Nach Attacken in der Straße von Hormus:US-Militär meldet Angriffe auf Ziele in Iran
Die USA haben nach eigenen Angaben "starke" Schläge gegen Iran gestartet. Damit reagieren sie auf die Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus.
Die USA haben nach eigenen Angaben erneut Iran angegriffen (Archivbild).
Quelle: dpaNach den Attacken auf mehrere Tanker in der Straße von Hormus hat das US-Militär Ziele in Iran angegriffen. Das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando des US-Militärs (Centcom) teilte mit, es sei eine Serie von heftigen Angriffen gestartet worden.
Damit solle Teheran einen hohen Preis für die Angriffe auf Handelsschiffe mit zivilen Besatzungen in einer internationalen Wasserstraße zahlen. Das Vorgehen Irans sei unbegründet, gefährlich und ein eindeutiger Verstoß gegen die Waffenruhe gewesen.
Das Regionalkommando des US-Militärs auf X
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Zeitgleich berichten iranische Medien über mehrere Explosionen im Süden des Landes. Diese seien unter anderem in den Hafenstädten Sirik und Bandar Abbas sowie auf der Insel Keschm zu hören gewesen. Berichte über Opfer oder Schäden liegen zunächst nicht vor.
Iran verurteilte die erneuten US-Angriffe als Verstoß gegen das Rahmenabkommen. Das Vorgehen der USA, Sanktionen auf iranisches Öl wieder in Kraft zu setzen sowie die daraufhin erfolgten Angriffe stellten einen "schwerwiegenden Verstoß" gegen das Abkommen dar, schrieb Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi auf der Plattform X.
In der Straße von Hormus ist offenbar erneut ein Tanker angegriffen worden. Die Besatzung meldete einen Treffer durch ein unbekanntes Geschoss. Verletzt wurde niemand.
07.07.2026 | 0:22 minTanker in der Straße von Hormus getroffen
Zuvor waren mehrere Tanker in der Straße von Hormus beziehungsweise nahe der strategisch wichtigen Meerenge getroffen worden.
Nach Angaben der britischen Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt UKMTO wurde ein Tanker von einer Drohne getroffen und leicht beschädigt. Fast zeitgleich meldete die Behörde einen weiteren Vorfall, bei dem ein Tanker von einem Geschoss getroffen worden sei.
Mit der Iran-Vereinbarung der USA soll auch die Straße von Hormus geöffnet werden. Die deutsche Marine könnte die Meerenge sichern. Eine ihrer Stärken: Seeminen aufspüren und räumen.
24.06.2026 | 10:28 minTeheran: Nur vorgesehene Routen sind sicher
Besonders schwere Schäden wurden von dem katarischen Flüssiggas-Tanker "al-Rekajat" gemeldet, der nach Angaben der Schiffsbesatzung von einem "unbekannten Geschoss" getroffen wurde. Katar machte Iran für den Angriff verantwortlich und sprach von einer Gefahr für die Sicherheit der internationalen Schifffahrt und die weltweite Energieversorgung.
Unklar blieb zunächst, ob sich einzelne Meldungen auf denselben Vorfall bezogen und wer hinter den Angriffen steckte. Washington macht Teheran verantwortlich für Angriffe auf drei Handelsschiffe.
Das iranische Staatsfernsehen erklärte Medienberichten zufolge, ein Flüssiggas-Tanker sei angegriffen worden, nachdem er Warnungen ignoriert habe. Teheran hatte sich zunächst nicht offiziell zu den Vorwürfen geäußert oder Verantwortung reklamiert. Iran hatte aber in den vergangenen Tagen wiederholt erklärt, nur die von ihm vorgegebene Route durch die Straße von Hormus sei sicher.
USA setzen Ölsanktionen wieder in Kraft
Die USA haben die zuvor gelockerten Sanktionen auf iranisches Öl wieder in Kraft gesetzt. Eine vor gut zwei Wochen erteilte Ausnahmegenehmigung werde wieder zurückgenommen, teilte das US-Finanzministerium mit.
Neue Geschäfte mit Rohöl, Petrochemie- und Erdölprodukten iranischen Ursprungs sind damit wieder untersagt.
Zwischen den USA und Iran gilt seit letzter Woche eigentlich eine Waffenruhe – doch nun haben sich beide Länder erneut gegenseitig angegriffen. Korrespondent Elmar Theveßen mit einer Einordnung.
27.06.2026 | 1:13 minDiplomatischer Prozess stockt
Mit dem neuen US-Angriff wächst die Gefahr einer erneuten militärischen Eskalation in der Region. Nach wochenlangen Kämpfen zwischen den USA, Israel und Iran war im vergangenen Monat eine vorläufige Vereinbarung erreicht worden, die Raum für tiefere Verhandlungen schaffen sollte. Diese Gespräche stocken derzeit.
Trump hatte Iran zuletzt erneut gedroht und gesagt, es werde entweder ein Abkommen geben oder die USA würden "den Job zu Ende bringen". Irans Außenminister Abbas Araghtschi erklärte daraufhin, Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen würden nicht beginnen, solange Drohungen anhielten.
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