Israel bestätigt Bodeneinsätze gegen Hisbollah im Libanon

Neue Angriffe auf Hisbollah-Miliz:Israels Armee bestätigt Bodeneinsätze im Libanon

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Israels Armee hat nach eigenen Angaben begrenzte Bodeneinsätze im Süden des Libanon begonnen. Die Einsätze richten sich gegen Kämpfer und Infrastruktur der Hisbollah.

 Ein israelischer Soldat steht vor einem Panzer.

"In den vergangenen Tagen haben Truppen der israelischen Streitkräfte (IDF) der 91. Division einen begrenzten und gezielten Bodeneinsatz gegen wichtige Stellungen der Hisbollah im Südlibanon eingeleitet, um den Vorwärtsverteidigungsbereich zu stärken", erklärte das Militär am Montag.

16.03.2026 | 0:25 min

Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge in den vergangenen Tagen "begrenzte und gezielte Bodeneinsätze" im Süden des Nachbarlandes Libanon begonnen. Ziel seien aktive Hisbollah-Mitglieder sowie die Infrastruktur der Miliz, teilte Israels Armee am Montagmorgen mit.

Die Einsätze am Boden seien "Teil umfassenderer Verteidigungsmaßnahmen", um die Einwohner im angrenzenden Nordisrael zu schützen.

Israel nennt keine Orte der Bodeneinsätze im Libanon

Die Armee sei dabei nun in Gebieten im Einsatz, in denen sie zuvor nicht gewesen sei, sagte der israelische Militärsprecher Nadav Schoschani. In diesen Gegenden stelle die Hisbollah eine Bedrohung für Israels Zivilbevölkerung dar.

Um welche Orte es sich genau handle, wollte er nicht mitteilen. Ob Israels Armee diese neuen Gebiete halten werde, wird laut dem Sprecher erst noch festgelegt. Die Entscheidung hänge von der weiteren Planung und dem weiteren Verlauf ab.

Iran, Teheran: Das zerstörte Gebäude einer Polizeistation und nahe gelegene Häuser sind nach dem amerikanisch-israelischen Angriff vom Freitag zu sehen.

Israel greift insbesondere die Infrastruktur des iranischen Regimes an. Auch Ziele im Libanon werden bombardiert, immer mehr Menschen verlassen ihre Häuser.

15.03.2026 | 2:38 min

"Times of Israel" spricht von "Erweiterung der Pufferzone"

Israels Armee teilte weiter mit, dass sie vor dem Einmarsch der Soldaten Angriffe mit Artillerie und aus der Luft ausgeführt habe, "um Bedrohungen im Einsatzgebiet zu minimieren". Die "Times of Israel" sprach von einer "Erweiterung der Pufferzone" im Südlibanon, "um die Bedrohung durch die Hisbollah von der Grenze fernzuhalten".

Die Zeitung hatte bereits am Wochenende berichtet, dass israelische Bodentruppen bei Kämpfen im Südlibanon Dutzende Milizionäre der irantreuen Hisbollah getötet hätten. Israels Verteidigungsministerium bestätigte den Bericht auf Anfrage.

Eine Ruine eines durch Krieg zerstörten Haus

Bei einem israelischen Luftangriff im Süden des Libanon sind laut Behörden mindestens zwölf Mitarbeiter des Gesundheitswesens getötet worden. Israels Armee teilte mit, den Vorfall zu prüfen.

14.03.2026 | 0:20 min

Seit Iran-Krieg: Neue Kämpfe zwischen Israel und Hisbollah

Zudem seien Waffenlager, ein Kommandozentrum und Beobachtungsposten der Hisbollah zerstört worden. Die Schiitenorganisation bestätigte auf Anfrage Bodeneinsätze in der Gegend um Chijam, die in der Nähe der Grenze zu Israel liegt.

Im Libanon sind im Zuge des Iran-Kriegs die Kämpfe zwischen der von Iran unterstützten Hisbollah-Miliz und Israels Militär wieder aufgeflammt. In dem Land herrscht nun Sorge vor einer größeren Bodenoffensive Israels. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) sieht vor allem die Situation der Zivilbevölkerung im Libanon als besorgniserregend an. "Dort ist die Lage dramatisch", sagt Wadephul vor Beratungen der EU-Außenminister in Brüssel. Es gebe in dem Land mittlerweile fast 800.000 Binnenvertriebene.

So klar es ist, dass sich Israel gegen den Raketenbeschuss durch die Hisbollah verteidigen muss, so wichtig ist es gleichzeitig, die Zivilbevölkerung zu schonen.

Johann Wadephul (CDU), Bundesaußenminister

Leute vor Ort nach einem israelischen Luftangriff auf ein Viertel in der Stadt Mieh Mieh in der Nähe von Sidon im Südlibanon

Im Libanon kämpft die israelische Armee gegen die vom Iran unterstützte Terror-Miliz Hisbollah. Die Leidtragenden sind die Zivilisten: Hunderttausende sind auf der Flucht.

13.03.2026 | 2:51 min

Israel droht Libanon mit Gebietseinnahmen

Nach Darstellung des Nachrichtenportals "Axios" will Israel das gesamte Gebiet südlich des Litani-Flusses einnehmen, um die militärische Infrastruktur der Hisbollah zu zerschlagen. Der Fluss ist etwa 30 Kilometer von Israels Grenze entfernt.

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hatte dem Nachbarland kürzlich mit der Einnahme von Gebieten gedroht, sollte die libanesische Regierung nicht in der Lage sein, die Hisbollah davon abzuhalten, auf israelische Ortschaften zu feuern und die Miliz zu entwaffnen. Die Hisbollah sollte eigentlich gemäß einer Waffenruhenvereinbarung entwaffnet werden. Dies ist bislang nicht gelungen.

Hisbollah griff in den Iran-Krieg ein

Israels Armee schickte bereits Anfang März weitere Bodentruppen in den Südlibanon. Dort hatte das israelische Militär zuvor noch fünf Posten gehalten. Seitdem ist es an weiteren Punkten stationiert.

Der Schritt war eine Reaktion auf das Eingreifen der Hisbollah in den Krieg an der Seite des Irans. Die Miliz hatte Israel vor zwei Wochen erstmals seit Beginn einer Waffenruhe im November 2024 wieder mit Raketen angegriffen. Zuvor hatte es einen einjährigen Krieg zwischen beiden gegeben.

Israel griff auch während der Waffenruhe immer wieder Hisbollah-Ziele an, mit der Begründung, die Miliz halte sich nicht an die Vereinbarungen und wolle sich neu bewaffnen. Wegen der Angriffe warf auch die Hisbollah Israel vor, sich nicht an die Abmachungen zu halten.

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Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete die ZDFheute Xpress am 16.03.2026 in dem Beitrag "Israel startet 'begrenzten' Bodeneinsatz im Libanon" um 10:03 Uhr.

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