Interimspräsidentin hofft auf Investoren:Rodríguez will Venezuelas Ölindustrie reformieren
Venezuelas Übergangspräsidentin will den Energiesektor stärken und ausländische Investitionen attraktiv machen. So soll auch das marode Gesundheitssystem ausgebaut werden.
Die Cardon-Raffinerie im venezolanischen Punta Cardon.
Quelle: picture alliance/dpa/APVenezuelas geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez hat dem Parlament eine Gesetzesinitiative zur Stärkung der Öl-Industrie vorgelegt. Die Reform ermögliche zusätzliche ausländische Investitionen in den Energiesektor, sagte sie in ihrer Rede an die Nation vor der Volksversammlung.
Am Tag zuvor hatte Rodríguez bereits angekündigt, "jeden Dollar" aus dem Öl- und Gas-Geschäft in den maroden Gesundheitssektor zu stecken.
Auch Trump wirbt für Investitionen
Zwar hat auch US-Präsident Donald Trump bereits für Investitionen in Milliardenhöhe plädiert, allerdings erhebt er auch Anspruch auf das Öl des südamerikanischen Landes. Er begründet dies mit der Enteignung von US-Energiekonzernen bei der Verstaatlichung der venezolanischen Öl-Industrie in den 1970er Jahren.
Der US-Präsident verhängte eine Blockade gegen Öl-Tanker aus Venezuela und ließ bereits eine Reihe von Schiffen aufbringen.
US-Präsident Trump greift in die Ölindustrie Venezuelas ein. Das Land würde bis zu 50 Millionen Barrel Öl an die USA liefern, Trump könnte so die harten US-Sanktionen umgehen.
07.01.2026 | 0:30 minRodríguez seit Maduros Gefangennahme durch die USA im Amt
Rodríguez wurde als geschäftsführende Präsidentin vereidigt, nachdem US-Spezialeinheiten am 3. Januar den autoritären Staatschef Nicolás Maduro in Caracas gefangengenommen und nach New York gebracht hatten. Dort soll ihm wegen Drogendelikten der Prozess gemacht werden.
Nach dem US-Angriff auf Venezuela kündigt Präsident Trump an, amerikanische Konzerne beim Wiederaufbau der Ölindustrie zu fördern. Ziel ist der Zugang zu den größten Ölreserven der Welt.
06.01.2026 | 1:35 min"Die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Venezuela sind mit einem Makel behaftet", sagte Rodríguez mit Blick auf den US-Angriff in Caracas. "Diesen Makel werden wir auf diplomatischem Wege tilgen. Lasst uns keine Angst vor der Diplomatie haben."
Erst am Mittwoch bezeichnete Trump die geschäftsführende Präsidentin Rodríguez nach einem langen Telefonat als großartige Person.
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