Militäreinsatz an der Straße von Hormus:Wegen Iran: Trump poltert gegen Deutschland und die Nato
Weil viele Staaten kein Militär zur Straße von Hormus schicken möchten, beklagt sich US-Präsident Donald Trump lautstark über die Nato-Verbündeten. Auch Deutschland bekommt es ab.
2024 gewinnt Donald Trump in West Virginia deutlich. Nachdem er den Iran-Krieg begonnen hat, steigen auch hier die Preise. Verliert Trump so Rückhalt bei seiner Kern-Wählerschaft?
17.03.2026 | 2:32 minUS-Präsident Donald Trump hat Deutschland und andere Nato-Länder scharf für die ausbleibende Hilfe bei der Absicherung der Straße von Hormus kritisiert. Die Haltung der Verbündeten sei "ziemlich schockierend", sagte Trump am Dienstag im Weißen Haus in Washington.
Ich denke, die Nato macht einen sehr dummen Fehler.
Donald Trump, US-Präsident
Der Fall sei ein "Test" für das Bündnis gewesen, fügte Trump hinzu.
Ausbleibende Hilfe "sehr schlecht" für Allianz
Der US-Präsident hatte die Nato-Partner am Sonntag gedrängt, die USA bei der Sicherung der Meerenge gegen iranische Angriffe auf Öltanker zu unterstützen. Ausbleibende Hilfe wäre "sehr schlecht" für die Zukunft der Allianz, drohte der Präsident. Deutschland und andere Nato-Länder reagierten jedoch einhellig ablehnend auf Trumps Forderung.
Der US-Präsident zeigte sich nun am Dienstag bei einem Empfang für den irischen Regierungschef Micheal Martin ungehalten über die Verbündeten. "Wir haben bei der Ukraine geholfen, aber sie helfen nicht beim Iran, obwohl sie alle anerkennen, dass der Iran keine Atomwaffen haben darf", kritisierte Trump. "Wir als Vereinigte Staaten müssen uns das merken, weil wir das ziemlich schockierend finden."
Nur wenige Öl- und Gastanker passieren derzeit die von Iran blockierte Straße von Hormus. US-Präsident Trump fordert Unterstützung aus Europa, doch viele Staaten stellen sich gegen seinen Kurs.
17.03.2026 | 2:18 minTrump geht Kanzler Merz direkt an
Trump rügte in diesem Zusammenhang auch Deutschland. Die Bundesregierung habe erklärt, nichts mit dem Iran-Krieg zu tun zu haben und sich deshalb nicht in der Straße von Hormus engagieren zu wollen, sagte er. Zugleich finde Deutschland aber, die USA und Israel hätten "etwas Großartiges getan", weil sie die iranische Führung ausgeschaltet hätten.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte am Montag in Berlin betont:
Wir beteiligen uns nicht an diesem Krieg, das haben wir vom ersten Tag an gesagt.
Friedrich Merz, Bundeskanzler
Dieses Nein gelte auch für eine militärische Absicherung der Straße von Hormus, so Merz.
Europa hat Donald Trumps Forderung nach militärischer Hilfe abgelehnt. Welche Gegenleistung die EU stattdessen verlangen könnte, erklärt Politikwissenschaftler Herfried Münkler bei ZDFheute live.
17.03.2026 | 12:18 minIrischer Regierungschef hält im Weißen Haus dagegen
Den britischen Premierminister Keir Starmer ging Trump ebenfalls an. Er habe keine Unterstützung angeboten, "und ich halte das für einen großen Fehler", sagte der US-Präsident im Oval Office. "Ich bin von Keir enttäuscht - ich mag ihn, ich halte ihn für einen netten Mann, aber ich bin enttäuscht."
Der irische Regierungschef Martin nahm Starmer und die anderen Europäer dagegen in Schutz. Starmer sei ein "sehr aufrichtiger, verlässlicher Mensch", sagte Martin zum US-Präsidenten. Trump sei "bereits früher mit ihm ausgekommen, und Sie sind auch mit anderen europäischen Anführern zurechtgekommen". Das könne nun wieder so sein.
Martin verwies darauf, dass alle europäischen Länder Sanktionen gegen den "Schurkenstaat" Iran verhängt hätten. Irland gehört der Nato selbst nicht an.
Trumps wechselnde Aussagen: "Wir haben sie nie gebraucht!"
Vor dem Empfang für den irischen Regierungschef anlässlich des Saint Patricks Days hatte Trump in seinem Onlinedienst Truth Social geschrieben, die USA benötigten die Hilfe der Nato-Länder in der Straße von Hormus nicht mehr. "Wir haben sie nie gebraucht!", fügte er in Großbuchstaben hinzu. Dasselbe gelte für Länder wie Japan, Australien oder Südkorea.
Zuletzt hatte der US-Präsident die Nato mit seinen Besitzansprüchen auf Grönland unter Druck gesetzt. Am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos einigte sich Trump im Januar jedoch mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte und schloss ein militärisches Eingreifen der USA in Grönland erstmals klar aus.
Im Wahlkampf war der US-Präsident mit dem Versprechen angetreten, Kriege zu beenden. Wie die Iran-Intervention Trumps Anhängerschaft spaltet, erklärt USA-Experte Müller-Kaler bei ZDFheute live.
17.03.2026 | 16:24 minGrönland-Einigung brachte nur kurze Einigkeit
Trump hatte die USA als Garanten der europäischen Sicherheit bereits früher in Frage gestellt. Im Wahlkampf drohte er, nur jene Nato-Verbündeten gegen mögliche russische Angriffe verteidigen zu wollen, die seiner Ansicht nach genug in Sicherheit investiert hätten. Auf Trumps Druck hin beschlossen die Bündnisländer im Dezember, die Verteidigungsausgaben auf fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) anzuheben.
Vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs wurden aber wieder Risse in der Allianz deutlich. So drohte Trump dem Nato-Partner Spanien mit Handelssanktionen, nachdem Regierungschef Pedro Sánchez den Krieg als "Katastrophe" bezeichnet hatte.
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