Handy kaufen 2026: KI treibt die Preise in die Höhe

Mobile World Congress in Barcelona:Warum KI Smartphones teurer macht

Sven-Hendrik Hahn

von Sven-Hendrik Hahn

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Künstliche Intelligenz treibt die Mobilfunkwelt an, sorgt aber für Probleme. Denn die nötigen Speicherchips sind weltweit begehrt. Das könnte Käufer neuer Smartphones treffen.

Jemand hält auf der Mobilfunkmesse in Barcelona ein Handy in der Hand.

In Barcelona findet die weltweit größte Mobilfunkmesse statt. Im Fokus steht Künstliche Intelligenz. ZDF-Reporter Sven-Hendrik Hahn hat sich die neuesten Entwicklungen vor Ort angesehen.

03.03.2026 | 3:34 min

Auf dem Mobile World Congress in Barcelona zeigen Hersteller ihre neuesten Smartphones - mit immer mehr KI-Funktionen. Fotos werden automatisch verbessert, Texte generiert, Termine geplant. Doch hinter den neuen Fähigkeiten steckt ein wachsender Engpass: Leistungsfähige Speicherchips werden knapp - und das kann Geräte verteuern.

KI-Rechenzentren lieben HBM-Chips

Der Grund liegt in einem globalen Wettbewerb um genau diese Bauteile. Weltweit entstehen riesige KI-Rechenzentren, die Sprachmodelle und Bildgeneratoren betreiben. Sie benötigen enorme Mengen an HBM-Chips - das sind Hochleistungsspeicher.

Technisch basieren sie auf derselben DRAM-Technologie wie der Arbeitsspeicher im Smartphone - und werden von denselben Herstellern produziert. Wer am meisten zahlt, wird zuerst beliefert.

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Ohne Speicher keine Smartphone-KI

Die Folgen sind bereits spürbar. "Man merkt es bei allen Speicherkomponenten, dem Arbeitsspeicher und auch dem Flashspeicher", sagt Technikexperte Wolfgang Pauler.

Wenn ich die gleiche Menge an Speicher verbaue wie im Vorjahr, muss ich einfach viel mehr dafür zahlen.

Wolfgang Pauler, Fachmagazin CHIP

Gerade der Arbeitsspeicher ist entscheidend: Er sorgt dafür, dass Apps schnell reagieren und KI-Funktionen direkt auf dem Gerät laufen können.

Sven-Hendirk Hahn berichtet von der Mobilfunkmesse in Barcelona.

ZDF-Reporter Sven-Hendrik Hahn berichtet von den Trends vom Mobile World Congress in Barcelona und ordnet ein: Wohin entwickelt sich die Branche? Welche Chancen bietet Künstliche Intelligenz?

03.03.2026 | 5:22 min

Handys sind 2026 teurer

Dass die Preise für die Speicher steigen, zeigt sich teilweise auch in den Handy-Preisen. Laut Digitalverband Bitkom liegt der durchschnittliche Smartphone-Preis in Deutschland 2026 bei rund 646 Euro - etwa 20 Euro mehr als im Vorjahr. Allerdings seien die steigenden Speicherpreise noch nicht vollständig bei den Smartphone-Preisen angekommen, sagt Bitkom-Experte Sebastian Klöß. "Das wird sich wahrscheinlich erst im Laufe des Jahres zeigen."

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Gleichzeitig nutzen Verbraucher ihre Geräte aber länger: im Schnitt rund 25 Monate. Ein Grund sind länger gültige Software-Updates und kleinere Innovationssprünge zwischen den Generationen. Wirtschaftlich ist der Markt enorm: Smartphones selbst stehen in Deutschland für rund zwölf Milliarden Euro Umsatz jährlich.

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Der Engpass bei Speichern trifft unterdessen nicht nur Smartphones. Auch Server, Grafikkarten und Computer werden teurer. Für Chipkonzerne sind Speicher für KI-Rechenzentren besonders lukrativ - und werden daher bevorzugt produziert. Für Hersteller von Alltagsgeräten bedeutet das höhere Kosten und stärkeren Wettbewerb um verfügbare Kapazitäten.

In Dresden wird an Innovation für Chips gearbeitet

Eine langfristige Lösung könnte aus Deutschland kommen. Am Fraunhofer-Institut in Dresden arbeiten Forscher an neuen Chiparchitekturen, die Rechnen und Speichern direkt auf einem Bauteil kombinieren. Dadurch könnten KI-Anwendungen mit weniger externem Hochleistungsspeicher auskommen. "Wir orientieren uns am menschlichen Gehirn, wo Rechnen und Speichern in derselben Zelle stattfinden", sagt Bereichsleiterin Wenke Weinreich vom Fraunhofer Institut für Photonische Mikrosysteme (IPMS). Das spare Energie und erhöhe die Effizienz.

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Bis solche Chips in Smartphones ankommen, dürfte es jedoch dauern. Eine Serienproduktion wird frühestens ab 2027 erwartet. Kurzfristig bleibt der Wettbewerb um Speicher bestehen - und damit auch der Druck auf Preise und Hersteller. Für Verbraucher bedeutet das: Wer ein neues Smartphone kauft, zahlt indirekt auch für den globalen KI-Boom.

Sven-Hendrik Hahn ist Redakteur im ZDF-Team Wirtschaft und Finanzen.

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