Venezuela plant Amnestie für politische Häftlinge

Berüchtigtes Gefängnis soll schließen:Venezuela plant Amnestie für politische Häftlinge

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Die venezolanische Regierung kündigt Straffreiheit für politische Gefangene an und will das Gefängnis El Helicoide schließen. Die Reaktionen schwanken zwischen Jubel und Skepsis.

Angehörige demonstrieren vor dem El-Helicoide-Gebäude, dem Sitz des Geheimdienstes SEBIN, in Caracas und fordern die Freilassung politischer Gefangener.

Die Regierung Venezuelas hat eine umfassende Amnestie für politische Gefangene angekündigt. Seit dem US-Militäreinsatz zur Festnahme von Machthaber Maduros wurden bereits Hunderte freigelassen.

31.01.2026 | 0:26 min

Die Regierung in Venezuela hat eine umfassende Amnestie für politische Gefangene angekündigt. Wie die geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez mitteilte, soll zudem die berüchtigte Haftanstalt El Helicoide im Sitz des Geheimdienstes Sebin in Caracas geschlossen und in ein Gemeindezentrum umgewandelt werden.

Wir haben beschlossen, ein allgemeines Amnestiegesetz voranzutreiben, das den Zeitraum der politischen Gewalt von 1999 bis heute abdeckt.

Delcy Rodríguez, geschäftsführende Präsidentin Venezuelas

In dem südamerikanischen Land regiert seit 1999 die linke Bewegung des ehemaligen Präsidenten Hugo Chávez, auch "Chavismus" genannt. Seit dem US-Militäreinsatz am 3. Januar zur Gefangennahme des autoritären Machthabers Nicolás Maduro hat Caracas unter Druck aus Washington bereits Hunderte politische Häftlinge freigelassen.

Zwei Frauen umarmen sich, während sie an einem Gebet teilnehmen, während Angehörige von Gefangenen am 9. Januar 2026 vor dem Gefängnis El Rodeo in Caracas warten. Die venezolanischen Behörden lassen fünf Tage nach dem Sturz des autoritären Machthabers Nicolás Maduro durch US-Truppen eine „große Anzahl“ von Gefangenen, darunter auch Ausländer, frei, sagte Parlamentspräsident Jorge Rodríguez am 8. Januar.

Der Parlamentspräsident in Venezuela hat die Freilassung politischer Häftlinge angekündigt. Unter ihnen sollen sich Ex-Präsidentschaftskandidat Márquez und fünf spanische Staatsbürger befinden.

09.01.2026 | 0:23 min

Zwischen Jubel und vorsichtigem Optimismus

Rodríguez machte die Ankündigungen während der Eröffnung des neuen Gerichtsjahres des Obersten Gerichtshofs. Die Amnestie soll laut der Präsidentin dazu beitragen, die in Venezuela durch politische Konfrontationen entstandenen Wunden zu heilen.

Angehörige politischer Gefangene, die vor El Helicoide seit Wochen Wache halten, reagierten auf die Ankündigungen mit Jubel. Sie riefen "Freiheit, Freiheit!", wie auf Videos zu sehen war.

Aktivisten äußerten sich auch dazu. "Wir begrüßen den Vorschlag für ein Amnestiegesetz mit vorsichtigem Optimismus", schrieb Gonzalo Himiob, der Vizepräsident der Nichtregierungsorganisation Foro Penal auf der Plattform X.

Demonstrierende in Venezuela halten Flagge und weiße Rosen

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Von der Haftanstalt zum Gemeindezentrum

El Helicoide gilt als Symbol staatlicher Repression. Dort sollen Agenten des Geheimdienstes Sebin Regierungsgegner misshandelt und gefoltert haben. Nun soll die Einrichtung in Caracas den Angaben nach in ein Sozial-, Sport-, Kultur- und Einkaufszentrum umgewandelt werden. Rodríguez sprach von einem Gemeindezentrum für Polizei und Anwohner.

Ursprünglich war der Komplex in den 1950ern als ein Luxus-Einkaufszentrum gebaut worden. Das Projekt hatte jedoch Finanzierungsprobleme und wurde eingestellt. Später wurde es zum Sebin-Hauptquartier. Seit Wochen fordern Angehörige und Menschenrechtsorganisationen die Freilassung aller politischen Häftlinge. Laut der Regierung wurden bereits mehr als 600 Menschen freigelassen.

Die Grafik zeigt eine Karte von Venezuela und amerikanisches Militär vor der Küste

Aktivisten zweifeln diese Zahl an. So sollen der Organisation Foro Penal zufolge nur 300 Menschen entlassen worden sein. Zwischen 700 und 800 politische Gefangene befinden sich nach unterschiedlichen Angaben von Organisationen noch in Haft.

Die für Venezuela zuständige US-Botschaft mit Sitz im kolumbianischen Bogotá teilte am Freitag mit, dass alle US-Bürger, von denen bekannt war, dass sie in Venezuela inhaftiert waren, bereits freigelassen worden seien. Wie viele es waren, blieb zunächst unklar.

Nachrichten | Thema
:Venezuela

Das erdölreiche südamerikanische Land ist mit einer politischen Krise konfrontiert. Der Präsident Maduro wurde von den USA aus dem Land entführt und hinterlässt Unsicherheit.
Eine venezolanische Flagge. Archivbild
Über das Thema berichtete heute Xpress am 31.01.2026 ab 09:37 Uhr.

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