Trump teilt aus: Nato-Gipfel von Iran und Grönland überschattet

US-Präsident bei Nato-Gipfel:Trump: Rahmenabkommen mit Iran ist für mich "vorbei"

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Donald Trump hat beim Nato-Gipfel in Ankara gegen Iran gewettert und die Feuerpause für beendet erklärt. Außerdem teilte er gegen Verbündete aus, insbesondere Spanien.

NATO-Gipfel in Ankara (Türkei) - Donald Trump (r.) und Mark Rutte , aufgenommen am 08.07.2026

Bei einem gemeinsamen Auftritt mit Mark Rutte (l.) teilte US-Präsident Donald Trump (r.) gegen Iran und Nato-Partner aus.

Quelle: dpa

US-Präsident Donald Trump hat die Absichtserklärung zur Beendigung des Konflikts mit Iran für hinfällig erklärt. Die Vereinbarung sei "vorbei", sagte Trump vor dem Nato-Gipfel in Ankara. Er wolle nicht mit Teheran verhandeln und mit Iran nichts mehr zu tun haben. Das seien "kranke Leute", sagte Trump bei einem gemeinsamen Auftritt mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte.

"Es ist reine Zeitverschwendung, sich mit ihnen abzugeben", sagte Trump weiter über die iranische Führung. Trump fügte hinzu:

Das sind fiese Typen, deshalb haben sie es auf jeden abgesehen, wahrscheinlich auch auf mich. Ich stehe schon seit Jahren ganz oben auf ihrer Liste. Und sie sind ein Haufen Abschaum, um ehrlich zu sein. Sie sind Abschaum.

Donald Trump, US-Präsident über die Regierung Irans

Bundeskanzler Merz gibt eine Presseerklärung vor seinem Abflug zum Nato-Gipfel nach Ankara.

Ein zentrales Thema beim Nato-Gipfel sind die Militärausgaben. Auch über die weitere Unterstützung der Ukraine wird diskutiert.

07.07.2026 | 1:50 min

Trump will Handelsbeziehung mit Spanien abbrechen

Wegen des Streits um Spaniens Engagement in der Nato will Trump außerdem den Handel mit dem EU-Land einstellen. "Ich will nichts mit Spanien zu tun haben. Alle Handelsbeziehungen mit Spanien sollten abgebrochen werden", sagte der US-Präsident. Der Beziehungsabbruch soll demnach "sofort" vollzogen werden, Spanien sei "ein schrecklicher Nato-Partner".

Das Nato-Gipfeltreffen in der türkischen Hauptstadt wird allgemein von neuen Spannungen überschattet, nachdem US-Präsident Donald Trump den Streit über den Iran-Krieg sowie den Streit um Grönland wieder angefacht und neue Luftangriffe auf Iran angeordnet hat. Zudem steht der Umgang der Allianz mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine auf der Tagesordnung.

Schaltgespräch vom 07.07.2026 mit Isabelle Schaefers zum Nato-Gipfel in Ankara

Vor dem Nato-Gipfel in Ankara fordert US-Präsident Trump erneut höhere Verteidigungsausgaben. Zuvor kritisierte er, "dass die Europäer nicht genug leisten würden", so ZDF-Korrespondentin Schaefers.

07.07.2026 | 0:58 min

Trump teilt Seitenhiebe gegen Verbündete aus

Bereits bei seiner Ankunft in Ankara teilte Trump Seitenhiebe gegen die Verbündeten aus. Er warf ihnen abermals vor, die USA im Iran-Krieg nicht zu unterstützen. Er erklärte, ohne seine Freundschaft mit dem gastgebenden türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan hätte er das Treffen womöglich boykottiert.

Die USA hatten als Reaktion auf Angriffe auf drei Tanker neue Militärschläge gegen Iran gestartet und eine Ausnahmegenehmigung entzogen, die Iran den Verkauf von Öl erlaubte.

