Israels Ex-Minister Gantz zu Iran-Krieg: "Nicht erpressen lassen"

Interview

Israelischer Ex-Armeechef:Gantz zu Iran-Krieg: "Dürfen uns nicht erpressen lassen"

|

Im Iran-Krieg steht Israel an der Seite der USA. Ex‑Verteidigungsminister Gantz erklärt, welche Ziele Israel verfolgt - und warum gerade jetzt nicht aufgegeben werden dürfe.

Schaltgespräch zwischen Benjamin Gantz und Anne Gellinek

Mit der Straße von Hormus und den Ölpreisen versuche Iran, die Welt zu erpressen, sagt der ehemalige israelische Verteidigungsminister Gantz. Man müsse die Angriffe fortführen.

15.03.2026 | 7:00 min

Mit der Blockade der Straße von Hormus und den steigenden Ölpreisen versuche Iran, die Welt zu erpressen, sagt der ehemalige israelische Verteidigungsminister und frühere Armee-Chef Benny Gantz im ZDF heute journal. Man müsse die Angriffe jetzt weiterführen, um Iran klarzumachen, dass "dort keine Spielchen gespielt werden dürfen". Man habe "schon viel erreicht in den 16 Tagen Krieg".

Sehen Sie oben das ganze Interview im Video und lesen Sie es hier in Auszügen. Das sagt Gantz zu ...

... den militärischen Zielen und der aktuellen Lage

Israel, so Benny Gantz, gehe aktuell gemeinsam mit den USA intensiv gegen iranische Raketen- und Drohnenkapazitäten vor.

Doch das dauert eben.

Benny Gantz, Ex-Minister, Israel

Iran sei ein großes Land mit umfassenden militärischen Ressourcen. Trotz bereits zerstörter Fähigkeiten könne Iran weiterhin Angriffe ausführen. Israel sei entschlossen, die Operation fortzusetzen, auch wenn sie länger dauere und schmerzhaft werde, um langfristig Sicherheit für Israel, die Region und die Welt zu gewährleisten.

Wir wollen die Zukunft der Welt selbst gestalten.

Benny Gantz, Oppositionspolitiker, Israel

Iran, Teheran: Das zerstörte Gebäude einer Polizeistation und nahe gelegene Häuser sind nach dem amerikanisch-israelischen Angriff vom Freitag zu sehen.

Israel greift insbesondere die Infrastruktur des iranischen Regimes an. Auch Ziele im Libanon werden bombardiert, immer mehr Menschen verlassen ihre Häuser.

15.03.2026 | 2:38 min

... den Kriegszielen und dem Umgang mit Irans Regime

Zentrales Kriegsziel sei es, so Oppositionspolitiker Gantz, "die Bedrohungen durch Iran möglichst weitgehend zu eliminieren". Darüber hinaus solle das Verhalten des iranischen Regimes langfristig verändert werden. Ein Regimewechsel könne jedoch nur von der iranischen Bevölkerung selbst ausgehen.

Und jetzt ist es an ihnen, dafür zu sorgen, dass es da einen Regime-Change gibt.

Benny Gantz, ehemaliger israelischer Armeechef

Aber selbst wenn das Regime bleibe, dann werde man dagegen vorgehen "und auch die USA werden das machen. Und sie werden dann genau wissen, was sie künftig nicht machen sollten".

Die Fassade eines Gebäudes im Finanzviertel von Dubai wurde teilweise beschädigt. Laut den Behörden wurde dies durch herabfallende Trümmer nach einem erfolgreichen Abfangen verursacht.

Seit Beginn des Krieges gegen Iran melden die Golfstaaten zahlreiche iranische Angriffe. Auch in Metropolen wie Dubai sind die Auswirkungen spürbar.

14.03.2026 | 2:07 min

... der Blockade der Straße von Hormus und Abhängigkeit von den USA

Zur Blockade der Straße von Hormus betont Gantz, man dürfe sich nicht erpressen lassen, da Iran hier versuche, die Welt durch steigende Energiepreise unter Druck zu setzen.

Und wenn sie das machen, sollen sie dafür schwer bestraft werden.

Benny Gantz, Ex-Minister, Israel

Israel wolle die Blockade beenden und parallel seine militärischen Angriffe fortführen. Sollte US-Präsident Donald Trump den Krieg wegen innenpolitischen Drucks früher beenden, würde Israel - so betont Gantz - "notfalls alleine" weitermachen und sich "um jeden Preis" selbst verteidigen.

Wir werden uns immer verteidigen, was auch immer es kostet.

Benny Gantz, früherer israelischer Armeechef

Man habe schon "viel erreicht in diesen 16 Tagen". Auf die Frage, ob dafür auch israelische Bodentruppen in Iran eingesetzt werden könnten, sagt Gantz: "Ich würde nichts ausschließen". Man attackiere Iran konstant und nehme dem Land immer mehr militärische Möglichkeiten.

Und das machen wir, bis der Krieg endet, wann auch immer er endet.

Benny Gantz, Ex-Minister, Israel

Israelische Artillerie feuert auf den Libanon.

Nach Angaben von Aktivisten sollen in Iran inzwischen mehr als 3.000 Menschen ums Leben gekommen sein. Israel will den Krieg noch mindestens drei Wochen fortsetzen. Auch Iran greift weiter Ziele an.

15.03.2026 | 1:30 min

Zugleich betont er aber, es müsse am Ende eine verlässliche politische Lösung mit klaren, überprüfbaren Bedingungen geben. Iran habe "viel geblufft in der Vergangenheit" und werde das auch künftig weitermachen, "deswegen brauchen wir dort wirklich die richtigen Bestandteile, damit wir uns auf etwas einigen, was dann auch umgesetzt werden kann".

Das Interview führte heute-journal-Moderatorin Anne Gellinek, zusammengefasst hat es ZDFheute-Redakteurin Elisabeth Jändl.

Quelle: ZDF
Über dieses Thema berichtet die Sendung ZDF heute journal am 15.03.2026 ab 21:45 Uhr Uhr, online war das Video bereits ab 19:30 Uhr verfügbar.

Mehr zum Iran-Krieg

  1. Dieses von der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) zur Verfügung gestellte Bild zeigt die iranische Insel Kharg

    Strategisch wichtiger Ölhafen:US-Angriff auf Öl‑Insel Kharg - Iran: Geschäfte laufen weiter

    mit Video1:38

  2. Ein Mann geht auf den Felsen am Ufer spazieren, während Öltanker und Frachtschiffe in der Straße von Hormus auf durchfahrt warten. (Archiv)

    Verhaltenes Echo auf Trumps Forderung:Trump will Straße von Hormus sichern - und drängt auf Hilfe

    mit Video1:39

  3. Bundeskanzler Friedrich Merz im Rahmen der Übung „Cold Response 2026“, in Bardufoss, Norwegen, am 13.03.2026.
    Analyse

    Trump überrascht mit Öl-Entscheidung:Eiskalt erwischt: Iran-Krieg verfolgt Merz bis nach Norwegen

    Diana Zimmermann, Bardofuss
    mit Video2:19

  4. Modschtaba Chamenei, Sohn des Obersten Führers Ali Chamenei, nimmt am 01.05.2019 an einer Parade zum Internationalen Tag von al-Quds (Jerusalem) in Teheran teil.

    Bis zu zehn Millionen Dollar:USA setzen Belohnung für Hinweise über Irans Führung aus

    mit Video1:40