Israelischer Ex-Armeechef:Gantz zu Iran-Krieg: "Dürfen uns nicht erpressen lassen"
Im Iran-Krieg steht Israel an der Seite der USA. Ex‑Verteidigungsminister Gantz erklärt, welche Ziele Israel verfolgt - und warum gerade jetzt nicht aufgegeben werden dürfe.
Mit der Straße von Hormus und den Ölpreisen versuche Iran, die Welt zu erpressen, sagt der ehemalige israelische Verteidigungsminister Gantz. Man müsse die Angriffe fortführen.
15.03.2026 | 7:00 minMit der Blockade der Straße von Hormus und den steigenden Ölpreisen versuche Iran, die Welt zu erpressen, sagt der ehemalige israelische Verteidigungsminister und frühere Armee-Chef Benny Gantz im ZDF heute journal. Man müsse die Angriffe jetzt weiterführen, um Iran klarzumachen, dass "dort keine Spielchen gespielt werden dürfen". Man habe "schon viel erreicht in den 16 Tagen Krieg".
Sehen Sie oben das ganze Interview im Video und lesen Sie es hier in Auszügen. Das sagt Gantz zu ...
... den militärischen Zielen und der aktuellen Lage
Israel, so Benny Gantz, gehe aktuell gemeinsam mit den USA intensiv gegen iranische Raketen- und Drohnenkapazitäten vor.
Doch das dauert eben.
Benny Gantz, Ex-Minister, Israel
Iran sei ein großes Land mit umfassenden militärischen Ressourcen. Trotz bereits zerstörter Fähigkeiten könne Iran weiterhin Angriffe ausführen. Israel sei entschlossen, die Operation fortzusetzen, auch wenn sie länger dauere und schmerzhaft werde, um langfristig Sicherheit für Israel, die Region und die Welt zu gewährleisten.
Wir wollen die Zukunft der Welt selbst gestalten.
Benny Gantz, Oppositionspolitiker, Israel
Israel greift insbesondere die Infrastruktur des iranischen Regimes an. Auch Ziele im Libanon werden bombardiert, immer mehr Menschen verlassen ihre Häuser.
15.03.2026 | 2:38 min... den Kriegszielen und dem Umgang mit Irans Regime
Zentrales Kriegsziel sei es, so Oppositionspolitiker Gantz, "die Bedrohungen durch Iran möglichst weitgehend zu eliminieren". Darüber hinaus solle das Verhalten des iranischen Regimes langfristig verändert werden. Ein Regimewechsel könne jedoch nur von der iranischen Bevölkerung selbst ausgehen.
Und jetzt ist es an ihnen, dafür zu sorgen, dass es da einen Regime-Change gibt.
Benny Gantz, ehemaliger israelischer Armeechef
Aber selbst wenn das Regime bleibe, dann werde man dagegen vorgehen "und auch die USA werden das machen. Und sie werden dann genau wissen, was sie künftig nicht machen sollten".
Seit Beginn des Krieges gegen Iran melden die Golfstaaten zahlreiche iranische Angriffe. Auch in Metropolen wie Dubai sind die Auswirkungen spürbar.
14.03.2026 | 2:07 min... der Blockade der Straße von Hormus und Abhängigkeit von den USA
Zur Blockade der Straße von Hormus betont Gantz, man dürfe sich nicht erpressen lassen, da Iran hier versuche, die Welt durch steigende Energiepreise unter Druck zu setzen.
Und wenn sie das machen, sollen sie dafür schwer bestraft werden.
Benny Gantz, Ex-Minister, Israel
Israel wolle die Blockade beenden und parallel seine militärischen Angriffe fortführen. Sollte US-Präsident Donald Trump den Krieg wegen innenpolitischen Drucks früher beenden, würde Israel - so betont Gantz - "notfalls alleine" weitermachen und sich "um jeden Preis" selbst verteidigen.
Wir werden uns immer verteidigen, was auch immer es kostet.
Benny Gantz, früherer israelischer Armeechef
Man habe schon "viel erreicht in diesen 16 Tagen". Auf die Frage, ob dafür auch israelische Bodentruppen in Iran eingesetzt werden könnten, sagt Gantz: "Ich würde nichts ausschließen". Man attackiere Iran konstant und nehme dem Land immer mehr militärische Möglichkeiten.
Und das machen wir, bis der Krieg endet, wann auch immer er endet.
Benny Gantz, Ex-Minister, Israel
Nach Angaben von Aktivisten sollen in Iran inzwischen mehr als 3.000 Menschen ums Leben gekommen sein. Israel will den Krieg noch mindestens drei Wochen fortsetzen. Auch Iran greift weiter Ziele an.
15.03.2026 | 1:30 minZugleich betont er aber, es müsse am Ende eine verlässliche politische Lösung mit klaren, überprüfbaren Bedingungen geben. Iran habe "viel geblufft in der Vergangenheit" und werde das auch künftig weitermachen, "deswegen brauchen wir dort wirklich die richtigen Bestandteile, damit wir uns auf etwas einigen, was dann auch umgesetzt werden kann".
Das Interview führte heute-journal-Moderatorin Anne Gellinek, zusammengefasst hat es ZDFheute-Redakteurin Elisabeth Jändl.
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