Rutte spielt herunter - Merz verteidigt sich

Nato-Generalsekretär Mark Rutte verteidigte die neuen US-Angriffe vor dem Gipfel als "absolut notwendig". Wenn eine Waffenruhe bestehe und Iran diese im Grunde verletze, halte er es für entscheidend, dass die USA entschlossen reagierten, sagte Rutte vor Journalisten. Er spielte Trumps Klagen über die Verbündeten als "Einzelfälle" herunter.

Die Höhe der Militärausgaben war ein zentrales Thema - US-Präsident Donald Trump hatte die deutlich gestiegenen Ausgaben zuletzt als lächerlich bezeichnet.

Beim NATO-Gipfel sind die Militärausgaben der Mitgliedsstaaten und die weitere Unterstützung der Ukraine zentrale Themen. ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen berichtet.

07.07.2026 | 1:17 min

Die Nato-Staaten hatten zuvor versucht zu demonstrieren, dass sie Trumps Forderungen nach höheren eigenen Verteidigungsausgaben nachkommen, indem sie Rüstungsgeschäfte im Wert von mindestens 50 Milliarden Dollar ankündigten.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) verwies erneut auf die deutliche Steigerung seit dem letzten Gipfel in Den Haag. Vor der Arbeitssitzung beim Gipfeltreffen in Ankara sagte er:

Wir haben geliefert.

Bundeskanzler Friedrich Merz, CDU

Die meisten europäischen Staaten hätten ihre Anstrengungen im Verteidigungsbereich erheblich verbessert.

Trump: Partner im Ernstfall nicht für die USA da

Trump zeigte sich dennoch unzufrieden. Er sei "sehr enttäuscht" von der Allianz. Die USA seien während des US-israelischen Krieges gegen Iran nicht gut behandelt worden, sagte er bei einem gemeinsamen Auftritt mit Erdogan.

Warum gebe man Hunderte Milliarden Dollar aus, wenn die Partner im Ernstfall nicht für die USA da seien, fragte Trump. Er warf den europäischen Staaten vor, den US-Streitkräften während des Konflikts die Nutzung ihres Luftraums und ihrer Stützpunkte verweigert zu haben.

Vor NATO-Gipfel: Trump trifft Erdogan

Sehen Sie die Pressekonferenz mit US-Präsident Trump und dem türkischen Präsidenten Erdogan vor dem Nato-Gipfel in voller Länge.

07.07.2026 | 28:18 min

Europäische Regierungsvertreter betonten, sie hätten ihre Verpflichtungen weitgehend erfüllt, obwohl sie vor dem wirtschaftlich folgenschweren Konflikt nicht konsultiert worden seien.

Dänische Ministerpräsidentin: Grönland nicht zum Verkauf

Trumps erneute Forderung, dass die zu Dänemark gehörende autonome Region Grönland unter US-Kontrolle gestellt werden sollte, sorgte für zusätzliche Verstimmung. Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen sagte in Ankara, Grönland stehe nicht zum Verkauf.

Wir sind bereit, jeden Zentimeter des Nato-Gebiets zu verteidigen, einschließlich unseres eigenen Territoriums.

Dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen

Die 32 Nato-Staats- und Regierungschefs kommen am Mittwoch zur Hauptsitzung zusammen, nachdem sie sich am Dienstagabend zu einem gemeinsamen Abendessen getroffen hatten. Die Botschafter der Mitgliedstaaten haben eine Gipfel-Erklärung ausgearbeitet, die eine "unerschütterliche Verpflichtung" zur kollektiven Verteidigung vorsieht. Diese wird jedoch erst veröffentlicht, wenn die Staats- und Regierungschefs sie gebilligt haben.

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Quelle: Reuters, dpa
Über dieses Thema berichteten verschiedene Sendungen, etwa das ZDF-Morgenmagazin am 08.07.2026 ab 05:30 Uhr oder das heute journal am 07.07.2026 ab 21:45 Uhr.

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