Selenskyj kündigt in Davos Dreiergespräch mit Russland und USA an

Ukrainischer Präsident in Davos:Selenskyj kündigt Dreiergespräch mit Russland und USA an

von Julian Degler

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Der ukrainische Präsident Selenskyj hat in Davos Europa und die Nato scharf kritisiert. Zugleich kündigte er neue Friedensgespräche mit Russland im Beisein der USA an.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj spricht beim Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums

Nach Gesprächen mit Trump kündigt Selenskyj an, dass Vertreter der Ukraine, Russlands und der USA bald über ein mögliches Kriegsende verhandeln wollen. US-Sicherheitsgarantien sind vereinbart.

22.01.2026 | 1:29 min

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bei seiner Rede in Davos Europa zum gemeinsamen Handeln aufgefordert. Seinen europäischen Verbündeten und der Nato warf er zu wenig Unterstützung für sein Land im Krieg mit Russland vor.

Gleichzeitig kündigte er neue Friedensgespräche zwischen Vertretern der Ukraine, Russlands und der USA an.

Treffen zwischen USA, Russland und Ukraine geplant

Selenskyj sagte nach seiner Rede auf dem Podium auf Nachfrage, Vertreter der USA, der Ukraine und Russlands würden zeitnah in den Vereinigten Arabischen Emiraten über ein mögliches Kriegsende verhandeln. Die Gespräche auf Expertenebene sollten schon am Freitag und Samstag stattfinden.

Von diesen Gesprächen in Abu Dhabi hatte zuvor auch Trumps Sondergesandter Steve Witkoff gesprochen. Dieser soll am Abend zunächst nach Moskau fliegen, um mit Russlands Präsident Wladimir Putin zu sprechen.

SGS-Slomka-Coerper

Die Europäer würden sich irritiert von Selenskyjs Kritik zeigen, sagt Isabelle Schaefers in Brüssel. In Moskau fragt Armin Coerper, ob Putin das Verhandlungstempo halten könne.

22.01.2026 | 3:02 min

Selenskyj sprach von einem ersten trilateralen Treffen, schraubte aber die Erwartungen zurück. Es sei eine Überraschung der Amerikaner. "Ich hoffe, dass die Emirate Bescheid wissen." Trotzdem sei es wichtig zu sehen, ob Russland zu Kompromissen bereit sei.

Selenskyj mahnt europäischen Zusammenhalt an

Selenskyj betonte in seiner Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos jedoch auch, Europa müsse insgesamt mehr tun, damit "seine Sanktionen die Feinde genauso wirksam blockieren wie die amerikanischen Sanktionen", sagte er laut Übersetzung. Dies bezog er ausdrücklich auch auf russische Ölexporte sowie die sogenannte Schattenflotte.

Wolodymyr Selenskyj (Präsident der Ukraine) in Davos

Sehen Sie hier die gesamte Rede von Wolodymyr Selenskyj im Video von "phoenix vor ort".

22.01.2026 | 48:58 min

"Wenn Europa nicht als globale Kraft wahrgenommen wird, wenn die Maßnahmen schlechte Akteure nicht abschrecken, wenn Europa immer nur reagiert, dann wird es neue Gefahren und Angriffe geben", warnte der ukrainische Präsident beim Weltwirtschaftsforum.

Wir alle sehen, dass die Kräfte, die versuchen, Europa zu zerstören, keinen einzigen Tag verschwenden. Sie agieren frei, sogar innerhalb Europas.

Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine

"Wenn wir gemeinsam handeln, sind wir unbesiegbar", fuhr der ukrainische Präsident fort. Europa könne und müsse eine "globale Macht werden. Keine Macht, die spät handelt, sondern eine, die die Zukunft definiert".

SGS Bates

US-Präsident Trump hat den sogenannten Friedensrat gegründet. Welche Ziele verfolgt er damit und welche Strategie steckt dahinter? Dazu ZDF-Korrespondentin Claudia Bates.

22.01.2026 | 0:56 min

Selenskyj mit Kritik an der Nato

Der ukrainische Präsident übte auch Kritik an der Nato. Das transatlantische Verteidigungsbündnis existiere lediglich Dank des Glaubens, dass die USA im Falle eines Angriffs nicht tatenlos zusehen, sondern helfen würden. "Doch niemand hat das Bündnis bisher in Aktion erlebt", sagte Selenskyj und forderte eine Aufstockung der Streitkräfte.

