Gefahr durch Alt-Munition:Müritz-Nationalpark: Waldbrand breitet sich aus
Die vom Feuer im Müritz-Nationalpark betroffene Fläche wächst weiter. Hilfe aus Bayern ist unterwegs. Dennoch heißt es vom Minister: Einsatzkräfte hätten die Lage unter Kontrolle.
Der Waldbrand im Müritz-Nationalpark in Mecklenburg-Vorpommern breitet sich weiter aus. Etwa 370 Einsatzkräfte sind im Einsatz. Es sind mehr als 300 Hektar betroffen, teilt der Landkreis mit.
16.07.2026 | 0:23 minDer Großbrand auf einem ehemaligen Truppenübungsgelände im Müritz-Nationalpark in Mecklenburg-Vorpommern beschäftigt weiterhin Hunderte Einsatzkräfte.
Zuletzt lag die Ausdehnung bei etwa 360 Hektar, wie der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte am Abend mitteilte. Der Einsatz der Bundeswehrhubschrauber sei effektiv. Es seien im Tagesverlauf wieder Hubschrauber vor Ort und unterstützten, hieß es. Gegen 10:30 Uhr am Freitag gehe der Einsatz weiter.
Die zuständigen Behörden sind zuversichtlich, dass die Lage unter Kontrolle bleibt. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) sagte am Donnerstag in Kratzeburg, die Einsatzkräfte seien überzeugt, "dass sie das voll im Griff haben". Es sei deshalb weiterhin kein Katastrophenfall ausgerufen worden. Dabei solle es auch bleiben.
Am Donnerstag waren den Angaben nach rund 400 Einsatzkräfte bei der Brandbekämpfung dabei.
Der Waldbrand im Müritz-Nationalpark breitet sich weiter aus. "Die Einsatzkräfte stellen sich auf einen mehrtägigen Einsatz ein", so ZDF-Reporter Mosebach. Dennoch sei "die Lage im Griff".
16.07.2026 | 1:12 minFrüherer Truppenübungsplatz mit Alt-Munition belastet
Eine Herausforderung bei den Löscharbeiten: Nach wie vor befindet sich im Brandgebiet "relativ viel Munition", so ein Sprecher des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte der Deutschen Presse-Agentur. Dabei gehe es auch um größere Kaliber. Auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz seien in der Vergangenheit etwa Panzersprenggranaten gefunden worden. Immer wieder gibt es nun Explosionen - so auch am Donnerstag.
Das hören die Kameraden tatsächlich, wenn sie gerade nicht irgendwie neben einer Pumpe stehen.
Sprecher des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte
Wegen der Gefahr kann die Feuerwehr auch nicht direkt an den Brand heran. Sie versucht stattdessen, das Feuer von außen einzudämmen - etwa mit Kreisregnern, die sonst zur Bewässerung genutzt werden.
Der vorgeschriebene Abstand von 1.000 Metern sei ernst zu nehmen, sagte der Landrat des betroffenen Landkreises Mecklenburgische Seenplatte, Thomas Müller (CDU). "Ansonsten wäre das Feuer längst aus", weil die Feuerwehrleute längst in das Gebiet vorgedrungen wären, so Müller.
Auch in Deutschland erhöht Trockenheit die Waldbrandgefahr. In Wesel überwacht die Fire Watch Wälder mit Kameras und Sensoren. Doch entscheidend bleibt, wie sich Menschen im Wald verhalten.
13.07.2026 | 3:32 minBayerische Einsatzkräfte bringen Material mit
Die erwarteten Einsatzkräfte aus Bayern bringen nicht nur Wassersprenger mit, sondern auch einen Schlauchwagen mit insgesamt 2.000 Meter langen Schläuchen. Zudem wollen 20 Feuerwehrleute aus Bayern bei der Brandbekämpfung helfen.
Die Ursache des Feuers ist noch unklar. Es wird erwartet, dass der Einsatz noch Tage andauern wird.
Wegen möglicher giftiger Stoffe - etwa Phosphor in der Munition - ist ein sogenannter ABC-Erkunder im Gelände unterwegs. Das Sonderfahrzeug des Katastrophenschutzes erkennt mit seinen hochpräzisen Instrumenten Gase oder Radioaktivität. Es bestehe aber keine Gefahr für die Bevölkerung, versicherte der Landkreis.
Das Extremwetter Ende Juni belastete Menschen und die Natur. In ganz Deutschland hielten mehrere Waldbrände die Feuerwehr in Atem, und auch die Infrastruktur kam an ihre Grenzen.
29.06.2026 | 3:48 minMinister Backhaus drängte angesichts der Lage nun auf zusätzliche Mittel zur Munitionsbergung - und appellierte dafür auch an die Bundesregierung. Sein Land habe dazu schon vor Jahren ein Konzept erarbeitet. Der bis 2021 amtierende Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) habe ihm auch die geforderten Verbesserungen versprochen. Diese müssten nun endlich kommen.
Evakuierung bleibt bestehen
Die Evakuierung des Ortsteils Granzin bleibe bestehen, teilte der Landkreis am Abend mit. Granzin hat laut Website der Gemeinde Kratzeburg etwas mehr als 100 Einwohner. Landrat Müller zeigte sich optimistisch: So könnten die Menschen in Granzin zuversichtlich sein, dass ihr Hab und Gut erhalten bleibe. "Eine echte Gefahr besteht nach jetziger Einschätzung nicht."
Der Landkreis rief Landwirte dazu auf, bei Feldarbeiten Wassertanks am Feld bereitzustellen, um entstehende Brände schnell selbst zu bekämpfen. Die Polizei bat erneut, Rad- und Wanderwege im betroffenen Bereich nicht zu nutzen. Kanuten und Kanutinnen sollten nicht von den Seen in die Havel wechseln.
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