Treffen mit Trump steht bevor:Kurz vor Nato-Gipfel: Heftige Luftangriffe auf Kiew
Erneut hat Russland die ukrainische Hauptstadt angegriffen. Nun hofft die Ukraine auf den Nato-Gipfel in Ankara - und ein Treffen zwischen Selenskyj und Trump.
Rettungskräfte sind in Kiew damit beschäftigt, einen Brand zu löschen, der nach russischen Raketenangriffen ausgebrochen ist.
Quelle: dpaDie vorab befürchtete Welle schwerer Luftangriffe Russlands auf ukrainische Städte hat sich in der Nacht bestätigt. Kurz nach Mitternacht waren in der Hauptstadt Kiew laut Behördenangaben und Medienberichten Alarmsirenen und heftige Explosionen zu hören. Demnach wurde fast in allen Landesregionen Luftalarm ausgelöst.
In Kiew sollen mehrere Gebäude beschädigt worden sein. Laut ukrainischen Behörden kamen dabei drei Menschen ums Leben. Dies teilte der Leiter der städtischen Militärverwaltung, Tymur Tkatschenko, über den Kurznachrichtendienst Telegram mit.
Die Ukraine greife Russland stets in Wellen an, sagt Militärökonom Keupp. Durch die Größe des russischen Luftraums sei Russland nicht in der Lage, alles zu sichern.
02.07.2026 | 28:00 minSelenskyj pocht vor Gipfel auf Luftabwehr
Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj hatte am Sonntag davor gewarnt, dass Russlands Präsident Wladimir Putin noch vor Beginn des Nato-Gipfels in der Türkei am Dienstag schwere Luftangriffe befehlen dürfte. Dabei berief er sich auf Informationen des ukrainischen Geheimdienstes.
"Das entspricht ganz Putins Art - unmittelbar nach dem amerikanischen Unabhängigkeitstag und vor dem Nato-Gipfel in Ankara" wolle der russische Präsident "noch mehr Unheil anrichten und Menschen töten", sagte Selenskyj. Er appellierte an die Partner seines Landes, die ukrainische Flugabwehr stärker zu unterstützen.
Während die ukrainische Flugabwehr eine relativ hohe Trefferquote gegen russische Drohnen und Marschflugkörper hat, ist sie gegen ballistische Raketen weitgehend machtlos. Die Patriot-Systeme sind für die Ukraine das einzige wirksame Mittel gegen Russlands Raketen. Im Frühjahr beklagte Selenskyj, dass sein Land kaum noch Munition dafür habe. Der US-Krieg gegen den Iran verknappte die weltweiten Bestände der Abwehrraketen weiter.
Die Ukrainer hätten nach den ukrainischen Erfolgen bereits mit einem Gegenschlag gerechnet, so ZDF-Reporter Carsten Thurau. Russland habe mit beinahe allen verfügbaren Mitteln angegriffen.
02.07.2026 | 5:19 minTrump und Selenskyj wollen sich in Ankara treffen
Beim Nato-Gipfel in Ankara wird Selenskyj die Gelegenheit erhalten, sich mit einer Bitte um weitere Patriots direkt an US-Präsident Donald Trump zu wenden. Die beiden Staatschefs treffen am Mittwoch in Ankara zusammen, um auch über Wege zu einem Ende des russischen Angriffskriegs zu sprechen.
Keine der beiden Kriegsparteien mache nennenswerte militärische Fortschritte, betonte ein hochrangiger US-Beamter laut der Nachrichtenagentur dpa vor Journalisten. Gleichzeitig entstünden enorme Kosten, und es gebe Angriffe beider Seiten weit ins jeweils andere Land. "Der Präsident verspürt daher ein echtes Gefühl der Dringlichkeit, zu versuchen, das zu einem Ende zu bringen."
Man sei zuversichtlich, Fortschritte erzielen zu können, wenn Trump und Selenskyj zusammenkommen - und er sei sich sicher, dass sich Trump auch mit Kremlchef Putin in Verbindung setzen werde. Sowohl Putin als auch Selenskyj hatten am Wochenende mit Trump telefoniert und diesem ihre Sichtweise auf den Kriegsverlauf geschildert.
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