Tote in der ukrainischen Hauptstadt:Kurz vor Nato-Gipfel: Heftige Luftangriffe auf Kiew
Die Ukraine hatte vor einer neuen Angriffswelle gewarnt, Russland flog sie in der Nacht tatsächlich. Nun liegen Hoffnungen auf dem Nato-Gipfel in Ankara - und auf Trump.
In der Nacht zu Montag hat Russland die Ukraine massiv mit Drohnen und Raketen angegriffen - bereits zum zweiten Mal in kurzer Zeit.
06.07.2026 | 1:36 minAm Vortag des Nato-Gipfels in der Türkei hat Russland die nächste schwere Angriffswelle auf ukrainische Städte gestartet. Kurz nach Mitternacht löste die Flugabwehr in fast allen Landesregionen Luftalarm aus, aus Kiew wurden heftige Explosionen gemeldet.
Behörden und Medien berichteten über zahlreiche Einschläge in der Hauptstadt und ihren Vororten. Mehrere Gebäude wurden demnach beschädigt, mindestens neun Menschen getötet und 46 weitere verletzt. Tausende seien vor den Angriffen in U-Bahn-Stationen geflohen, berichtete das Nachrichtenportal "The Kyiv Independent". Auch im Umland der Hauptstadt gab es mehr als ein Dutzend Verletzte.
Die Ukraine greife Russland stets in Wellen an, sagt Militärökonom Keupp. Durch die Größe des russischen Luftraums sei Russland nicht in der Lage, alles zu sichern.
02.07.2026 | 28:00 minSelenskyj pocht vor Gipfel auf Luftabwehr
Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj hatte am Sonntag davor gewarnt, dass Russlands Präsident Wladimir Putin noch vor Beginn des Nato-Gipfels in der Türkei am Dienstag schwere Luftangriffe befehlen dürfte. Dabei berief er sich auf Informationen des ukrainischen Geheimdienstes.
"Das entspricht ganz Putins Art - unmittelbar nach dem amerikanischen Unabhängigkeitstag und vor dem Nato-Gipfel in Ankara" wolle der russische Präsident "noch mehr Unheil anrichten und Menschen töten", sagte Selenskyj. Er appellierte an die Partner seines Landes, die ukrainische Flugabwehr stärker zu unterstützen.
Während die ukrainische Flugabwehr eine relativ hohe Trefferquote gegen russische Drohnen und Marschflugkörper hat, ist sie gegen ballistische Raketen weitgehend machtlos. Die Patriot-Systeme sind für die Ukraine das einzige wirksame Mittel gegen Russlands Raketen. Im Frühjahr beklagte Selenskyj, dass sein Land kaum noch Munition dafür habe. Der US-Krieg gegen Iran verknappte die weltweiten Bestände der Abwehrraketen weiter.
Die Ukrainer hätten nach den ukrainischen Erfolgen bereits mit einem Gegenschlag gerechnet, so ZDF-Reporter Carsten Thurau. Russland habe mit beinahe allen verfügbaren Mitteln angegriffen.
02.07.2026 | 5:19 minTrump und Selenskyj wollen sich in Ankara treffen
Beim Nato-Gipfel in Ankara wird Selenskyj die Gelegenheit erhalten, sich mit einer Bitte um weitere Patriots direkt an US-Präsident Donald Trump zu wenden. Die beiden Staatschefs treffen am Mittwoch in Ankara zusammen, um auch über Wege zu einem Ende des russischen Angriffskriegs zu sprechen.
Keine der beiden Kriegsparteien mache nennenswerte militärische Fortschritte, betonte ein hochrangiger US-Beamter laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vor Journalisten. Gleichzeitig entstünden enorme Kosten, und es gebe Angriffe beider Seiten weit ins jeweils andere Land. "Der Präsident verspürt daher ein echtes Gefühl der Dringlichkeit, zu versuchen, das zu einem Ende zu bringen."
Man sei zuversichtlich, Fortschritte erzielen zu können, wenn Trump und Selenskyj zusammenkommen - und er sei sich sicher, dass sich Trump auch mit Kremlchef Putin in Verbindung setzen werde. Sowohl Putin als auch Selenskyj hatten am Wochenende mit Trump telefoniert und diesem ihre Sichtweise auf den Kriegsverlauf geschildert.
Neue Milliarden-Zusagen für Kiew geplant
Bei dem Nato-Gipfel soll die Ukraine offenbar ein neues Versprechen für milliardenschwere Militärhilfen bekommen. Darauf verständigten sich in Brüssel Vertreter der 32 Bündnisstaaten wenige Tage vor dem Spitzentreffen in abschließenden Beratungen über die geplante Gipfelerklärung, wie die dpa erfuhr.
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