Regierung für weniger Papierkram:Bürokratieabbau beschlossen: So will Berlin Bürger entlasten
Bürokratieabbau und Digitalisierung sollen für eine Modernisierung des Staates sorgen. Nun hat die Regierung eine Maßnahmenliste beschlossen. Welche Punkte sie umfasst.
Das Bundeskabinett tagte zum Bürokratieabbau und beschloss zehn Maßnahmen zur Erleichterung beim Umgang mit Behörden. Zuständig ist Digitalminister Wildberger, also soll vieles digitaler werden.
15.07.2026 | 1:30 minDie Bundesregierung hat eine lange Liste von Maßnahmen zum Bürokratieabbau beschlossen: etwa einfachere Regelungen für Taxiunternehmen, die Streichung regionaler Lkw-Fahrverbote an Feiertagen wie Fronleichnam und grünes Licht für eine umfassende Digitalisierung des Gesundheitswesens.
Bürokratie belastet Unternehmen stark. Die Koalition setzt zwar auf Digitalisierung, doch echter Abbau von Regeln fehlt. Einige Fortschritte gibt es, viele Maßnahmen müssen aber noch umgesetzt werden.
08.06.2026 | 2:37 minTaxifahrer ohne Ortskenntnisse möglich
Etliche Initiativen betreffen den Straßenverkehr. Nach dem Willen der Bundesregierung werden die Regeln für Taxi- und Mietwagenunternehmen vereinfacht und die Pflicht zu einem Nachweis von Ortskenntnissen abgeschafft. Dass die Fahrer sich künftig auf das Navigationssystem verlassen dürfen, ohne die Straßen auswendig zu wissen, gilt allerdings nicht bundesweit sofort, sondern wird von den Bundesländern entschieden. Sie können festlegen, ob Fahrerinnen und Fahrer diese Nachweise vorlegen müssen.
Das schafft mehr Flexibilität vor Ort, erleichtert den Berufseinstieg und hilft den Unternehmen dabei, dringend benötigtes Fahrpersonal zu gewinnen.
Erklärung des Bundesverkehrsministeriums
Die Bundesregierung will ihre Anstrengungen zum Bürokratieabbau verstärken. "Diese Entlastung ist notwendiger denn je", sagt DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov.
15.07.2026 | 3:52 minKeine Lkw-Fahrverbote an regionalen Feiertagen
Gleichzeitig schafft die Bundesregierung Regeln ab, die bislang für Kopfschütteln gesorgt haben. So reicht künftig das Kennzeichen von E-Autos aus, um in Umweltzonen in Innenstädten fahren zu dürfen. Halter müssen dann keine grüne Plakette mehr besorgen und auf die Windschutzscheibe kleben.
Lkw sollen nicht mehr wegen regionaler Feiertage wie Fronleichnam, dem Reformationstag oder Allerheiligen stillstehen. Regionale Fahrverbote an diesen Tagen sollen abgeschafft werden.
Die Luftqualität in Deutschland ist in den letzten Jahren messbar besser geworden – auch durch die Einführung von Umweltzonen in den Städten. Trotzdem werden diese immer öfter abgeschafft.
05.09.2025 | 3:18 minDigitale Kommunikation mit dem Jobcenter
Zu den zehn Maßnahmen, die den Umgang mit den Behörden erleichtern sollen, gehört auch ein Änderungspaket für die Bundesagentur für Arbeit. Bei der Jobsuche soll künftig die Devise "Digital First" gelten.
Das bedeutet ganz praktisch: Arbeitslose können künftig mit dem Jobcenter per E-Mail verbindliche Vereinbarungen treffen. Auch Pflichttermine beim Amt können künftig digital per Videoschalte erledigt werden.
Noch vor der Sommerpause will die Bundesregierung die großen Sozialreformen auf den Weg bringen. Weil die Zeit drängt, sollen in dieser Woche wichtige Weichen dafür gestellt werden.
29.06.2026 | 2:34 minKein Prüfaufkleber auf der Kaffeemaschine mehr
Zustimmung fand auch ein Vorhaben aus dem Arbeitsministerium zum Abbau der Pflichten zur regelmäßigen Prüfung elektrischer Anlagen und Geräte. Dies soll nur noch bei Gefährdungspotenzial vorgeschrieben sein. Bislang müssen elektrische Geräte - von der Kaffeemaschine bis zur Großanlage - in Büros alle zwei Jahre und in Werkstätten jährlich auf Funktionstüchtigkeit und Sicherheit überprüft und mit entsprechenden Aufklebern versehen werden.
Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) sagte, die beschlossenen Maßnahmen entsprächen einer jährlichen Entlastung von rund 600 Millionen Euro. "Damit haben wir seit November Entlastungen im Umfang von 10,4 Milliarden Euro auf den Weg gebracht."
Digitaler Schub für das Gesundheitswesen
Mit dem geplanten Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen (GeDIG) will die Koalition den in vielen Praxen und Kliniken vorherrschenden Papierstau auflösen: Der digitale Versand von Nachrichten soll gefördert, die elektronische Überweisung eingeführt und der Leistungsumfang der elektronischen Patientenakte massiv ausgeweitet werden. Zudem sollen Hürden bei der Nutzung moderner Cloud-Infrastrukturen in Krankenhäusern beseitigt werden.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) sagte, im Gesundheitswesen werde seit vielen Jahren kritisiert, dass es zu viel unnötige Bürokratie gebe, zu viele Berichtspflichten, zu viele Nachweisaufgaben. "Ein entscheidendes Instrument, wie wir da besser werden, ist die Digitalisierung, deren Potenziale wir bisher nicht ausreichend ausgeschöpft haben. Und genau das haben wir geändert." Das Gesetz entlaste durch die Einführung und Verbesserung von digitalen Abläufen im Umfang von fast 448 Millionen Euro.
Unser Gesundheitssystem steht vor dem Kollaps: zu teuer, zu wenig Personal, zu schlechte Leistungen. Alena Buyx fragt, welche Reformen dem System schnell helfen, ohne es kaputt zu sparen.
07.05.2026 | 58:35 minNormenkontrollrat: Alle Ministerien müssen mitarbeiten
Der unabhängige Nationale Normenkontrollrat (NKR) lobte die vom Kabinett getroffenen Entscheidungen zwar insgesamt, kritisierte gleichzeitig aber die aus seiner Sicht noch unzureichenden Anstrengungen einiger Ministerien beim Abbau bürokratischer Lasten. "Durch die heute beschlossenen Vorhaben kann eine jährliche Entlastung von knapp 600 Millionen Euro erreicht werden", sagte der Ratsvorsitzende Lutz Goebel.
Ein Großteil gehe auf das Gesetz für Daten und digitale Innovationen im Gesundheitswesen zurück. Entscheidend werde sein, "dass künftig alle Ressorts kontinuierlich Beiträge leisten", die Maßnahmen aus den Modernisierungsvorhaben konsequent umgesetzt und insbesondere die Bürokratiekosten für Unternehmen spürbar gesenkt würden.
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