Ukraine zerstört Brücken - mit großen Erfolgen

Analyse

Russischer Angriffskrieg:Ukraine zerstört Brücken - und setzt Moskau unter Druck

von Christian Mölling, András Rácz

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Die Ukraine weitet ihre Angriffe auf Brücken im Süden aus - Russland versucht weiterhin, die Brücken zu reparieren. Weitere Angriffe sind sehr wahrscheinlich.

Zerstörte Brücke zwischen Donezk und Mariupol

Zerstörte Brücke zwischen Donezk und Mariupol: Das ukrainische Militär greift seit mehreren Wochen systematisch Brücken im russisch besetzten Teil des Landes an.

Quelle: action press

Im Laufe der letzten Wochen hat die Ukraine ihre Drohnen- und Raketenangriffe auf Brücken und andere Übergänge in den von Russland besetzten Gebieten intensiviert und ausgeweitet. Die Brücken, die die Krim mit dem ukrainischen Festland verbinden, wurden wiederholt angegriffen.

Satellitenbilder zeigen zerstörte Cherson-Brücke

Satellitenbilder bestätigen nun, dass die Brücke von Cherson zur Arabat-Nehrung durch die wiederholten Angriffe unbrauchbar gemacht wurde. Die russischen Behörden errichteten stattdessen sowohl eine Pontonbrücke als auch eine Dammüberführung, um die beschädigte Brücke zu ersetzen.

Obwohl der Bau eines Damms den Wasserfluss blockiert und somit langfristig schwerwiegende Auswirkungen auf die Umwelt haben kann, ist dies für die russischen Besatzungstruppen kein Hindernis.

Carsten Thurau | ZDF-Reporter in Kiew

"Die Ukraine ist nicht mehr angemessen in der Lage, ich zu verteidigen, insbesondere gegen ballistische Raketen", so ZDF-Reporter Carsten Thurau. Die Angriffe von Montag seien die "heftigsten Angriffe seit Beginn des Krieges" gewesen.

07.07.2026 | 2:41 min

Straßenbrücke bei Razdolnoje eingestürzt

Auch eine Straßenbrücke in der Nähe von Razdolnoje wurde getroffen und stürzte auf die darunter verlaufende Eisenbahnstrecke. Mit den Reparaturarbeiten wurde noch nicht begonnen, da eine weitere, nahegelegene Brücke ebenfalls getroffen wurde, was den Transport der Baumaschinen in die Nähe der eingestürzten Straßenbrücke erschwert.

Die Autoren:



Drohnenangriffe auf Brücke Donezk-Mariupol

Schon am 30. Juni wurde eine wichtige, große Straßenbrücke auf der Autobahn Donezk-Mariupol von mehreren schweren Drohnenangriffen getroffen - ein russischer Militärblogger berichtete von 20 bis 25 FP-2-Angriffsdrohnen, die nacheinander angriffen - und stürzte teilweise ein. Es ist noch unklar, ob die Brücke in absehbarer Zeit repariert werden kann.

Darüber hinaus wurde in Ichki auf der besetzten Krim auch eine Eisenbahnbrücke getroffen und teilweise zerstört.

12.06.2026, Ukraine, Simferopol: An einer Tankstelle in Simferopol auf der Krim stehen Autos Schlange.

Die Menschen auf der Krim spüren die Auswirkungen ukrainischer Drohnen-Attacken. Seit der russischen Annexion 2014 ist die Halbinsel eine wichtige Militärbasis für Russland.

24.06.2026 | 2:36 min

Wettlauf zwischen Angriff und Reparatur

Dabei ist es wichtig zu beachten, dass die Folgen der Angriffe auf Brücken nicht als statisch betrachtet werden dürfen. Vielmehr handelt es sich um einen dynamischen, sich ständig verändernden Prozess, in dem die Verteidiger (Russland) versuchen, mit den Angreifern (Ukraine) Schritt zu halten, indem sie die beschädigten Brücken kontinuierlich reparieren und so ihre Funktionsfähigkeit aufrechterhalten.

Sind die Schäden hingegen zu schwerwiegend, entwickeln die Verteidiger immer wieder alternative, oft provisorische Lösungen:

  • Eine zerstörte Flussbrücke kann vorübergehend durch eine Pontonbrücke oder eine Überquerung über einen Damm ersetzt werden, wie an der Arabat-Nehrung gezeigt wurde.
  • Ein eingestürzter Viadukt kann teilweise durch eine provisorische Straße ersetzt werden, die in die Flanken des Tals gehauen wurde, über das der Viadukt führte.
Militärokonom Marcus M. Keupp

Die Ukraine greife Russland stets in Wellen an, sagt Militärökonom Keupp. Durch die Größe des russischen Luftraums sei Russland nicht in der Lage, alles zu sichern.

02.07.2026 | 28:00 min

Einige Querungen sind alternativlos

Allerdings kann keine dieser Ersatzlösungen die ursprüngliche Kapazität der beschädigten oder zerstörten Brücke erreichen. Außerdem sind auch die Alternativen anfällig für ukrainische Angriffe, insbesondere Pontonbrücken.

Und natürlich gibt es praktisch unersetzbare Brücken - so war es bei der Antonovsky-Brücke über den Dnipro bei Cherson, die im Herbst 2022 endgültig zerstört wurde. So könnte es auch bei der Kertsch-Brücke sein, sollte die Ukraine beschließen, die Angriffe darauf wieder aufzunehmen.

Ukraine könnte im Wettlauf zunächst Oberhand behalten

Angesichts der rasch wachsenden Drohnenproduktion der Ukraine, einschließlich immer leistungsstärkerer Mittel- und Langstreckenwaffen, ist es sehr wahrscheinlich, dass Kiew die Brücken sowohl auf der Krim als auch in den anderen besetzten Gebieten weiterhin angreifen wird, um die russische Logistik weiter zu schwächen.

Russlands geschwächte Luftabwehrkapazitäten reichen nicht aus, um alle wichtigen Brücken zu verteidigen - sobald diese angegriffen werden, wird Russland daher auf technische Lösungen zurückgreifen müssen, um sie so weit wie möglich zu reparieren oder zu ersetzen.

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Satellitenbild: Rauchgeneratoren auf der Krim-Brücke aufgenommen am 22.6.2026
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