Gefahr durch Alt-Munition:Müritz-Nationalpark: Waldbrand breitet sich aus
Die vom Feuer im Müritz-Nationalpark betroffene Fläche wächst weiter. Der Landkreis hat andere Bundesländer um Unterstützung gebeten. Die Bevölkerung wird zu Vorsicht aufgerufen.
Müritz-Waldbrand
Quelle: dpaDer Waldbrand im Müritz-Nationalpark in Mecklenburg-Vorpommern hat sich auch am Mittwoch weiter stark ausgebreitet. Zuletzt waren rund 203 Hektar betroffen, wie der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in Neubrandenburg mitteilte.
Auch in Deutschland erhöht Trockenheit die Waldbrandgefahr. In Wesel überwacht die Fire Watch Wälder mit Kameras und Sensoren. Doch entscheidend bleibt, wie sich Menschen im Wald verhalten.
13.07.2026 | 3:32 minGranzin bleibt evakuiert, Explosionen von alter Munition
Die Ortschaft Granzin mit ihren knapp 400 Einwohnern blieb vorerst evakuiert. Die Zahl der Einsatzkräfte vor Ort stieg auf etwa 330, darunter auch Löschzüge aus anderen Teilen Mecklenburg-Vorpommerns. Technik komme auch aus anderen Bundesländern. Im Brandgebiet explodierte zudem "beständig" alte Munition, die sich dort nach wie vor befindet.
Die Gefahr, die von alter Munition ausgeht, ist deutlich hörbar: "Es explodiert relativ viel Munition", sagte ein Sprecher des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte der Deutschen Presse-Agentur. "Das hören die Kameraden tatsächlich, wenn sie gerade nicht irgendwie neben einer Pumpe stehen." Dabei gehe es auch um größere Kaliber. Auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz seien in der Vergangenheit etwa Panzersprenggranaten gefunden worden.
Landkreis bittet um Kreisregner
Wegen der Belastung mit Alt-Munition kann die Feuerwehr nicht direkt an den Brand heran. Sie versucht stattdessen das Feuer von außen einzudämmen, etwa durch die Bewässerung von Streifen mit Kreisregnern.
Der Landkreis stellte bundesweit Anfragen nach 150 sogenannten Kreisregnern, die zur Bewässerung eingesetzt werden und mit denen eine weitere Ausdehnung verhindert werden soll. Zudem rief er Landwirte dazu auf, bei Feldarbeiten Wassertanks am Feld bereitzustellen, um entstehende Brände schnell selbst zu bekämpfen.
Einen derartigen Brand habe es in jüngster Vergangenheit in der Region nicht gegeben. Man sei sich der Gefahr aber bewusst gewesen, sagte der Landkreissprecher. So habe es im Oktober 2024 im betroffenen Gebiet eine entsprechende Übung gegeben. Nach Aussage des Sprechers dürfte der Einsatz noch Tage dauern.
Brandursache unklar
Der Brand war am Montag ausgebrochen. Einsatzkräfte evakuierten Granzin daraufhin erstmals, hoben die Anordnung später aber zunächst wieder auf. Am Dienstag wurde der Ort erneut evakuiert. Die Brandursache war weiter unklar. Da sich in dem Gebiet alte Munition befindet, waren Spezialisten dafür im Einsatz.
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