Pistorius lehnt deutsche Beteiligung an Iran-Krieg strikt ab

Verteidigungsminister :Pistorius lehnt deutsche Beteiligung an Iran-Krieg strikt ab

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Im Bundestag hat Verteidigungsminister Pistorius einen Einsatz der Bundeswehr in Iran mit Nachdruck verneint. Zugleich setzte er sich dafür ein, das Völkerrecht zu wahren.

Bundesverteidigungsminister Pistorius (SPD) spricht während der Aktuellen Stunde im Deutschen Bundestag über die Lage in Iran.

Die Lage in Iran und dem Nahen Osten wurde auch im Bundestag diskutiert. Heftige Kritik an der Bundesregierung kam von der Linkspartei.

04.03.2026 | 1:45 min

Verteidigungsminister Boris Pistorius hat einen Einsatz der Bundeswehr im Iran-Krieg strikt abgelehnt. Das sagte der SPD-Politiker in einer Aktuellen Stunde des Bundestags.

Deutschland ist nicht Kriegspartei. Die deutsche Bundeswehr wird sich an diesem Krieg nicht beteiligen.

Boris Pistorius, Bundesverteidigungsminister

Oberste Priorität für die Bundesregierung habe nun der Schutz der deutschen Bürger sowie Soldatinnen und Soldaten in der Region, in der die Lage hochdynamisch und gefährlich sei, so der Verteidigungsminister.

Pistorius: Völkerrecht als oberste Maxime

Pistorius bezeichnete die völkerrechtliche Debatte in Deutschland zu den Angriffen der USA und Israels als wichtig.

Es muss klar sein: Völkerrecht muss zentraler Maßstab unseres Handelns bleiben.

Boris Pistorius, Bundesverteidigungsminister

Eine internationale Ordnung könne langfristig nur stabil sein, "wenn sie auf allgemein anerkannten Regeln basiert, an die sich wenigstens die meisten halten", betonte Pistorius. Gleichzeitig gelte aber, dass Politik mit dem Betrachten der Wirklichkeit beginne.

Die Kämpfe im Iran weiten sich zunehmend auf die Golfregion aus.

Die USA wollen ihren Einsatz gegen Iran ausweiten und versenkten auch ein iranisches Kriegsschiff vor Sri Lanka. Iran attackierte erneut US-Stützpunkte in der Golfregion.

04.03.2026 | 1:58 min

"Wir müssen ehrlich zu uns selbst sein: Ebendiese Regeln hat gerade der Iran jahrzehntelang ignoriert, hintertrieben, bekämpft", sagte Pistorius. Jahrelang habe die internationale Gemeinschaft versucht, die zerstörerische Rolle Irans mit Verhandlungen, Sanktionsregimen und internationalen Abkommen einzuhegen. "Ohne Erfolg. Im Gegenteil: Irans zerstörerische Rolle in der Region hat eher zugenommen."

Röttgen: Es geht um die Abwägung von Übeln

Nach Auffassung von Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) weckt der Tod mehrerer führender Vertreter des Mullah-Regimes zu Recht Hoffnung auf ein Leben in Freiheit, Sicherheit und Würde in Iran. Zugleich sei die Gefahr eines Flächenbrandes in der Region real. Die SPD-Politikerin erklärte mit Blick auf die US-israelischen Angriffe, völkerrechtliche Fragen müssten zwingend geprüft werden. "Auch berechtigte politische Ziele entbinden nicht davon, sich an gemeinsame internationale Regeln zu halten."

Hauptthema beim Treffen zwischen Merz und Trump waren die US-amerikanischen Angriffe auf Iran.

Auch im Bundestag wurde heute über die Lage in Iran und dem Nahen Osten diskutiert. Wulf Schmiese fasst die unterschiedlichen Standpunkte zusammen.

04.03.2026 | 1:02 min

Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen vertrat die Auffassung, dass man die Angriffe auf den Iran nicht streng völkerrechtlich bewerten könne. Im Ergebnis behielte dann das iranische Herrschaftssystem, das die Ablehnung und Verachtung des Völkerrechts als solches sei, eine Existenzgarantie. "Es geht hier um eine Abwägung von Übeln. Was ist das kleinere Übel?", fragte Röttgen. Krieg sei ohne jede Frage ein Übel. Aber:

Das Regime der Mullahs ist das größte Übel für die Region, für die Menschen im Iran und darüber hinaus.

Norbert Röttgen, CDU-Außenpolitiker

Linke-Chefin Ines Schwerdtner forderte Kanzler Friedrich Merz (CDU) auf, für das Völkerrecht den Rücken gerade zu machen. Während die Regierung in Madrid den USA verbiete, militärische Basen in Spanien für die Angriffe zu nutzen, "kuschen Sie vor Trump", sagte Schwerdtner zum Besuch von Merz beim US-Präsidenten.

Der Sprecher des Repräsentantenhauses Mike Johnson spricht auf einer Pressekonferenz über die Lage im Iran.

Auch der US-Kongress hat über die amerikanischen Angriffe auf Iran diskutiert. Von den Demokraten und einigen Republikanern kam Kritik.

04.03.2026 | 1:48 min

Nouripour: Angst vor Bomben, aber auch Hoffnung

Der in Teheran geborene Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour (Grüne) sagte, die Menschen in Iran hätten Angst, weil Bomben fallen. "Aber danach kommt sofort der Satz: Es ist Zeit, dass dieses Regime geht." Dies habe mit der Unterdrückung und dem Terror zu tun, der in der ganzen Region zu sehen sei.

AfD-Fraktionsvize Beatrix von Storch warnte vor einer neuen Fluchtbewegung nach Deutschland. "Die Bundespolizei muss jetzt in Grenzschutzbereitschaft." Erfahrungen mit herbeigeführten Regimewechseln in Nahost seien bisher Bürgerkriege oder neue diktatorische Herrschaftssysteme.

Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete das ZDF in mehreren Sendungen am 04.03.2026, etwa in heute ab 19:00 Uhr.

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