Sicherheitsexperte zu Nato-Gipfel:Ischinger: U-Boot-Deal "symbolisch ganz wichtig"
Kanada vergibt einen milliardenschweren U-Boot-Auftrag an Deutschland. Das sei ein wichtiges Symbol, sagt der Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, im ZDF.
"Mehr Resilienz heißt auch mehr Industrieproduktion für Rüstung in Europa", so Wolfgang Ischinger, Chef der MSC, zum deutsch-kanadischen U-Boot-Deal.
07.07.2026 | 6:35 minKurz vor dem Nato-Gipfel verkündete die kanadische Regierung einen Milliarden-Rüstungsdeal mit Deutschland: Kanada kauft bis zu zwölf U-Boote beim Kieler Schiffbauer TKMS, erklärte der Premier Mark Carney vor seiner Abreise zu dem Treffen in Ankara.
Das sei nicht nur ökonomisch sehr gut für die Werftarbeiter in Kiel und Wismar, sondern es sei ein "ganz wichtiges Symbol", sagte der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, im ZDF-Morgenmagazin. Aber darüber hinaus gehe es um mehr.
Vor dem Nato-Gipfel in Ankara fordert US-Präsident Trump erneut höhere Verteidigungsausgaben. Zuvor kritisierte er, "dass die Europäer nicht genug leisten würden", so ZDF-Korrespondentin Schaefers.
07.07.2026 | 0:58 minIschinger: Auch Europa muss Rüstungsaufträge bekommen
US-Präsident Donald Trump wolle, dass die Europäer, die jetzt so viel mehr für Verteidigung ausgeben, möglichst alles in den USA einkaufen. "Der Deal zwischen Kanada und Deutschland ist ein Zeichen dafür, dass es künftig eben auch andere Schwerpunkte geben muss", betonte Ischinger.
"Es kann nicht sein, dass wenn die Europäer so viel mehr Geld für die Verteidigung ausgeben, das Geld alles in Alabama oder Tennessee landet", sagte er im ZDF. "Das Geld muss auch in Kiel oder in Firmen in Bayern oder in Frankreich oder in Spanien landen." Das sei es eigentlich, was hinter diesem Deal stehe.
Mehr Resilienz heißt auch mehr Industrieproduktion für die Rüstung in Europa.
Wolfgang Ischinger, Chef der Münchner Sicherheitskonferenz
Merz: "Starkes Zeichen der transatlantischen Zusammenarbeit"
Kanada habe ein starkes Zeichen der transatlantischen und europäischen Zusammenarbeit in der Verteidigungsindustrie gesetzt, sagte Bundeskanzler Friedrich Merz. Dies sei "ein großes, strategisches Vorhaben", das Kanada, Deutschland und Norwegen, dem dritten Partner, auf Jahrzehnte verbinde, sagt der CDU-Politiker. Die Partnerschaft reiche weit über die Sicherheits- und Verteidigungspolitik hinaus.
In Ankara treffen sich die Nato-Regierungschefs. Auch Donald Trump kommt auf ausdrücklichen Wunsch Erdoğans, der sich wiederum innenpolitische Legitimation erhofft. Wie viel Einigkeit ist denkbar?
07.07.2026 | 2:22 minKanadas Regierung versucht wegen der Spannungen mit den USA seit dem Amtsantritt von US-Präsident Trump, engere Beziehungen mit der EU zu knüpfen. Premier Carney hat Europa in den vergangenen Monaten gleich mehrfach besucht.
Der Schiffbauer TKMS mit Standorten unter anderem in Kiel, Bremen und Wismar hatte erst in der vergangenen Woche von der Bundeswehr einen Auftrag zum Bau mehrerer Fregatten erhalten. Thyssenkrupp hatte seine Rüstungstochter im vergangenen Jahr an die Börse gebracht, hält aber noch die Mehrheit.
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