Polizeieinsatz in Niedersachsen:Stade: Sechs Tote nach Schüssen in Jugendeinrichtung
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Durch Schüsse in einer Jugendhilfeeinrichtung im niedersächsischen Stade sind laut Polizei mindestens sechs Menschen gestorben. Der Tatverdächtige wurde festgenommen.
Im niedersächsischen Stade sind mindestens sechs Menschen getötet und mehrere zum Teil schwer verletzt worden. Laut Behörden fielen die Schüsse in einer Jugendhilfeeinrichtung.
29.06.2026 | 0:45 minBei Schüssen in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade in Niedersachsen sind mehrere Menschen getötet worden. Nach Angaben der Polizei vom frühen Abend starben fünf Erwachsene vor Ort, eine sechste Person erlag im Krankenhaus ihren Verletzungen. Über das Alter des sechsten Todesopfers gab es zunächst keine Informationen.
Ein Haupttäter wurde festgenommen, zwei weitere befinden sich der Polizei zufolge noch in polizeilichen Maßnahmen. "Eine Tatbeteiligung ist Gegenstand der Ermittlungen", hieß es in der Mitteilung der Polizeidirektion Lüneburg. "Es gibt mehrere Menschen, die zum Teil schwer verletzt wurden", hatte eine Polizeisprecherin der dpa gesagt. Es sei nicht auszuschließen, dass die Zahl der Todesopfer noch steige.
Die Polizei richtete ein Hinweisportal ein. Über eine Website können Zeuginnen und Zeugen Hinweise sowie Fotos oder Videos direkt an die Ermittlerinnen und Ermittler übermitteln, wie die Polizei mitteilte. "Jeder Hinweis kann für die laufenden Ermittlungen von Bedeutung sein", hieß es.
Stade: Noch viele Fragen offen
Zu dem Tötungsdelikt kam es nach Polizeiangaben in einer Jugendhilfeeinrichtung. Dort sind Mutter-Kind-Wohngruppen untergebracht. Nähere Angaben zu der Identität der Toten und der Tatverdächtigen machten die Ermittler zunächst nicht. Die Hintergründe des Gewaltverbrechens in der Stadt westlich von Hamburg waren zunächst völlig unklar.
Eine Anwohnerin schilderte dem ZDF, sie habe ferngesehen, als sie vier Schüsse gehört habe. Sie habe zunächst gedacht, es seien Silvesterböller. Daraufhin seien nochmals vier oder fünf weitere Schüsse gefallen. Kurz darauf sei die Polizei bereits vor Ort gewesen. Die Anwohnerin lebe seit über 60 Jahren in der Nähe der Einrichtung - in dieser Zeit sei dort noch nie etwas passiert, betonte sie.
Keine Gefahr für Kita, Grundschule und Bevölkerung
Polizei und Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot im Einsatz. Sie riefen Menschen auf, den betroffenen Bereich weiträumig zu verlassen und den Anweisungen der Einsatzkräfte zu folgen. "Aktuell besteht keine weitere Gefahr für die Bevölkerung", betonte eine Polizeisprecherin. Auf Bildern von der Umgebung des Tatortes waren zahlreiche Einsatzfahrzeuge und Rettungskräfte zu sehen. Auch Kriminaltechniker in weißen Overalls waren vor Ort.
Ein Sprecher der Stadt Stade sagte, für eine Kindertagesstätte und eine Grundschule in der Nähe der Jugendhilfeeinrichtung habe keine Gefahr bestanden. Auch seien dort die Schüsse nicht zu hören gewesen. Die Stadt habe nach den ersten Meldungen umgehend Kontakt zu den Einrichtungen gesucht. Die Kita-Kinder seien zum Zeitpunkt der Schüsse im Gebäude gewesen, sagte der Stadtsprecher. Eltern konnten ihre Schulkinder inzwischen abholen.
Polizei warnt vor Falschnachrichten
Nach der Gewalttat warnt die Polizei vor Falschnachrichten und Gerüchten. In Chatgruppen und sozialen Netzwerken würden unbestätigte Informationen zu der Einsatzlage verbreitet, schrieb die Polizei in ihrem WhatsApp-Kanal. "Die kursierenden Darstellungen entsprechen nicht dem derzeit polizeilich bestätigten Sachstand."
Die Polizei appellierte, keine ungeprüften Meldungen, Sprachnachrichten oder Gerüchte weiterzuverbreiten. "Dies kann zu Verunsicherung führen und polizeiliche Maßnahmen erschweren." Gesicherte Informationen gebe es über die offiziellen Kanäle der Polizei Stade. Stade ist eine Kreisstadt im nördlichen Niedersachsen und hat knapp 48.700 Einwohner.
Quelle: ZDF, dpa, AFP
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 29.06.2026 ab 15 Uhr.
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