Nach Trump-Begnadigung:Viele Verurteilte von Kapitol-Attacke freigelassen
Wenige Stunden nach seiner Vereidigung begnadigte US-Präsident Trump fast alle Verurteilten des Kapitolsturms. Die ersten sind auf freiem Fuß - darunter prominente Ultrarechte.
Mehr als 200 Verurteilte des Angriffs auf das US-Kapitol sind am Dienstag aus der Haft entlassen worden. Das teilten Beamte des Federal Bureau of Prisons der Nachrichtenagentur AP mit.
Auch aus der Datenbank der US-Behörde, die für die Bundesgefängnisse zuständig ist, geht hervor, dass mehrere Häftlinge bereits am Montag - also am Tag von Donald Trumps Vereidigung - freigelassen wurden.
"Proud Boys" und "Oath Keepers": Wer unter den Freigelassenen ist
Ihre Haftstrafen waren zuvor durch ein Dekret des neuen US-Präsidenten aufgehoben worden. Insgesamt profitierten mehr als 1.500 Beschuldigte von seiner Anordnung. Auch ranghohe Mitglieder der rechtsradikalen Gruppen "Proud Boys" und "Oath Keepers" wurden nach Trumps Begnadigung aus der Haft entlassen.
Auch Beschuldigte mit besonders hohen Haftstrafen sind inzwischen frei, etwa der Gründer der "Oath Keepers", Stewart Rhodes, der unter anderem wegen "aufrührerischer Verschwörung" zu 18 Jahren Haft verurteilt worden war. Dies ist ein Straftatbestand, der in der Justizgeschichte des Landes nur sehr selten zum Einsatz kam.
Stewart Rhodes nach seiner Freilassung.
Quelle: APDie höchste Strafe im Zusammenhang mit der Kapitol-Attacke hatte der frühere Anführer der "Proud Boys", Henry "Enrique" Tarrio, bekommen: 22 Jahre Haft, ebenfalls wegen "aufrührerischer Verschwörung". Seine Mutter schrieb auf der Plattform X, auch ihr Sohn sei nun in Freiheit. Sie pries ihn als noblen Patrioten.
Zwei Brüder aus West Virginia sind am 6. Januar 2021 nach Washington gefahren, um am Sturm aufs Kapitol dabei zu sein. Beide wurden verurteilt – und erzählen von ihren Motiven.
16.10.2024 | 6:47 minSie war als "Pink Hat Lady" oder "Bullhorn Lady" bekannt, weil sie ein Megafon nutzte, um die Randalierer durch das Kapitol zu dirigieren und eine pinke Mütze trug - auch Rachel Powell begnadigte Trump am 20. Januar. Sie war am 4. Februar 2021 verhaftet worden.
Rachel Powell wurde am Dienstag entlassen, nachdem sie ein Jahr einer fünfjährigen Haftstrafe verbüßt hatte.
Quelle: APTrump weicht Fragen aus
Die Freigelassenen waren für schuldig befunden worden, Pläne zur Verhinderung einer friedlichen Machtübergabe nach der Wahlniederlage Trumps gegen den Demokraten Joe Biden 2020 ausgearbeitet zu haben. Ihre Anwälte bestätigten der Nachrichtenagentur AP die Freilassung am Dienstag.
Trump hatte in den Wochen vor seiner Rückkehr ins Weiße Haus angedeutet, dass er die Anklagen vom 6. Januar von Fall zu Fall prüfen werde. Dass Trump tatsächlich so viele Verurteilte begnadigen würde, war im Vorfeld allerdings nicht erwartet worden.
In einem ZDF-spezial analysierte unter anderem die Politikwissenschaftlerin Liana Fix die Antrittsrede von Donald Trump.
20.01.2025 | 8:46 minAm Dienstag reagierte Trump auf wiederholtes Nachhaken ausschweifend und ohne Bezug auf die Frage, warum er auch jene Kapitol-Stürmer begnadigte, die für gewaltsame Angriffe auf Polizisten verantwortlich waren.
Die Begnadigungen stehen in scharfem Kontrast zu Trumps Selbstdarstellung als entschiedener Unterstützer der Polizei. Auch im Weißen Haus bekräftigte Trump:
Ich bin ein Freund der Polizei, mehr als jeder andere Präsident, der jemals in diesem Amt war.
Donald Trump
Julian Zelizer, Historiker an der Princeton University, sagte zu dem Vorgehen des US-Präsidenten:
Trump wird alles tun, um diejenigen zu schützen, die in seinem Namen handeln.
Julian Zelizer, Historiker
Dies sei ein Versuch die Geschichte des 6. Januars umzuschreiben, sagte er weiter - "in diesem Fall unter Einsatz seiner präsidialen Muskeln, um diejenigen zu befreien, die an dem gewalttätigen Angriff auf das Kapitol beteiligt waren".
Gewaltbereite Anhänger von Trump hatten am 6. Januar 2021 den Sitz des US-Kongresses gestürmt, um die Bestätigung des Wahlsieges von Trumps Gegner Biden zu verhindern. Die Abgeordneten mussten in Sicherheit gebracht werden. Fünf Menschen wurden getötet.
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