Zweites Kapitel im US-Streit mit Italien:Meloni zu Trump: "Meine Beliebtheit geht Sie nichts an"
Runde zwei im Zoff von Trump und Meloni: Der US-Präsident wirft Italiens Regierungschefin vor, sie wolle ihre Beliebtheit mit ihm steigern - sie kontert: Dazu sei er keine Hilfe.
Nach dem Zoff um ein gemeinsames Foto beim G7-Gipfel Trump und Meloni nach: Nun geht es auch um Iran - und den eigenen Ruf.
Quelle: AP | Christian HartmannHat Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni Trump um ein Foto gebeten? Nach dieser Behauptung des US-Präsidenten gehen sich die beiden Regierungschefs in sozialen Netzwerken mit scharfen Worten an. Donald Trump warf der Italienerin mangelnde Unterstützung für das Vorgehen der USA gegen Iran vor.
Jetzt, nachdem die Vereinigten Staaten Iran militärisch besiegt haben, möchte sie wieder Freundschaft schließen, um ihre "Umfragewerte zu verbessern".
Donald Trump via Truth Social
Weiter schrieb der Republikaner: "Nein danke!!!". Meloni konterte: "Meine Beliebtheit geht Sie nichts an." Trump solle sich lieber auf seine eigene konzentrieren.
Die Statements von Trump und Meloni im Wortlaut:
"Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni bat mich während des G-7-Gipfels in Frankreich immer wieder um ein gemeinsames Foto. In Italien steht sie in der Beliebtheitsskala schlecht da, möglicherweise weil sie die Vereinigten Staaten von Amerika - ein Land, das Italien wirklich liebt und beschützt - im Stich gelassen hat, als es darum ging, Iran daran zu hindern, eine Atomwaffe zu erwerben oder zu entwickeln (aber das hat übrigens auch die Nato getan!). Sie hat uns nicht einmal erlaubt, Italiens Landebahnen zu nutzen, was eine große logistische Unannehmlichkeit darstellte - und das, obwohl die USA jährlich Hunderte von Milliarden Dollar zum Schutz Italiens und anderer "sogenannter" Nato-Verbündeter beitragen. Jetzt, nachdem die Vereinigten Staaten Iran militärisch besiegt haben, möchte sie wieder Freundschaft schließen, um ihre "Umfragewerte zu verbessern". Nein, danke!!! Präsident DJT"
Donald Trump via Truth Social am 20.06.2026
"Herr Präsident Trump, diese ständigen, unprovozierten Angriffe sind sinnlos. Was meine Beliebtheit angeht, so hat es ihr sicherlich nicht geholfen, Ihr Freund zu sein, und sie hängt auch nicht von meiner Beziehung zu Ihnen ab. Meine Beliebtheit hängt von meiner Fähigkeit ab, die nationalen Interessen Italiens zu verteidigen, und genau das habe ich immer getan. Das habe ich auch in Bezug auf die amerikanischen Militärstützpunkte in Italien getan. Deren Nutzung unterliegt Vereinbarungen, die wir stets eingehalten haben und die nicht verletzt werden dürfen, solange ich Ministerpräsident bin. Italien bleibt eine souveräne Nation. Ohnehin geht meine Beliebtheit Sie nichts an. Ich schlage vor, Sie konzentrieren sich auf Ihre eigene."
Giorgia Meloni via Instagram am 20.06.2026
Trump war bei den G7 so kooperativ wie lange nicht. Das nutzen die anderen für ein recht kluges Tauschgeschäft: Lob für den Iran-Deal und dafür Hilfe für die Ukraine.
17.06.2026 | 1:33 minUm ein Foto gefleht? Meloni: Das ist "völlig erfunden"
Der US-Präsident hatte zuvor auf der Plattform Truth Social die Behauptung wiederholt, Meloni habe ihn beim G7-Gipfel um ein Foto angefleht - was die Italienerin bereits strikt zurückgewiesen und als "völlig erfunden" bezeichnet hatte. Italiens Außenminister Antonio Tajani sagte in Reaktion auf die "schweren und beleidigenden" Worte Trumps einen geplanten Besuch in den USA ab.
Trump unterstellte in seinem Post nun, Melonis Beliebtheitswerte in Italien seien gesunken, weil sie den USA die Unterstützung im Vorgehen gegen den Iran versagt habe. Trump schrieb: "Sie gestattete uns nicht einmal die Nutzung italienischer Landebahnen - ein erheblicher logistischer Nachteil", schrieb Trump.
Instagram-Post von Giorgia Meloni
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Meloni: "Hat nicht geholfen, Ihr Freund zu sein"
Meloni erwiderte auf Instagram, Trumps wiederholte Angriffe seien sinnlos. Die Nutzung der amerikanischen Militärbasen in Italien sei Vereinbarungen unterworfen, die sie als Ministerpräsidentin nicht verletzen könne. "Italien bleibt eine souveräne Nation." Meloni betonte:
Was meine Beliebtheit angeht, so hat es ihr sicherlich nicht geholfen, Ihr Freund zu sein, und sie hängt auch nicht von meiner Beziehung zu Ihnen ab.
Giorgia Meloni via Instagram
Die rechte Politikerin galt zuvor lange Zeit als Brückenbauerin zwischen Europa und den USA. Das Verhältnis zum US-Präsidenten verschlechterte sich deutlich, nachdem die rechte Regierungschefin Trumps verbalen Angriff auf Papst Leo XIV. als "inakzeptabel" bezeichnet hatte.
Der US-Präsident überraschte mit seinem Auftreten beim G7-Gipfel. Die Analyse zu Trumps neuem Weg bei ZDFheute live.
17.06.2026 | 27:26 minItalien verweigerte US-Flugzeugen Landung
Bereits im Januar hatte sich Meloni nach Trumps Zollankündigungen gegen mehrere EU-Länder im Grönland-Konflikt vorsichtig distanziert. Im Iran-Krieg hatte die 49-Jährige eine italienische Beteiligung an den amerikanisch-israelischen Angriffen abgelehnt. Italien verweigerte zudem mehreren US-Flugzeugen die Landung auf dem Stützpunkt Sigonella auf Sizilien für den Krieg gegen Iran.
Meloni kündigte am Sonntag an, nicht weiter auf das Foto-Thema einzugehen, "da ich nach wie vor an die Einheit des Westens glaube und nicht der Meinung bin, dass dies ein Schauspiel ist, das unserer Aufgabe gerecht wird."
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