Milliardenauftrag für Kieler Schiffbauer:TKMS erhält Mega-U-Boot-Auftrag aus Kanada
Die kanadische Regierung will ihre neuen U-Boote von Deutschland bauen lassen. Der milliardenschwere Auftrag geht an TKMS, wie Kanadas Premier Mark Carney mitteilte.
Die Thyssen-Krupp-Tochter TKMS bekommt von Kanada den Zuschlag, zwölf U-Boote zu bauen und zu liefern. ZDF-Börsenexperte Frank Bethmann mit den Einzelheiten.
06.07.2026 | 1:24 minMilliardenauftrag aus Kanada vor dem Nato-Gipfel: Der Kieler Marineschiffbauer TKMS soll bis zu zwölf U-Boote nach Nordamerika liefern. Wie Premierminister Mark Carney in Halifax mitteilte, setzt Kanada auf eine Zusammenarbeit mit Deutschland.
Der deutsche Hersteller stach bei dem Geschäft, das Arbeitsplätze an der Ostseeküste sichert, einen südkoreanischen Konkurrenten aus. Carney verkündete die Entscheidung vor seiner Abreise zum Gipfel des Bündnisses in Ankara.
Pistorius: Meilenstein für die Stärkung der transatlantischen Sicherheit
Die Bundesregierung hatte sich mit Blick auf die gemeinsame Abschreckung Russlands sowie die Sicherheitslage im Atlantik und der Arktis wiederholt für das Geschäft starkgemacht. Allein Verteidigungsminister Boris Pistorius reiste mehrfach zu Gesprächen nach Kanada, zuletzt im Mai.
Der SPD-Politiker begrüßte die kanadische Entscheidung nun als Meilenstein für die Stärkung der transatlantischen Sicherheit. Die zukünftige U-Boot-Flotte sei wesentlicher Pfeiler in der Strategie der Nato zur Sicherung des hohen Nordens und sichtbarer Beitrag zur Lastenteilung im Bündnis, so Pistorius vor dem Beginn des Nato-Gipfels.
Die Informationen, die unsere 24 U-Boote im Nordatlantik, in der Arktis und im hohen Norden sammeln werden, können wir schnell untereinander austauschen, analysieren und nutzen.
Boris Pistorius, Verteidigungsminister
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius war im März in Singapur zu Besuch. Neben einem Besuch im Stadtteil Katong unterschrieb Pistorius auch einen Deal für die Wartung deutscher U-Boote.
24.03.2026 | 1:00 minKanada erhält von TKMS U-Boote des Typs 212CD
Für TKMS ist es der größte U-Boot-Auftrag in der Unternehmensgeschichte. Kanada erhält von der Werft U-Boote des Typs 212CD. Dieses Modell haben Deutschland und Norwegen für die gemeinsame Nutzung entwickelt. Die Buchstaben "CD" stehen dabei für das gemeinsame Design ("Common Design"). Diese Baugleichheit soll die Kosten verringern und eine einfache Zusammenarbeit ermöglichen, der sich nun Kanada als dritter großer Partner anschließt.
Bundeskanzler Friedrich Merz sprach von einem "starken Zeichen der transatlantischen und europäischen Zusammenarbeit in der Verteidigungsindustrie". "Dies ist ein großes, strategisches Vorhaben, das Kanada, Deutschland und Norwegen auf Jahrzehnte verbindet."
TKMS setzt sich gegen koreanischen Anbieter Hanwha Ocean durch
Kanada bezieht bisher rund 80 Prozent seiner Militärgüter aus den USA. Das Verhältnis ist aber seit dem neuerlichen Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump schwer belastet. Neben Zöllen wird das Verhältnis auch von Trumps mehrfach geäußertem Wunsch strapaziert, Kanada als 51. Bundesstaat einzugliedern.
Das US-Repräsentantenhaus hat sich in einer Abstimmung gegen Donald Trumps Kanada-Zölle gestellt. Auch sechs Republikaner votierten trotz Drohungen des US-Präsidenten dafür.
12.02.2026 | 0:22 minIn den vergangenen Wochen und Monaten hatte das Rüstungsunternehmen TKMS im Wettbewerb mit dem koreanischen Anbieter Hanwha Ocean sein Werben intensiviert und diverse Kooperationen mit kanadischen Unternehmen verkündet, um die eigenen Chancen zu erhöhen. Bereits bei der Vorstellung der Halbjahreszahlen im Mai hatte sich TKMS-Chef Oliver Burkhard zuversichtlich gezeigt: "Ich gehe davon aus, dass wir das gewinnen."
TKMS will U-Boote in Kiel und Wismar bauen
Zum Auftragsvolumen machten weder Kanada noch TKMS Angaben. Die High-Tech-Boote will die Werft sowohl am Stammsitz in Kiel als auch in der zweiten Werft in Wismar in Mecklenburg-Vorpommern bauen. Dort will das Unternehmen bis zu 1.500 Arbeitsplätze schaffen. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben mehr als 9.100 Beschäftigte, darunter rund 3.300 in Kiel.
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