Straße von Hormus: Kiesewetter fordert Fokus auf Ukraine

Debatte um Hormus-Einsatz bei "Lanz":CDU-Politiker Kiesewetter: Fokus muss Ukraine bleiben

von Bernd Bachran

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Bei "Lanz" kritisiert Roderich Kiesewetter (CDU) den US-Kurs im Krieg mit Iran und lehnt einen deutschen Einsatz in der Straße von Hormus klar ab. Er fordert Fokus auf Ukraine.

Markus Lanz, Roderich Kiesewetter, Kristina Dunz, Bente Scheller, Frank Umbach, und Gerald Knaus

Die Runde bei "Markus Lanz" am 17. März 2026.

Quelle: Markus Hertrich

US-Präsident Donald Trump hatte Deutschland und andere Nato-Partner mit scharfen Worten aufgefordert, sich an der Sicherung von Öltransporten in der Straße von Hormus zu beteiligen. Die Nato werde vor einer düsteren Zukunft stehen, sollten die Partner diese Unterstützung verweigern, sagte er der "Financial Times".

Deutschland und andere Nato-Staaten wiesen die Forderung des US-Präsidenten jedoch entschieden zurück, Kriegsschiffe zum Schutz von Öltankern in die Straße von Hormus zu entsenden. Bundeskanzler Friedrich Merz sagte: "Wir werden es nicht tun".

Wir beteiligen uns nicht an diesem Krieg, das haben wir vom ersten Tag an gesagt.

Friedrich Merz, Bundeskanzler

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Politikwissenschaftler: Reaktion von Merz "nicht hilfreich"

Der Politikwissenschaftler und Energieexperte Frank Umbach kritisierte am Dienstagabend bei "Markus Lanz", die Reaktion von Merz sei "nicht besonders hilfreich" und politisch auf Dauer nicht durchzuhalten. Auch wenn man moralisch im Recht sei, wenn man "am Spielfeldrand" protestiere, habe man keinen Einfluss auf den weiteren Verlauf dieser Krise.

Roderich Kiesewetter (CDU) verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass sich die Bundesrepublik als Handelsnation in ihrer Sicherheitsstrategie ausdrücklich zur "Freiheit der Seewege" bekennt. "Ich will sehr deutlich sagen, die Straße von Hormus ist ein internationaler Seeweg."

Die Straße von Hormus ist internationales Gewässer, dass wir uns da raushalten und nicht unterstützen, ist schon ein heikler Punkt.

Roderich Kiesewetter, CDU-Politiker

Ein Kriegsschiff der Vereinigten Arabischen Emirate ist neben einem Containerschiff in der Straße von Hormus zu sehen. (Archiv)

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17.03.2026 | 2:55 min

Kiesewetter: Das haben die Amerikaner angezettelt

Markus Lanz wollte daraufhin von Kiesewetter wissen, ob er dafür sei, dass Deutschland militärische Unterstützung zur Sicherung der Straße von Hormus entsende. Darauf antwortete Kiesewetter mit einem entschiedenen "Nein":

"Die Amerikaner haben hier etwas angezettelt, helfen dem Putin und wir sollen jetzt unsere knappen Ressourcen dort hinschicken. Nein!"

Unser Fokus ist die Ukraine. Wir haben nicht die Kraft, beides zu machen.

Roderich Kiesewetter, CDU-Politiker

Der CDU-Politiker forderte erneut ein klares Bekenntnis zur Ukraine sowie eine verstärkte Unterstützung, etwa durch die Lieferung weitreichender Waffen und ein entschiedeneres Vorgehen gegen die russische Schattenflotte.

"Wir haben nur begrenzte Ressourcen. Wäre nicht der Krieg in der Ukraine, wäre es sicherlich angemessen, dort [Straße von Hormus] aktiv zu sein, aber wir können nicht dort und in der Ukraine sein."

Die Amerikaner laden das doch bei uns ab. Die Amerikaner helfen den Russen, dass sie plötzlich mehr Einnahmen generieren.

Roderich Kiesewetter, CDU-Politiker

Für Kristina Dunz, die stellvertretende Leiterin der Hauptstadtredaktion des Redaktionsnetzwerks Deutschland, sollte der aktuelle Fokus weniger auf der Ukraine als vielmehr auf dem US-Präsidenten liegen.

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Dunz fordert Debatte darüber, wie man den Krieg beendet

"Es ist ja völlig verrückt, dass Israel und die USA einen Krieg beginnen und wir am Ende über die Straße von Hormus und die Absicherung sprechen und momentan keiner darüber redet: Wie wird dieser Krieg beendet?"

Dunz sagte, man habe im Fall von Venezuela geschwiegen, als Trump den Präsidenten Nicolás Maduro gewaltsam habe entführen lassen. Das sei damals noch weit weg gewesen; der Bundeskanzler habe in diesem Zusammenhang von einer "komplexen Lage" gesprochen.

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Dunz: Bundeskanzler wird seine Meinung ändern

"Die Straße von Hormus abzusichern wäre geeignet, uns immer weiter reinzuziehen in einen Krieg, der völkerrechtswidrig ist, den wir nicht wollen und insofern ist es gut, dass dieser Einsatz zumindest im Moment von Merz abgelehnt wurde", sagte Dunz.

Allerdings war die Journalistin der Ansicht, dass die Entscheidung vom Bundeskanzler "sehr viel Taktik ist" und sie wette darauf, dass Merz seine Meinung zu diesem Thema noch ändern werde.

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Über dieses Thema berichtete die Sendung "Markus Lanz" am 17.03.2026 ab 23:15 Uhr.

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