"Sondervermögen" ist Unwort des Jahres 2025

Sprachkritische Aktion:"Sondervermögen" ist Unwort des Jahres 2025

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Das Unwort des Jahres 2025 lautet "Sondervermögen". Die Auszeichnung soll auf diskriminierenden Sprachgebrauch aufmerksam machen.

Ein Smartphonebildschirm ist zu sehen. Darauf ist die Wikipediaseite zum Begriff "Sondervermögen" zu erkennen.

Der Begriff wird in der öffentlichen Kommunikation genutzt, um die wirkliche Bedeutung zu verschleiern. Dabei handelt es sich um die Aufnahme von Schulden. 2024 war es der Begriff "biodeutsch".

13.01.2026 | 0:21 min

"Sondervermögen" ist das Unwort des Jahres 2025. Der Begriff sei manipulativ und irreführend, kritisierte die Unwort-Jury in Marburg. Der fachsprachliche Begriff sei beschönigend und versuche, seine eigentliche Bedeutung zu verschleiern: nämlich das Schuldenmachen. Mit "Vermögen" verbänden die meisten Bürger etwas Positives und keineswegs eine Verschuldung.

Wer den Begriff benutze, behindere die offene Debatte darüber, ob die Aufnahme von Schulden nötig ist, kritisierten die Sprachwissenschaftler:

Verständlichkeit und Aufrichtigkeit werden hinsichtlich der aufgenommenen Schulden vermieden.

Jury

Der Begriff "Sondervermögen" bezeichnet im Blick auf die Staatsfinanzen einen Neben- oder Schattenhaushalt. Dieser Extrahaushalt umfasst genau definierte Sonderausgaben.

 Mehrere 100 Euro Banknoten liegen auf einem Tisch.

Vom Sondervermögen sind 100 Milliarden Euro für Länder und Kommunen vorgesehen. Doch die Debatte, wo das Geld genau landen soll, hat gerade erst begonnen.

12.10.2025 | 2:52 min

In der Regel sind Sondervermögen durch Extraschulden finanziert. Diese tauchen dann nicht im normalen Haushaltsplan auf. Derzeit gibt es beispielsweise das "Sondervermögen Bundeswehr" (100 Milliarden Euro) und das "Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität" (500 Milliarden Euro).

"Zustrombegrenzungsgesetz" auf Platz zwei

Auf Platz zwei landete der Ausdruck "Zustrombegrenzungsgesetz". Der Ausdruck bediene sich einer "Wassermetapher" und stelle Zuwanderung als "Herbeiströmen in großen Mengen" dar, hieß es. Dadurch werde Zuwanderung negativ als Bedrohung konnotiert.

Bei der bundesweit viel beachteten Aktion werden seit 1991 nach Auffassung der Fachleute unmenschliche oder unangemessene Begriffe ausgewählt, die gegen das Prinzip der Menschenwürde verstoßen, in irreführender Weise etwas Negatives beschönigen oder diskriminieren.

Ehrenamtliche Aktion

Die Jury der institutionell unabhängigen und ehrenamtlichen Aktion "Unwort des Jahres" besteht aus vier Sprachwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern, einer Journalistin sowie jährlich wechselnden Mitgliedern.

In diesem Jahr beteiligte sich der Autor, Jurist und Journalist Ronen Steinke. Sein persönliches "Unwort des Jahres" ist der Begriff "Umsiedlung", mit dem israelische und amerikanische Politiker im vergangenen Jahr dafür geworben hätten, die Bevölkerung des umkämpften Gazastreifens dauerhaft in ein anderes Land zu schicken.

533 Begriffe vorgeschlagen

Das "Unwort des Jahres" wird aus Vorschlägen ausgewählt, die interessierte Bürgerinnen und Bürger jeweils bis 31. Dezember eines Jahres einsenden können. Insgesamt gab es dieses Mal 2.631 Einsendungen, sie enthielten 533 verschiedene Ausdrücke, von denen rund 70 den Kriterien der Jury entsprachen.

Eine Seite auf einem Handy mit einem Chatbot für Fragen

"KI-Ära" ist das Wort des Jahres 2025. Das hat die Gesellschaft für deutsche Sprache bekanntgegeben. Der wachsende Einfluss von Künstlicher Intelligenz stehe für einen "epochalen Wandel".

05.12.2025 | 0:21 min

Infrage kommen Begriffe und Formulierungen, die gegen die Prinzipien der Menschenwürde oder Demokratie verstoßen, die gesellschaftliche Gruppen diskriminieren oder die euphemistisch, verschleiernd oder irreführend sind. Wie häufig ein Begriff vorgeschlagen wurde, ist nicht entscheidend für Kür zum "Unwort" des Jahres. Für 2024 war "biodeutsch" zum "Unwort des Jahres" bestimmt worden.

Bisherige "Unworte des Jahres"


















Bis zum Einsendeschluss an Silvester gingen mehr als 2.300 Vorschläge ein. Mit der Aktion wollen die Initiatoren auf unangemessene und menschenverachtende Begriffe aufmerksam machen. Vor einem Jahr fiel die Wahl auf die Zuschreibung "biodeutsch", weil der Begriff in rassistischer und nationalistischer Weise gebraucht werde.

Quelle: AFP, dpa, KNA
Über dieses Thema berichteten unter anderem ZDFheute Xpress am 13.01.2026 in dem Beitrag "Sondervermögen ist Unwort des Jahres 2025" um 11:36 Uhr oder das heute journal update ab 00:15 Uhr.

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