Trump verspricht: Ukraine soll Patriot-Raketen produzieren dürfen

Analyse

Lizenz für Raketenbau in Ukraine:Patriot-Produktion: Was ist Trumps Versprechen wert?

von Christian Mölling und András Rácz

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Trumps Ankündigung, der Ukraine die Lizenz zum Bau von Patriot-Raketen zu erteilen, ist eher eine politische Geste. Die Übergabe bereits produzierter Raketen wäre hilfreicher.

Archiv: Ein gefechtsbereites Flugabwehrraketensystem vom Typ "Patriot"

Es werde "monate- oder jahrelang dauern", bis Kiew imstande sei, die Patriot-Raketen selbst zu produzieren, sagt Ukraines UN-Botschafter Melnyk. Man brauche sie aber schon heute - dringend.

09.07.2026 | 6:50 min

Während des Nato-Gipfels in Ankara versprach US-Präsident Donald Trump seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj, dass die Ukraine die Erlaubnis erhalten könnte, Patriot-Raketen unter US-Lizenz herzustellen. Es wurden jedoch keine weiteren Details zu einer möglichen Vereinbarung bekannt gegeben.

Es ist klar, dass die Ukraine dringend mehr Patriot-Systeme benötigt, als sie derzeit besitzt. Das betrifft sowohl Abschussanlagen (sogenannte Launcher) als auch insbesondere Raketen (im Fachjargon Lenkflugkörper). Patriot-Raketen der dritten Generation (PAC-3) sind die einzigen an die Ukraine gelieferten Waffen westlicher Herkunft, die russische ballistische Raketen zuverlässig abschießen können.

Der Mangel an solchen Flugkörpern ist akut: Während des jüngsten großen Luftangriffs auf Kiew am 6. Juli konnte die Flugabwehr keine einzige anfliegende russische ballistische Rakete abfangen. Der Grund ist höchstwahrscheinlich, dass die von westlichen Ländern bereitgestellten Raketenvorräte zumindest vorübergehend aufgebraucht sind.

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Patriot-Raketen: Lieferengpass in den USA

Derzeit sind die USA jedoch nicht in der Lage, Patriot-Raketen in ausreichender Stückzahl zu produzieren. Raytheon und Lockheed Martin arbeiten intensiv daran, die jährliche Produktion von Patriot-Raketen von derzeit etwa 600 auf 800 bis 850 zu steigern. Doch dies erfordert erhebliche Investitionen sowie technische und personelle Vorbereitungen.

Die Ukraine würde mindestens 15 bis 20 neue Patriot-Bataillone und eine große Menge an Raketen benötigen. Das ist derzeit jedoch mit der industriellen Kapazität der USA nicht realisierbar.

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Trumps Zusage ist nicht abgesichert

Trump hat sich offensichtlich vor seiner Zusage nicht mit den Herstellern von Patriot beraten, sondern lediglich gesagt: "Aber das wird schon klappen." Daher dürfte es viel Zeit in Anspruch nehmen, alle Details zu klären. Erst danach kann mit dem Aufbau der notwendigen Anlagen überhaupt begonnen werden.

Die Umsetzung dieses Vorhabens dürfte sich wahrscheinlich quälend langsam vollziehen: Die Herstellung von Hightech-Munition ist ein langwieriges, komplexes und zweifellos kostspieliges Unterfangen. Um Patriot-Raketen in der Ukraine produzieren zu können, müsste eine spezialisierte Produktionsstätte errichtet werden, die sowohl über die industriellen und technologischen Mittel als auch über das für die Fertigung erforderliche, ausgebildete Personal verfügt.

Im besten Fall würde all dies zusammen mindestens zwei bis drei Jahre dauern. Sollte Trumps Versprechen die Produktion des gesamten Patriot-Systems umfassen - also nicht nur die Raketen, sondern auch das Radar, die Fahrzeuge usw. -, würde der Prozess noch mehr Zeit in Anspruch nehmen, sofern er überhaupt möglich wäre. Mit anderen Worten: Trumps Versprechen hilft den Kriegsanstrengungen der Ukraine kurzfristig überhaupt nicht weiter.

Die Autoren der Militäranalyse:



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Trump und die Ukraine: Gesten statt Hilfe

Alles in allem ist Trumps Versprechen eher eine diplomatische Geste als eine tatsächliche, konkrete militärische Hilfe. Außerdem ist Trump niemand, bei dem man vorhersagen kann, ob und wie lange sein Versprechen Gültigkeit behält.

Tatsächlich würden zwei Dinge den akuten ukrainischen Kriegsanstrengungen viel mehr helfen: Erstens: Die USA erlauben den Ländern, die Patriot-Raketen besitzen, diese an die Ukraine weiterzugeben. Zweitens: Die USA würden zügig ihre nationale Produktion von Patriot-Raketen erhöhen und so die Lücken ihrer Partner füllen.

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Über den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine berichtet das ZDF fortlaufend, zuletzt etwa im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF am 09.07.2026 ab 05:30 Uhr.

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