Bundeswehr:Pistorius will Soldaten zum Dienst in Litauen verpflichten
Um Litauen Sicherheit vor einer russischen Bedrohung zu geben, will Verteidigungsminister Pistorius dort Bundeswehrsoldaten zum Dienst verpflichten. Außerdem warnt er vor der AfD.
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat das Manöver in Litauen besucht. Am Manöver sind 2.900 Soldaten aus acht Nato-Staaten beteiligt. Geübt wird hier für den Ernstfall.
22.06.2026 | 2:04 minFür die Stationierung einer Bundeswehrbrigade in Litauen muss nach Einschätzung von Verteidigungsminister Boris Pistorius eine nennenswerte Soldatenzahl verpflichtet werden. "Ich rede von unter 1.000", sagte der SPD-Politiker der "Bild am Sonntag".
Wir haben eine Herausforderung bei den Mannschaftsdienstgraden und bei Spezialisten. In den Fällen kann es am Ende zu einer Verpflichtung kommen.
Boris Pistorius (SPD), Verteidigungsminister
Bislang habe die Bundeswehr die Mehrzahl der Dienstposten mühelos mit Freiwilligen besetzen können. Der Aufbau der Bundeswehrbrigade mit rund 4.800 Soldaten und 200 zivilen Beschäftigten soll nach früheren Angaben 2027 abgeschlossen sein. Dies soll Litauen Sicherheit vor einer russischen Bedrohung geben.
Bei den Plänen von Verteidigungsminister Pistorius zur Stärkung der Bundeswehr spielen Reservisten eine wichtige Rolle. ZDF-Korrespondentin Ines Trams mit den Hintergründen.
01.07.2026 | 0:36 minPistorius: Sorge vor AfD-Wahlausgang im Herbst
Angesichts der Umfragewerte der AfD und der Möglichkeit einer AfD-Landesregierung in Sachsen-Anhalt im Herbst sagte Pistorius, ein solcher Wahlausgang mache ihm allergrößte Sorgen. Er bejahte die Frage, ob er größte Bauchschmerzen hätte, einem AfD-Minister geheime Informationen zu übermitteln.
Wir beschäftigen uns intensiv mit der Frage, wem wir Zugang zu geheim eingestuften Informationen geben können.
Boris Pistorius (SPD), Verteidigungsminister
Die Nähe der AfD zum russischen Präsidenten Wladimir Putin sei nicht zu übersehen. Informationen dürften nicht in die falschen Hände geraten. "Das liegt auf der Hand, dass das nicht passieren darf", sagte der Verteidigungsminister.
Russland will in St. Petersburg zeigen, dass man ein gefragter Partner ist. Nach Jahren der Zurückhaltung treten wieder deutsche Unternehmer auf, auch AfD‑Politiker nehmen teil.
04.06.2026 | 2:22 minFinanzhilfen für die Ukraine
Vor dem am Dienstag beginnenden Nato-Gipfel kündigte Pistorius weitere Finanzhilfen für die Ukraine an, aus EU-Krediten und einem neuen Fördertopf. "Da reden wir über insgesamt 70 Milliarden Euro." Der deutsche Anteil werde "mit Sicherheit der größte Einzelbetrag" sein.
Eine Lieferung des deutschen Marschflugkörpers Taurus halte er nicht für nötig. "Ich glaube nicht, dass die Ukraine den Taurus noch braucht."
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