Wie kommt es zu Malaria-Fällen an Flughäfen?

FAQ

Nach erneuten Infektionen in Frankfurt:Wie kommt es zu Malaria-Fällen an Flughäfen?

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In einem Frankfurter Stadtteil nahe des Flughafens sind zwei Bewohner an Malaria erkrankt. Wie kam es dazu? Und wie groß ist die Gefahr durch eingeflogene Mücken?

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Nach Infektionen mit Malaria sind zwei Mitarbeiter des Frankfurter Flughafens gestorben. Vermutet wird, dass sie sich durch eine infizierte Mücke angesteckt haben, die in einem Flugzeug mitreiste.

26.08.2026 | 0:28 min

Erneut sind Menschen in Frankfurt an Malaria erkrankt. Nachdem im Sommer sechs Mitarbeiter des Flughafens infiziert wurden und zwei von ihnen starben, handelt es sich nun um Bewohner eines nahegelegenen Stadtteils. Wie häufig kommt so etwas vor - und was bedeutet das für Menschen, die in der Nähe von Flughäfen wohnen?

Wie geht es den an Malaria Erkrankten?

Die beiden Erkrankten aus dem Frankfurter Stadtteil Schwanheim sind in stationärer Behandlung. Die Diagnose sei schnell gestellt worden, erklärte das Frankfurter Gesundheitsamt. Ursache sollen Anopheles-Mücken aus einem Malariagebiet sein, die mutmaßlich mit einem Flugzeug nach Frankfurt kamen.

Wie kommt es zu solchen Vorfällen?

Die Malaria-Mücken können laut dem Gesundheitsamt fünf bis zehn Kilometer weit fliegen. Die Infektionen traten fünf Kilometer vom Flughafen entfernt auf. Die Betroffenen waren nicht im Ausland und arbeiten nicht am Flughafen.

Das Gesundheitsamt geht daher davon aus, dass die Mücke vom Flughafen kam - und es sich wie in den vorherigen sechs Fällen um Flughafen-Malaria handelt. Die Krankheit wird von Mücken übertragen und nicht von Mensch zu Mensch.

Die näheren Umstände werden noch untersucht - auch, ob es einen Zusammenhang mit den vorherigen Malaria-Fällen gibt. 

Symbolbild:  Eine Mitarbeiterin des Gesundheitswesens zeigt ein Fläschchen mit dem Malaria-Impfstoff R21/Matrix-M, bevor sie ihn einem Kind im umfassenden Gesundheitszentrum in Agudama-Epie verabreicht.

Die Impfstoffallianz "Gavi" meldet weniger schwere Malariafälle in Afrika. Es fehle jedoch durch die Kürzungen der Entwicklungshilfe an Geld, um die Erfolge zu sichern, warnt die WHO.

24.04.2026 | 0:27 min

Müssen sich Anwohner von Flughäfen Sorgen machen?

Dass sich Mücken in einem Radius von mehreren Kilometern um einen Flughafen bewegten, geschehe ganz selten, sagte der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts, Peter Tinnemann.

Sie müssen sich vorstellen, wie es Ihnen geht nach einer langen Reise aus einem tropischen Land, dann sind sie erschöpft.

Peter Tinnemann, Leiter des Gesundheitsamts Frankfurt am Main

Zudem sei die Lebensdauer der Mücken kurz, so Tinnemann. Bürger sollten sich deswegen keine Sorgen machen, aber bei Symptomen aufmerksam sein: "Dies gilt insbesondere für Menschen, die am oder im Umfeld des Frankfurter Flughafens arbeiten oder sich dort aufhalten beziehungsweise in räumlicher Nähe zum Flughafen wohnen."

Neben Fieber könnten unter anderem Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Magen-Darm-Beschwerden auftreten.

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Sind solche Vorfälle neu?

Die Gefahr der sogenannten Flughafen-Malaria sei bekannt, erklärt Friedrich Frischknecht vom Uniklinikum Heidelberg.

Das ist extrem selten und wird extrem selten bleiben, auch wenn die Fälle mit dem steigenden Reiseverkehr ein bisschen zunehmen können.

Friedrich Frischknecht, Uniklinikum Heidelberg

Neben Flughafenbeschäftigten waren bei einem Ausbruch 2020 in Belgien auch Bewohner Flughafen-naher Gebiete betroffen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) mitteilte. Ermittler gingen davon aus, dass eine exotische Anopheles-Mücken die fünf Kilometer entfernten Häuser erreicht haben könnte. Der letzte solche Fall wurde 2023 ebenfalls am Frankfurter Flughafen dokumentiert.

Einen anderen Fall gab es vor fast 30 Jahren in Nordrhein-Westfalen. 1997 hatten sich zwei Mädchen in einem Krankenhaus mit Malaria angesteckt. Die Erreger waren wohl von der hierzulande vorkommenden Mückenart "Anopheles plumbeus" übertragen worden, die in der Nähe des Duisburger Klinikums gefunden wurde.

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Wie gefährlich ist eine Malaria-Infektion?

Malaria wird durch Parasiten verursacht, die vor allem durch Mücken übertragen werden. Reisende aus Deutschland infizieren sich meist in tropischen und subtropischen Ländern.

Vor allem die schwerste Form, Malaria tropica, kann tödlich verlaufen. Laut dem Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenkrankheiten ist diese Form für über 95 Prozent der Malaria-Todesfälle weltweit verantwortlich. Die Variante wurde auch bei den Patienten in Frankfurt diagnostiziert.

Bei frühzeitiger Diagnose und schnell eingeleiteter Behandlung sei sie gut und vollständig behandelbar, heißt es beim Auswärtigen Amt. Laut Robert-Koch-Institut kommen Todesfälle hierzulande vor, weil nicht an diese Diagnose gedacht werde - auch wegen uncharakteristischer Beschwerden wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Eine Malaria-Diagnose kann per Schnelltest erfolgen.

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Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress in dem Beitrag "Zwei Tote nach Malaria-Infektionen" am 26.08.2026 um 18:54 Uhr.

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