Maduro: So fassten die USA Venezuelas Präsidenten

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Militäreinsatz in Venezuela:CIA-Maulwurf und Drohnen: So fassten die USA Maduro

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Monatelang bereiteten die USA den Zugriff auf Nicolás Maduro vor. Der Geheimdienst CIA kannte Tagesablauf, Essgewohnheiten und Haustiere. Wie gelang es, Maduro zu fassen?

Ein Soldat der kolumbianischen Armee steht nach der Festnahme Maduros an der Grenze zu Venezuela.

Der venezolanische Staatschef Maduro wird am Montag einem Haftrichter in New York vorgeführt. Angeklagt wird er unter anderem wegen "Verschwörung zum Drogenterrorismus".

05.01.2026 | 0:24 min

Er ist einer der außergewöhnlichsten Einsätze in der US-Geschichte: In der Nacht zum Samstag greifen die USA Venezuela an und nehmen Staatspräsident Maduro und seine Frau Cilia Flores gefangen. US-Präsident Donald Trump ist von seinem Anwesen Mar-a-Lago aus live dabei: "Wie eine Fernsehshow" sei es gewesen, sagt er später dem US-Sender Fox News.

Nach der Festnahme werden neue Details zum Einsatz mit dem Titel "Operation Absolute Resolve" (deutsch: Operation Absolute Entschlossenheit) der US-Streitkräfte in Caracas bekannt.

US-Präsident Donald Trump (R) CIA-Direktor John Ratcliffe (M) und Verteidigungsminister Pete Hegseth (L) verfolgen am 3. Januar in Washington die Festnahme von Venezuelas Präsident Nicolás Maduro.

US-Präsident Donald Trump, CIA-Direktor John Ratcliffe und Verteidigungsminister Pete Hegseth verfolgen in Washington die Festnahme von Maduro.

Quelle: ddp

Nach Informationen der "New York Times" soll sich bereits im August ein geheimes Team von CIA-Beamten nach Venezuela eingeschleust haben. Monatelang sollen US-Kräfte jede Bewegung von Maduro überwacht haben. Brisant war die Spionageaktion auch deshalb, weil die US-Botschaft in Venezuela geschlossen ist, sodass die US-Beamten nicht unter diplomatischer Deckung operieren konnten.

Venezuela: Maduro vor US-Gericht

Freitagnacht hat die USA den venezolanischen Präsidenten Maduro und seine Frau festgenommen. Bereits heute soll Maduro vor ein US-Gericht gestellt werden. Das Vorgehen gilt als völkerrechtswidrig.

05.01.2026 | 2:14 min

US-Geheimdienst kannte Maduros Verstecke - und Haustiere

Informationen seien mit Hilfe einer Kontaktperson innerhalb der venezolanischen Regierung sowie mit einer Drohnenflotte gesammelt worden. So habe man laut Bericht der britischen BBC feststellen können, wo der 63-Jährige schlief, was er aß, was er trug und - laut hochrangigen US-Militärs - sogar, welche Haustiere er hielt. Der Staatschef soll zwischenzeitlich zwischen bis zu acht Standorten gependelt sein, heißt es.

In den Tagen und unmittelbar vor seiner Gefangennahme habe ein Zuträger in der venezolanischen Regierung die CIA über den Standort von Maduro auf dem Laufenden gehalten, berichtet die "New York Times". Das zuletzt von der US-Regierung auf 50 Millionen Dollar erhöhte Kopfgeld auf Maduro soll bei der Rekrutierung des Maulwurfs geholfen haben, berichtet die Zeitung weiter.

Venezuela: "Neuwahlen stehen ganz hinten an"

"US-Regierung will Neuwahlen", aber das habe "keine Priorität", so ZDF-Korrespondentin Claudia Bates. "Einen echten Regime-Change gibt es so nicht", so ZDF-Korrespondent Christoph Röckerath.

05.01.2026 | 4:48 min

Einsatz in Maduros Unterschlupf dauerte fünf Minuten

Um den Einsatz zu Maduros Festnahme taktisch präzise und schnell durchführen zu können, habe man zudem im Vorfeld die exakte Nachbildung eines von Maduro genutzten Unterschlupfs in Caracas in Originalgröße errichtet, berichten "New York Times" und BBC übereinstimmend. So habe man mit US-Spezialeinheiten die Zugänge während des Einsatzes geübt. Der Einsatz selbst soll von der US-Spezialeinheit Delta Force durchgeführt worden sein, berichten mehrere US-Medien übereinstimmend.



Der Zugriff sei erfolgt, als sich Maduro in der Einrichtung aufhielt, für die zuvor trainiert wurde. Etwa fünf Minuten soll der Einsatz nach Zutritt in das Versteck gedauert haben.

Die Grafik zeigt eine Karte von Venezuela und amerikanisches Militär vor der Küste


Maduro und Frau aus Schlafzimmer gezerrt

Man habe mit Geduld auf den richtigen Zeitpunkt gewartet, um das Überraschungsmoment zu nutzen und zivile Schäden so gering wie möglich zu halten, erklärte ein US-General. Auch das Wetter sei entscheidend gewesen. Trump habe den Angriff um 22:46 Uhr US-Ostküsten-Zeit angeordnet. Bei der Operation seien die US-Helikopter beschossen worden. Einer sei getroffen worden, aber flugtauglich geblieben. Das US-Militär habe das Feuer erwidert.

Den US-Einsatzkräften sei es gelungen, binnen "Sekunden" speziell gesicherte Stahltüren zu durchbrechen. "So etwas habe ich tatsächlich noch nie gesehen", so Trump, der den kompletten Einsatz gemeinsam mit seinen Mitarbeitern und Generälen live verfolgt haben soll. Maduro und seine Frau Cilia Flores seien aus ihrem Schlafzimmer gezerrt worden, berichtet der US-Sender CNN. Die Maduros seien sehr gut bewacht gewesen, so Trump: "Eigentlich war er in einer Festung."

Völkerrechtler Markus Krajewski per Video zugeschaltet aus seinem Büro.

Normalerweise genießt ein Staatsoberhaupt Immunität. Ob Maduro jedoch faktisch als gewähltes Staatsoberhaupt gilt, muss nun geklärt werden, so Völkerrechtler Markus Krajewski.

04.01.2026 | 12:27 min

Quelle: dpa, ZDF
Über dieses Thema berichtete das ZDF in verschiedenen Sendungen, etwa am 03.01.2026 in der Sendung heute um 19:00 Uhr sowie am 04.01.2026 bei ZDFheute live um 14:00 Uhr.

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