USA: Repräsentantenhaus stimmt gegen Donald Trumps Kanada-Zölle

Republikanische Abweichler:US-Repräsentantenhaus stimmt gegen Trumps Kanada-Zölle

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Sechs republikanische Abgeordnete haben sich bei einer Abstimmung im Repräsentantenhaus gegen Donald Trumps Kanada-Zölle gestellt. Der US-Präsident droht den Abweichlern.

Repräsentantenhaus in den USA

Das US-Repräsentantenhaus hat sich in einer Abstimmung gegen Donald Trumps Kanada-Zölle gestellt. Auch sechs Republikaner votierten trotz Drohungen des US-Präsidenten dafür.

12.02.2026 | 0:22 min

Mit Hilfe von sechs republikanischen Abweichlern hat das US-Repräsentantenhaus gegen die Handelszölle von US-Präsident Donald Trump gegen Kanada gestimmt. Die Abgeordneten votierten am Mittwoch (Ortszeit) mit 219 zu 211 Stimmen für den von den Demokraten eingebrachten Vorstoß.

Die Abstimmung zielte darauf ab, den von Trump im Februar 2025 ausgerufenen Notstand zu beenden, der dem US-Präsidenten erlaubt hatte, Zölle auf aus Kanada importierte Waren zu verhängen. Zuvor war eine Maßnahme ausgelaufen, die jede Abstimmung über Zölle untersagte. Ein Versuch des republikanischen Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses, Mike Johnson, die Maßnahme zu verlängern, war am Dienstag gescheitert.

Die Gordie Howe International Bridge bei den Bauarbeiten. Es sind Container zu sehen.

Eine neue Grenzbrücke soll den US-Bundesstaat Michigan und die kanadische Provinz Ontario verbinden. Jetzt droht Präsident Trump, die Eröffnung zu stoppen. Er verlangt "Entschädigungen".

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Trump droht republikanischen Abweichlern

Während die Abstimmung im Repräsentantenhaus lief, richtete Trump in seinem Onlinedienst Truth Social eine Drohung an mögliche republikanische Abweichler. Mit Blick auf die Zwischenwahlen im November sagte er:

Jeder Republikaner, im Repräsentantenhaus oder im Senat, der gegen Zölle stimmt, wird bei der Wahl die Konsequenzen tragen müssen.

Donald Trump, US-Präsident

Er fügte hinzu: "Zölle haben uns wirtschaftliche und nationale Sicherheit gebracht, und kein Republikaner sollte dafür verantwortlich sein, dieses Privileg zu zerstören."

 US-Präsident Donald Trump (l) empfängt den kanadischen Premierminister Mark Carney vor ihrem Treffen im Weißen Haus.

Die USA hatten im Oktober ihre Handelsgespräche mit Kanada abgebrochen. Präsident Trump warf Kanada vor, in einer Kampagne gegen Zölle den Ex-Präsidenten Reagan falsch zitiert zu haben.

24.10.2025 | 0:23 min

Abstimmung über Kanada-Zölle bleibt symbolisch

Nichtsdestotrotz schlossen sich sechs Republikaner den Demokraten an. Vor der Abstimmung hatte der republikanische Abgeordnete Don Bacon in Onlinediensten erklärt, Abgeordnete könnten und sollten ihre Verantwortung nicht auslagern und betonte, dass Debatten und Abstimmungen über das Thema im Repräsentantenhaus stattfinden sollten.

Als altmodischer Konservativer weiß ich, dass Zölle eine Steuer für amerikanische Verbraucher sind.

Don Bacon, Abgeordneter der Republikaner im Repräsentantenhaus

Auch wenn der Widerstand einiger Republikaner für Aufregung sorgen dürfte, bleibt die Abstimmung weitgehend symbolisch. Bevor der Gesetzentwurf gültig wird, muss er noch den Senat passieren. Selbst wenn das geschehen sollte, würde Trump mit Sicherheit von seinem Veto-Recht Gebrauch machen.

Trump droht Kanada mit Zöllen von 100 Prozent

Kanada war seit Trumps Rückkehr ins Amt vor knapp einem Jahr wie viele andere US-Handelspartner mit Zöllen belegt worden. Zuletzt hatte der US-Präsident Kanada Zölle in Höhe von 100 Prozent angedroht, sollte das Land ein anvisiertes Handelsabkommen mit China abschließen.

Der kanadische Premierminister Mark Carney und Chinas Staatspräsident Xi Jinping schütteln sich vor der Kanadischen und Chinesischen Flagge die Hände.

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Die USA sind für Kanada mit Abstand der wichtigste Handelspartner. Sektorzölle der USA in den Bereichen Autos, Stahl und Aluminium treffen die kanadische Wirtschaft hart. Dennoch blieben bislang mehr als 85 Prozent des bilateralen Handels der beiden Länder von dem Handelskonflikt unberührt.

Trump drohte zudem auch immer wieder mit einer Annexion Kanadas, um das Land zum 51. Bundesstaat der USA zu machen.

Über dieses Thema berichtete das gemeinsame Morgenmagazin von ARD und ZDF am 12.02.2026 ab 05:30 Uhr.

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