Extremer Winter trifft Ukraine hart - Energieanlagen unter Druck

Analyse

Extreme Kälte verstärkt Schäden:Winter trifft Ukraine sehr hart - Energieanlagen unter Druck

von Christian Mölling, András Rácz

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Die vergangenen Winter in der Ukraine waren relativ mild, doch dieser ist anders. Russland setzt auf die Zerstörung der Energieinfrastruktur. Die Kämpfe in Pokrowsk dauern an.

UKRAINE - RUSSIA - CONFLICT - WAR - BLACKOUT

Kiew ist mit am stärksten betroffen von der Kälte. Ingenieure und Spezialisten des ukrainischen Energienetzes arbeiten daran, zumindest einen Teil der Versorgung wiederherzustellen.

Quelle: AFP

Extreme Wetterbedingungen, das heißt Temperaturen unter minus 10 Grad Celsius, auch tagsüber, ließen die Front praktisch einfrieren. Bewölktes Wetter und häufige Niederschläge in Verbindung mit der Kälte verringerten die Effizienz von Aufklärungs- und Angriffsdrohnen drastisch.

In den letzten drei Kriegswintern hatte die Ukraine relativ viel Glück, als Russland die Energieinfrastruktur angriff, da die letzten drei Winter relativ mild waren. Dieser Winter ist jedoch anders. Laut Wetterberichten werden die extremen Wetterbedingungen noch mindestens acht bis zehn Tage anhalten.

Cars drive along a road during a power outage in downtown Kyiv, Ukraine, 20 January 2026

Die Menschen in der Ukraine frieren; russische Angriffe haben die Infrastruktur des Landes massiv beschädigt. Auch Kiew ist betroffen. Viele Häuser sind ohne Heizung, Menschen verlassen die Stadt

21.01.2026 | 1:55 min

Russland fokussiert Angriffe auf zivile Energieanlagen

Russland konzentriert seine Drohnen- und Raketenangriffe weiterhin auf die Energieinfrastruktur der Ukraine, insbesondere auf die Heizung und die Stromerzeugung. Am 17. Januar berichtete der ukrainische Geheimdienst, dass Moskau einen weiteren schweren Schlag gegen diese zivilen Infrastrukturen vorbereitet. Die extremen Wetterbedingungen verstärken die durch solche Angriffe verursachten Schäden zusätzlich.

Es ist so kalt, dass das Wasser in den Fernwärmesystemen schnell gefriert, wenn die Wasserzirkulation unterbrochen wird (was aufgrund langer Stromausfälle häufig vorkommt), wodurch die Rohre platzen und dauerhafte, kaum reparierbare Schäden entstehen.



Am stärksten betroffen sind die Städte Kiew, Charkiw, Dnipro und Saporischschja. Die Ingenieure und Spezialisten des ukrainischen Energienetzes arbeiten Tag und Nacht daran, zumindest einen Teil der Versorgung wiederherzustellen.

In den betroffenen Städten wurden unterdessen Tausende von Notunterkünften eingerichtet, die als "Points of Unbreakability" (Punkte der Unzerbrechlichkeit) bezeichnet werden und in denen die Anwohner einige Stunden in der Wärme verbringen, ihre Telefone aufladen und eine warme Mahlzeit erhalten können.

Ukrainians attend the Staunchness  Point in Kyiv

Der vierte Kriegswinter trifft die Ukraine besonders hart. Kälte, Stromausfälle, leere Küchen: Hilfszelte versorgen Tausende – während russische Angriffe die Energieinfrastruktur weiter lahmlegen.

21.01.2026 | 2:36 min

Lage an der Front: Pokrowsk noch immer nicht erobert

Auch der Landkrieg geht weiter. Einige ukrainische Einheiten halten noch immer Teile der nördlichen Bezirke von Pokrowsk. Die russischen Streitkräfte versuchen alles, sie zu vertreiben, erleiden jedoch katastrophale Verluste durch konzentriertes Drohnen- und Artilleriefeuer. Die Russen starten einen "Fleischwellenangriff" nach dem anderen, aber weder diese noch die Infiltrationstaktiken sind in den Trümmern der Stadt erfolgreich.

Laut einer offiziellen britischen Quelle beträgt das geschätzte Verhältnis der Verluste der Ukraine und Russlands in Pokrowsk in den letzten Wochen 1:27. Das bedeutet, dass Russland für jeden getöteten ukrainischen Soldaten 27 eigene Verluste zu verzeichnen hat. Offenbar bleibt die Einnahme von Pokrowsk ein vorrangiges Ziel der russischen Militärführung, weshalb der Kreml seine Truppen weiterhin dazu drängt, den Rest der Stadt zu besetzen - unabhängig von den dafür zu zahlenden Kosten.

Ukraine, Kiew: Autos fahren im dunkeln. Gebäude haben keinen Strom und sind schwarz.

In Kiew und anderen Städten haben die Menschen mit Ausfällen der Energieinfrastruktur bei Minusgraden zu kämpfen. Grund dafür sind russische Angriffe.

20.01.2026 | 2:24 min

Zu wenige ukrainische Soldaten in Kostyantynivka

Unterdessen rückten russische Streitkräfte im südwestlichen Teil von Kostyantynivka vor. Da die Stadt noch weitgehend intakt ist, funktioniert die Infiltrationstaktik relativ gut. Bei dieser werden jeweils nur sehr kleine Einheiten entsandt und innerhalb der Stadt konzentriert, da die Ukraine nicht über genügend Soldaten verfügt, um gut bemannte Verteidigungslinien aufrechtzuerhalten.

Zwar können Drohnen viele Aufgaben übernehmen und tun dies auch, doch bei schlechten Wetterbedingungen können kleine Infiltrationsformationen dennoch durchschlüpfen und in die Stadt gelangen. Trotz der anhaltenden Infiltrationsbemühungen gibt es jedoch keine Anzeichen für einen Durchbruch.

hebestreit

Russland nutze das kalte Wetter in der Ukraine, um "die Energieinfrastruktur massiv zu attackieren". Millionen Menschen seien ohne Strom, berichtet ZDF-Reporter Henner Hebestreit aus Kiew.

21.01.2026 | 3:46 min

Polen überlässt seine letzten MiG-Jets der Ukraine

Polen hat bestätigt, dass es alle seine verbleibenden ehemaligen sowjetischen MiG-29-Kampfflugzeuge an die Ukraine übergeben wird. Dies wird einen bedeutenden Beitrag zur Stärkung der ukrainischen Luftwaffe leisten. Die MiG-29 ist zwar veraltet und überholt, aber es handelt sich um ein Kampfflugzeug, mit dem ukrainische Piloten bereits vertraut sind und das sie daher ohne langwierige und kostspielige Umschulungen einsetzen können.

Aktuelle Meldungen zu Russlands Angriff auf die Ukraine finden Sie jederzeit in unserem Liveblog:

Russland greift die Ukraine an
:Aktuelles zum Krieg in der Ukraine

Seit Februar 2022 führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kiew hat eine Gegenoffensive gestartet, die Kämpfe dauern an. News und Hintergründe im Ticker.
Rettungskräfte räumen am 21.11.2025 die Trümmer eines Wohnhauses in Ternopil weg, das bei einem russischen Angriff schwer beschädigt wurde.
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Über dieses Thema berichtete das gemeinsame Morgenmagazin von ZDF und ARD am 21.01.2026 um 5:30 Uhr.

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