Ukraine: Länder beschließen Raketenabwehrbündnis für die Ukraine

Russischer Angriffskrieg:Neun Länder dabei: Raketenabwehr-Bündnis für Kiew und Europa

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Deutschland, Frankreich und weitere Länder haben gemeinsam mit der Ukraine eine Koalition zur Raketenabwehr geschlossen. Das Bündnis soll Europas Verteidigung insgesamt stärken.

Andrij Melnyk | Ukrainischer UN-Botschafter

Es werde "monate- oder jahrelang dauern", bis Kiew imstande sei, die Patriot-Raketen selbst zu produzieren, sagt Ukraines UN-Botschafter Melnyk. Man brauche sie aber schon heute - dringend.

09.07.2026 | 6:50 min

Angesichts anhaltender russischer Angriffe auf die Ukraine haben sich Deutschland, Frankreich und sieben weitere Länder mit der Ukraine in einer neuen Koalition zur Raketenabwehr zusammengeschlossen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sagte nach der Gründung der rein defensiven Koalition gegen ballistische Raketen in Paris:

Angesichts der ballistischen Bedrohung treffen wir eine klare Entscheidung: Wir schützen die Ukraine, stärken unsere gemeinsame Sicherheit und bauen ein Europa der Verteidigung auf.

Emmanuel Macron, französischer Präsident

Und weiter: "Mit der Gründung der Raketenabwehr-Koalition stärken wir die Fähigkeiten, die Europa benötigt", sagte Macron. Beteiligt sind außerdem Dänemark, Italien, die Niederlande, Norwegen, Spanien, Schweden sowie Großbritannien. Ziel des neuen Bündnisses ist eine industrielle Zusammenarbeit, um bestehende Raketenabwehrsysteme zu ergänzen.

Schwarz-Weiß-Bild aus Drohnensicht bei Angriff auf Schiff.

Die ukrainische Hafenstadt Odessa war zuletzt wieder Ziel russischer Angriffe. Carsten Thurau hat eine Drohneneinheit begleitet, die bei der Verteidigung der Stadt eine wichtige Rolle spielt.

13.07.2026 | 1:39 min

"Durch die Bündelung unserer industriellen Verteidigungsbasis, unserer Forschung und unserer operativen Erfahrung ist es unser Ziel, eine gemeinsame Abwehrkapazität gegen ballistische Raketen für Europa aufzubauen und relevante unterstützende Aktivitäten zu fördern", hieß es in einer Erklärung.

Ukraine entwickelt eigenes Abwehrsystem

Wie der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj vor dem Pariser Treffen sagte, geht es um den Aufbau eines neuen Raketenabwehrsystems. Die Ukraine arbeitet an einem eigenen System namens Freyja, das eine kostengünstige und leistungsfähige Alternative zum Patriot-System darstellen soll.

Selenskyj bemüht sich nach Kräften darum, neue Munition für die Patriot-Flugabwehrsysteme seines Landes von den Partnern zu bekommen. Sie sind die wirksamste Abwehrwaffe gegen Russlands ballistische Raketen. Doch die Lenkflugkörper PAC-3 sind knapp, die Produktion in den USA läuft langsam.

US-Präsident Donald Trump hatte der Ukraine beim Nato-Gipfel in Ankara eine Lizenz zum Bau von Munition für das Flugabwehrsystem Patriot in Aussicht gestellt. Doch das ist eine langfristige Lösung, aktuell ist die Munition vor Ort knapp, und Russland nutzt dies aus.

Militärexperte Oberst Markus Reisner zugeschaltet ins Studio

Zuletzt habe die Ukraine viele Angriffe mangels Patriot-Raketen nicht abwehren können, betont Militärexperte Oberst Reisner. Das könnte sich mittelfristig ändern.

09.07.2026 | 21:47 min

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Quelle: dpa
Über die Patriotsysteme für die Ukraine berichtete das gemeinsame Morgenmagazin von ARD und ZDF am 09.07.2026 ab 05:30 Uhr.

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