper. "Und das könnte heißen, dass Bewegung in die Sache kommt."

Ob das Vorgehen rund um den Empfang von Steve Witkoff allerdings Taktik des Kremls sei, ist unklar, so Coerper. Irreführende Informationen zu Verhandlungen habe es in der Vergangenheit bereits von verschiedenen Beteiligten gegeben - auch von der Ukraine.

Das kann alles eine Finte sein.

Armin Coerper, ZDF-Korrespondent in Moskau

Die Interviews führte ZDFheute live Moderatorin Alica Jung.

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Quelle: ZDF
Über dieses Thema berichtete ZDFheute live in der Sendung "USA, Ukraine und Russland an einem Tisch" am 22.01.2026 um 19:30 Uhr.

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