Ausgaben für Verteidigung:Fünf Nato-Staaten werden 2026 wohl 3,5-Prozent-Ziel erreichen
Fünf Mitgliedsstaaten der Nato erreichen in diesem Jahr voraussichtlich das Ausgaben-Ziel bei den Verteidigungsausgaben. Deutschland nicht, meldet aber Ausgaben in Rekordhöhe.
Ein zentrales Thema beim diesjährigen Nato-Gipfel sind die Militärausgaben. Auch über die weitere finanzielle und militärische Unterstützung der Ukraine wird diskutiert.
07.07.2026 | 1:47 minFünf Nato-Staaten werden im laufenden Jahr voraussichtlich das Ziel der Allianz erreichen, 3,5 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts (BIP) für die Verteidigung auszugeben. Dies geht aus Daten hervor, die das Bündnis im Vorfeld des Gipfeltreffens in Ankara veröffentlichte.
Spitzenreiter ist Litauen mit geschätzten 5,33 Prozent der Wirtschaftsleistung, gefolgt von Estland (5,1 Prozent), Lettland (4,92 Prozent), Polen (4,68 Prozent) und Griechenland (3,65 Prozent). Die USA liegen bei 3,17 Prozent. Die europäischen Nato-Mitglieder und Kanada dürften in diesem Jahr insgesamt 2,53 Prozent ihres BIP für die Verteidigung aufwenden.
Nato: Deutschland meldet rekordverdächtige Ausgaben
Deutschland meldete der Nato derweil erneut Ausgaben in Rekordhöhe. Die Bundesregierung übermittelte für das laufende Jahr einen Betrag von 124,7 Milliarden Euro. Der Anteil der Verteidigungsausgaben am deutschen Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird damit nach Nato-Berechnungen 2,69 Prozent erreichen.
Beim Nato-Gipfel sind die Militärausgaben der Mitgliedsstaaten und die weitere Unterstützung der Ukraine zentrale Themen. ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen berichtet.
07.07.2026 | 1:17 minLänder wie Belgien, Spanien und Tschechien verharren allerdings auch 2026 bei Verteidigungsausgaben in Höhe von zwei Prozent ihres BIP. Slowenien rutscht den Angaben zufolge sogar unter die Zwei-Prozent-Grenze, die nach einem Nato-Beschluss aus dem Jahr 2014 bis 2024 erreicht werden sollte.
- Rückblick August 2025: Alle Nato-Mitglieder erreichen Zwei-Prozent-Ziel
Insgesamt werden der Nato zufolge die Verteidigungsausgaben der europäischen Verbündeten und Kanada im Vergleich zu 2025 um elf Prozent auf 777 Milliarden Dollar (rund 680 Milliarden Euro) steigen. Die USA geben dieses Jahr mehr als eine Billion Euro für die Verteidigung aus.
Vor dem Nato-Gipfel in Ankara forderte US-Präsident Trump erneut höhere Verteidigungsausgaben. Zuvor kritisierte er, "dass die Europäer nicht genug leisten würden", so ZDF-Korrespondentin Schaefers.
07.07.2026 | 0:58 minTrump macht Druck auf Bündnispartner
Die Staats- und Regierungschefs der Nato hatten sich im vergangenen Jahr auf einem Gipfel in Den Haag darauf geeinigt, die Kernausgaben für Rüstung und Truppen bis 2035 auf 3,5 Prozent des BIP zu erhöhen. Zuvor lag die Zielmarke bei zwei Prozent. Die Mitgliedsstaaten wollen zudem weitere 1,5 Prozent in verteidigungsnahe Bereiche wie Cybersicherheit investieren.
US-Präsident Donald Trump übt Druck auf die Bündnispartner aus, ihre Ausgaben zu steigern. Belgien, Portugal und Italien dürften in diesem Jahr Schätzungen zufolge nur knapp die alte Marke von zwei Prozent erreichen.
Wichtiger Hinweis in eigener Sache
Wer bei Google etwas sucht, bekommt neben den Suchergebnissen auch eine Box mit Schlagzeilen angezeigt.
Mit ZDFheute als hinterlegter Quelle bekommen Sie unsere Inhalte häufiger in die Schlagzeilen-Box gespielt - geprüfte Inhalte, direkt in Ihrem Überblick.
→ Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.
Nato-Gipfel in Ankara
Gipfel mit Konfliktpotenzial:Trump von Nato "sehr enttäuscht"
mit Video1:50- Analyse
Nato-Gipfel in Ankara:Showtime für die europäischen Bündnispartner
von Isabelle Schaefers, Ankaramit Video3:33 - Interview
Sicherheitsexperte zu Nato-Gipfel:Ischinger: U-Boot-Deal "symbolisch ganz wichtig"
mit Video6:35 Tote in der ukrainischen Hauptstadt:Kurz vor Nato-Gipfel: Heftige Luftangriffe auf Kiew
mit Video1:36