Treffen der Staats- und Regierungschefs:G7 in Évian: Welche Signale vom Gipfel bisher ausgehen
Der G7-Gipfel neigt sich dem Ende zu. Heute stehen nochmals die Lage der Weltwirtschaft und der Umgang mit KI auf der Tagesordnung. Was die vergangenen Tage gezeigt haben.
Harmonie in Évian: Einigkeit bei Ukraine-Krieg und möglichen Iran-Abkommen. Kanzler Merz’ Statement bei ZDFheute live.
17.06.2026 | 87:31 minSchärfere Sanktionen gegen Russland und mehr Waffen für die Ukraine: Die Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten haben in der Nacht vor ihrem letzten Gipfeltag eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht, auf die viele gehofft - die aber längst nicht alle erwartet hatten. Doch schon zuvor waren sich US-Präsident Donald Trump und seine europäischen Verbündeten nach schwierigen Monaten während des Iran-Kriegs bei dem Gipfeltreffen wieder ein ganzes Stück näher gekommen.
Und noch ist der G7-Gipfel im französischen Évian nicht vorbei - heute stehen die angespannte Lage der Weltwirtschaft und der Umgang mit Künstlicher Intelligenz auf dem Programm.
Welche Lehren sich aus den ersten Tagen ziehen lassen - ein Überblick.
Die Staats- und Regierungschefs klingen zum Abschluss des G7-Gipfels so optimistisch, wie lange nicht mehr. Erleichterung gibt es hinsichtlich des US-Präsidenten mit Blick auf die Ukraine.
17.06.2026 | 1:56 minDie G7-Treffen haben noch einen Sinn
Der Sinn der Gipfel führender westlicher Industrienationen ist in den 51 Jahren seit Gründung der G7 (damals noch als G6) immer wieder infrage gestellt worden. Das gilt vor allem für die Regierungsjahre von US-Präsident Trump. Der hat als erster eine Gipfelerklärung aus Verärgerung nachträglich platzen lassen und im vergangenen Jahr reiste er einfach einen Tag früher ab.
Diesmal bleibt er. Der Gipfel hat die transatlantischen Verbündeten, die sich zuletzt so zerstritten haben, wieder zusammengeführt. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sprach am zweiten Gipfeltag von "einer wirklich großen transatlantischen und europäischen Einigkeit".
So lange Trump als Gesprächspartner am Tisch sitze, habe das G7-Format ausgedient, sagt indes USA-Experte Josef Braml. Zu viel hänge von seiner Lust und Laune ab.
17.06.2026 | 9:40 minEntwicklung im Iran-Krieg macht Hoffnung
Grund für die neue Harmonie ist die Rahmenvereinbarung über eine Beendigung des Iran-Kriegs, mit der Trump an den Genfersee gereist war. Das noch gar nicht in Gänze bekannte Papier wird zwar schon von vielen für zu große Zugeständnisse an Iran kritisiert. Aber trotzdem ist die Erleichterung über ein Ende der Kämpfe und die bevorstehende Öffnung der Straße von Hormus, der weltweit wichtigsten Handelsroute für Öl, groß. Davon erwartet man sich vor allem ein Ende der Energiepreiskrise.
Beim G7-Gipfel betonte Trump, dass er die Einigkeit der Staaten hergestellt habe. Bisher hatte Trump eher die Rolle eines "Störenfrieds", so ZDF-Korrespondent Röller bei ZDFheute live.
17.06.2026 | 15:44 minAuch wenn es noch einiges zu tun gibt. Dazu gehört die Minenräumung und Sicherung der Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus und die Konkretisierung der Nuklearvereinbarung. "Der vereinbarte Frieden muss einfach halten", sagte Merz.
Europäer wittern Chance auf Frieden in der Ukraine
Die Europäer sehen nun eine Chance, dass es auch bei den Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Kriegs zu einem Durchbruch kommen kann. Erstmals seit langem sehen sie sich dabei wieder auf einer Linie mit Trump, der während des Iran-Kriegs das Interesse an dem Konflikt verloren zu haben schien.
Bundeskanzler Friedrich Merz hat US-Präsident Donald Trump beim G7-Gipfel ein Fußballtrikot mit dem Namen "Trump" überreicht.
16.06.2026 | 0:25 minNun einigten sich die Staats- und Regierungschefs - inklusive Trump - beim G7-Gipfel sogar auf eine gemeinsame Erklärung. Darin heißt es, man werde die Sanktionen verschärfen, auch im Öl- und Gassektor. Zudem habe man vereinbart, die Lieferung von weitreichenden Waffen und Luftverteidigungskapazitäten auszuweiten.
Der US-Präsident forderte Russland zudem dazu auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren: "Russland sollte sich auf einen Deal einlassen", sagte er. Eine konkrete Zusage, dass die Europäer bei einer neuen Verhandlungsrunde mit am Tisch sitzen, gab es aber nicht.