US-Präsident sauer auf Kiew und Moskau:Trump "äußerst frustriert" über Ukraine-Gespräche
US-Präsident Trump ist laut seiner Sprecherin "äußerst frustriert" über Kiew und Moskau. Er wolle nur bei einer echten Chance auf Frieden einen Vertreter zu Gesprächen entsenden.
US-Präsident Donald Trump hat für Samstag ein Treffen zu Beratungen über einen Friedensplan für die Ukraine angekündigt. Wer daran teilnehmen wird, ist unklar.
12.12.2025 | 0:24 minUS-Präsident Donald Trump ist nach Angaben des Weißen Hauses "äußerst frustriert" über Russland und die Ukraine. Der Republikaner sei es leid, dass Treffen nur um der Treffen willen stattfänden, sagte seine Sprecherin Karoline Leavitt bei einer Pressekonferenz. Er wolle keine weiteren Gespräche, sondern Taten sehen. Trump sei "äußerst frustriert über beide Seiten dieses Krieges", er wolle, dass der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine ende.
Leavitt betonte gleichzeitig, dass die USA weiterhin engagiert blieben, um dieses Ziel zu erreichen. Nach Trumps Gespräch mit den Europäern am Mittwoch würde aktuell ein Team rund um seinen Sondergesandten Steve Witkoff mit beiden Seiten sprechen. Ob die USA zu einem Treffen am Wochenende in Europa, an dem auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilnehmen soll, Vertreter schicken, ist demnach noch unklar.
Trumps neuer Friedensplan beinhaltet Gebietsabtretungen und eine sogenannte "Sonderhandelszone". Laut ZDF-Reporterin Alica Jung will Selenskyj aber "mit den Amerikanern im Gespräch bleiben".
12.12.2025 | 2:51 minWeißes Haus lässt Teilnahme der USA an Ukraine-Gesprächen offen
"Am Samstag findet ein Treffen statt, wir werden sehen, ob wir daran teilnehmen oder nicht", sagte Trump im Weißen Haus - ohne zu erwähnen, mit wem die Gespräche geführt würden. Er betonte, Vertreter der USA würden an einem solchen dann Treffen teilnehmen, "wenn wir glauben, dass es gute Chancen gibt". Ansonsten wolle man keine Zeit verschwenden.
Es ist noch unklar, ob wir glauben, dass echter Frieden erreicht werden kann und wir wirklich vorankommen können.
Karoline Leavitt, Sprecherin von US-Präsident Trump
Zu der am Mittwoch an die USA übermittelten Antwort der Ukraine auf den von den Vereinigten Staaten vorgelegten Friedensplan erklärte Leavitt lediglich, dass Trump darüber informiert sei.
Wolfgang Ischinger, der langjährige Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, bezeichnet Trumps Friedensplan als "Recipe for Disaster". Er sehe auf russischer Seite "Null komma null Bereitschaft" für einen Kompromiss.
12.12.2025 | 6:17 minSelenskyj: Ukrainisches Volk soll über Gebietsfragen entscheiden
Der US-Friedensplan sieht unter anderem einen Abzug der ukrainischen Armee aus den noch gehaltenen Teilen der Gebiete Donezk und Luhansk vor. Präsident Selenskyj betonte mit Blick auf den US-Plan, dass nur das ukrainische Volk über territoriale Fragen zur Beendigung des Krieges entscheiden kann:
In Form von Wahlen oder in Form eines Referendums, doch muss es die Position des Volkes der Ukraine sein.
Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine
Russland verlangt für einen Waffenstillstand Gebietsabtretungen und auch einen Rückzug ukrainischer Soldaten aus jenen Teilen des Donbass, die Kiew bisher noch kontrolliert. Selenskyj hatte das in der Vergangenheit kategorisch abgelehnt.
In Berlin sprechen Kanzler Merz und Nato-Chef Rutte über neue ukrainische Vorschläge. Die Ukraine hat den USA einen überarbeiteten Friedensplan geschickt.
11.12.2025 | 1:29 minMoskau besteht auf Gebietsabtretungen
Der Kreml hatte erklärt, seine Kriegsziele auf dem Schlachtfeld erreichen zu wollen, sollte die Ukraine dieser Kernbedingung für einen Frieden nicht zustimmen. Moskau wirft Selenskyj mit Blick auf die Verhandlungen über ein Kriegsende eine Verzögerungstaktik vor.
Russland sieht die beiden Regionen Donezk und Luhansk, die südukrainischen Gebiete Cherson und Saporischschja und die Halbinsel Krim als eigenes Staatsgebiet an und verlangt eine Abtretung von Kiew. Artikel 73 der ukrainischen Verfassung schreibt dabei vor, dass Gebietsänderungen ausschließlich über ein landesweites Referendum veranlasst werden können.
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