Selenskyj: "Bereit, ein Teil Europas zu werden, der wirklich Bedeutung hat"

Was eine mögliche Beendigung des Krieges in der Ukraine betrifft, erklärte Selenskyj in seiner Rede: "Die Ukraine arbeitet absolut ehrlich und entschlossen". In Bezug auf ein vorausgegangenes Gespräch mit US-Präsident Donald Trump sagte er: "Die Dokumente, die darauf abzielen, diesen Krieg zu beenden, sind fast bereit."

SGS Röller

Beim Weltwirtschaftsforum in Davos sorgt Selenskyjs Auftritt für Diskussionen. Nach einem Treffen mit Trump übt er scharfe Kritik an EU und Nato. ZDF-Korrespondent Ulf Röller berichtet.

22.01.2026 | 1:08 min

Über den Punkt der Sicherheitsgarantien für das von Russland angegriffene Land habe man sich geeinigt, sagte Selenskyj nach dem Treffen mit Trump in der Schweiz. Das Thema Sicherheitsgarantien sei "erledigt", betonte der ukrainische Präsident. Aber auch Russland müsse bereit sein, den Krieg zu beenden.

Um Frieden zu gewährleisten, sei die Ukraine "bereit, zu helfen - mit allem, was notwendig ist" und dazu, ein Teil Europas zu werden "der wirklich Bedeutung" habe, so Selenskyj.

Links zu sehen ist US-Präsident Donald Trump, rechts sieht man Mirko Drotschmann. Das Bild hat keine ZDF-Logos

Ukraine-Krieg, China und Folgen für globale Preise: Mirko Drotschmann ordnet das Wirtschaftstreffen in Davos ein und zeigt, warum ausgerechnet Donald Trump dort im Fokus steht.

22.01.2026 | 9:29 min

Treffen zwischen Trump und Selenskyj

Nach dem einstündigen Gespräch mit dem ukrainischen Präsidenten sagte Donald Trump vor der Presse, das Treffen sei "sehr gut" verlaufen. Selenskyj sagte ebenfalls, es sei ein "gutes Treffen" gewesen. In Onlinediensten erklärte er, er habe mit Trump auch über Lieferungen für die Luftabwehr gesprochen.

Trump sagte, die Botschaft an den russischen Präsidenten Wladimir Putin laute, dass der Krieg in der Ukraine beendet werden müsse.

US-Präsident Donald Trump verlässt das Weltwirtschaftsforum in Davos.

US-Präsident Trump kündigte bereits am Mittwoch in seiner Rede ein Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj in Davos an.

22.01.2026 | 0:20 min

Trump: Putin und Selenskyj können jetzt ein Abkommen erzielen

Trump versucht, eine Vereinbarung zwischen Selenskyj und Putin herbeizuführen, um den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu beenden. Am Mittwoch äußerte sich der Amerikaner sowohl frustriert über Putin als auch über Selenskyj. "Ich glaube, sie stehen jetzt an einem Punkt, wo sie zusammenkommen und ein Abkommen erzielen können", sagte Trump.

Und wenn sie das nicht tun, sind sie blöd - das gilt für beide.

Donald Trump, US-Präsident

Jared Kushner (l), amerikanischer Geschäftsmann, und Steve Witkoff, Sonderbeauftragter für Friedensmissionen, gehen während des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos durch die Gänge.

Der US-Sondergesandte Witkoff trifft heute in Moskau Präsident Putin zu Gesprächen über die Beendigung des Ukraine-Krieges.

22.01.2026 | 0:25 min

Selenskyjs Teilnahme in Davos war lange unklar

Eine Reise Selenskyjs nach Davos war lange Zeit unsicher gewesen. Er hatte noch am Dienstag gesagt, dass er wegen der andauernden russischen Angriffe aus der Luft viel im eigenen Land zu tun habe. Deswegen werde er nur in die Schweiz reisen, wenn es ein unterschriftsreifes Dokument gebe oder weitere Hilfszusagen etwa zur Lieferung von Flugabwehrwaffen.

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Seit Februar 2022 führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kiew hat eine Gegenoffensive gestartet, die Kämpfe dauern an. News und Hintergründe im Ticker.
Rettungskräfte räumen am 21.11.2025 die Trümmer eines Wohnhauses in Ternopil weg, das bei einem russischen Angriff schwer beschädigt wurde.
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Quelle: AP, dpa, ZDF
Über dieses Thema berichteten am 22.01.2026 mehrere Sendungen, etwa die heute-Nachrichten ab 17 Uhr und ZDFheute live ab 13 Uhr.

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